ICE-Entgleisung in Basel

24. Februar 2019 13:19; Akt: 24.02.2019 14:08 Print

Weichenpanne führte beinahe zu Katastrophe

Laut der Sicherheitsuntersuchungsstelle Sust führte eine Weiche zur Entgleisung des ICE in Basel am Sonntag vor einer Woche. Was die Weiche umgestellt hat, ist nach wie vor unklar.

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Eine Woche nach der Beinahe-Katastrophe gibt es einen offiziellen Verdacht, warum der ICE 373 am vergangenen Sonntag entgleiste. «Aufgrund des Schadensbildes muss man davon ausgehen, dass die Weiche unter dem ersten Wagen nach dem Triebkopf umgestellt hat», erklärte Christoph Kupper, Bereichsleiter Bahn und Schiff der Sicherheitsuntersuchungsstelle Sust des Bundes gegenüber der «Tagesschau» von SRF.

Beim Unglück gab es nach Behördenangaben keine Verletzten. Der entgleiste ICE mit 240 Personen an Bord stoppte nur wenige Meter vor der Tunnelwand, nachdem ein 55-jähriger Deutscher, der im entgleisten Wagen sass, die Notbremsung herbeigeführt hatte. Aus nach wie vor unklaren Gründen stellte die Weiche in Basel Breite um, als der erste Wagen passierte. Der Zug fuhr im Anschluss rund 800 Meter lang auf zwei Gleisen weiter.

Mehrere Gründe für Panne möglich

Normalerweise könne eine Weiche nur umgestellt werden, wenn die Strecke frei ist. Für den Fehler gibt es laut Kupper mehrere mögliche Erklärungen. So könnte die elektronische Überwachung der Weiche versagt haben, aber auch eine unbeabsichtigte Ansteuerung könne nicht ausgeschlossen werden. So könnte theoretisch sogar ein Störsignal vom Zug den Sicherheitsmechanismus ausgeschaltet haben.

Die Weiche selbst scheint indes nicht das Problem zu sein. Nach einer Überprüfung durch Experten der Deutschen Bahn, die die Strecke betreibt, wurde die Strecke mit der fraglichen Weiche wieder freigegeben.

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(lha)