Basel

10. Oktober 2010 21:22; Akt: 10.10.2010 20:23 Print

Wegen iPhone beinahe erstochen

von Jonas Hoskyn - Ein 22-jähriger Tunesier brachte beim Raub eines iPhones fast einen Mann um. Am Montag steht er deswegen vor Gericht.

Fehler gesehen?

Der Plan von Omar B.* war einfach: In einem Auto an der Hegenheimer­strasse hatte er zwei Männer beobachtet, die bei offenem Fenster Musik auf dem iPhone hörten. Er schlenderte vorbei und versetzte dem Beifahrer einen Faustschlag durchs offene Fenster. Dann schnappte er sich das fast tausend Franken teure iPhone und rannte davon.

Womit er nicht gerechnet hatte, war die schnelle Reaktion seiner Opfer. Mit einem weiteren Kollegen rannten sie dem Räuber hinterher und stellten ihn wenig später in einer Seiteneinfahrt. Daraufhin zückte B. ein Schmetterlingsmesser mit einer Klingenlänge von 8,5 cm und begann damit herum­zufuchteln. Schliesslich griff er gemäss Anklage einen der Verfolger an. Dieser konnte aber knapp ausweichen und flüchten. Das iPhone tauschte B. nach eigenen Angaben später gegen Kokain ­ein.

Der Fall ereignete sich vor ziemlich genau vier Monaten. Seither sitzt B. in U-Haft. Ab heute muss er sich wegen versuchter vorsätzlicher Tötung vor Gericht verantworten. In den Vernehmungen bei der Polizei behauptete der Angeklagte, er sei von seinen Opfern gewürgt worden und habe sich mit dem Messer nur verteidigen wollen. Mit ihm vor Gericht steht auch seine Freundin. Sie hatte gegenüber der Polizei versucht, die Tat ihrem Ex-Freund in die Schuhe zu schieben.

*Name geändert