Weil am Rhein (D)

21. Dezember 2015 16:53; Akt: 21.12.2015 16:53 Print

Weihnachts-Shopping bis zum Verkehrskollaps

In der Weihnachtszeit staut es an der Grenze erst recht. Ob wegen Geschenken oder Lebensmitteln – das Verkehrschaos bringt sogar den Tramverkehr zum erliegen.

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In den letzten Tagen vor Weihnachten erwarten Grenzwache und Basler Verkehrsbetriebe am Grenzübergang nach Weil am Rhein (D) ein Verkehrschaos. Schon am Vormittag bilden sich dieser Tage Autokolonnen. Wie BVB-Sprecher Stephan Appenzeller bestätigt, stauen sich auch schon die Trams der Linie 8.

«Wegen dem Stau vor der Grenze können sie den Kreisel vor lauter Autos zeitweise nicht mehr passieren», sagt er. «Die momentan hohe Verkehrsbelastung führt zu deutlichen Unregelmässigkeiten auf der Tramlinie.» Die neue Taktverdichtung auf 7,5 Minuten scheint sich als zweischneidiges Schwert herauszustellen. Seit ziemlich genau einem Jahr ist nun die grenzüberschreitende Linie 8 in Betrieb. Bis Ende Jahr rechnet man mit rund 2,8 Millionen Fahrgästen. Zum Vergleich: Vor der Verlängerung waren es gerade einmal 1,2 Millionen. Nach Einschätzungen der BVB nutzt gut die Hälfte der Kunden das Tram zu Einkaufszwecken, nur zehn Prozent sind Berufs-Pendler.

Auch der deutschen Polizei ist das Verkehrschaos ein Dorn im Auge, wie Dietmar Ernst vom Polizeipräsidium Freiburg bestätigt. Vorweihnachtsstress sei vorprogrammiert. Zwar wolle man bei Verkehrsbehinderungen nur in Ausnahmefällen eingreifen, es sei aber schon nötig geworden. «Die Verkehrssituation ist generell sehr problematisch», sagt er.

Erhöhter Schmuggel

Eine Begleiterscheinung der hohen Verkehrsfrequenz ist zunehmender Schmuggel. «Bei den Lebensmittel ist es vor allem Fleisch», bestätigt Patrick Gantenbein von der Grenzwache Basel. «In den letzten Tagen hatten wir einige Fälle, in denen jeweils deutlich mehr als zehn Kilogramm im Kofferraum mitgeführt wurden», sagt er. Viele der Sünder seien keine ortsansässigen Schweizer. Auch Trampassagiere, Fussgänger und Velofahrer seien bereits beim Schmuggeln erwischt worden. Generell erwarte man, dass der Schmuggel bis Weihnachten auf einem hohen Niveau bleiben werde.

Ein weiterer grosser Bestandteil der Waren die über die Grenze geschafft werden, sind auch Weihnachtspakete aus Online-Shops. In der Absicht Geld zu sparen und die bestellte Ware nicht zu verzollen, holen viele Schweizer ihre Bestellungen im grenznahen Städtchen direkt ab. Die deutschen Paketdienste haben zurzeit Hochkonjunktur. Alleine die Firma LAS Burg verzeichnet bis Weihnachten rund 75'000 Paketabholungen. Das sind rund 3000 Kunden pro Tag. Das seien rund vierzig Prozent mehr im Vergleich zu anderen Monaten.

Mit intelligenter Ampel gegen Stau

Überlegungen die Lage in Zukunft zu verbessern sind in Planung. Laut der «Badischen Zeitung» wurden Anfang Dezember drei neue digitale Parkleitsysteme eingerichtet. Zudem soll das neue Parkhaus der Firma Endress + Hauser für mehr Luft sorgen. Am Wochenende bietet das rund 400 Meter vom Rheincenter entfernte Parkhaus zusätzlich 600 Parkplätze.

In Planung sei ausserdem die Installation einer intelligenten Ampel vor der Auffahrt auf die Trambrücke Riedlistrasse. Mit Hilfe von Kameras und Sensoren, soll sie dafür sorgen, dass die BVB-Trams der Linie 8 in Zukunft ohne Behinderung durch den grenznahen Kreisel fahren können.


(cs)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Au Weia am 21.12.2015 17:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das tuen ich mir nid a

    Heute Einkauf in Winterthur. ruhig, stressfrei und Rabatte bis zum geht nicht mehr. Ich unterstütze das Gewerbe vor Ort!

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  • Fred am 21.12.2015 17:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Geld ins Ausland tragen aber dann jammern wenns nicht mehr Lohn gibt.

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  • sagamol am 21.12.2015 17:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weitgehend angepasste Preise

    Leider haben es viele immer noch nicht bemerkt, dass viele Detaillisten, Händler und Anbieter die Preise angepasst haben. Beim im Auslandeinkauf werden oft Äpfel mit Birnen verglichen. Manche Produkte sind in der Schweiz oft auch besser ausgestattet, mit mehr Zubehör oder speziell abgestimmt im Handel. Letzthin brüstete sich ein Verwandter mit seinem Neuwagenkauf und dass er über 10'000 CHF gespart habe. Nach meinem Zweifel verglichen wir das identische Angebot. Siehe da, er hatte genau 45 Franken gespart. Dann stellte sich heraus, dass er hier 100'000Km Gratisservice gehabt hätte und da nicht

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Englischer Bürger am 26.12.2015 04:22 Report Diesen Beitrag melden

    Vorschlag,

    Das Problem ist in meinen Augen die Migros & Coop... Digitec ist billiger als im Ausland zu 80%. Aber Migros und Coop erwirtschaften einen so hohen Gewinn wo ich mich frage, Würdet ihr die Schweizer Produkte günstiger machen, wenn auch nur um 10-30% dann haben sie zwar weniger Gewinn, 985 Mili waren Gewinn, wenn man 10-30% Billiger macht, hat man zwar nur 690 Mili Gewinn, aber das Kompensiert sich denn die Leute kaufen wieder mehr in der Schweiz ein. Das wäre meine Lösung zum Problem. Die Löhne könnte man sowieso auch auf diesem Niveau lassen.

  • Cédric Amaudruz am 25.12.2015 10:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zeit ist Geld!

    Wenn ich mir die Staus vor den Grenzübergängen nach D anschaue (z.B. Koblenz Richtung Waldshut) und dann auch noch das Anstehen zur Abstemplung des Kassabons dazurechne, ist mir der Zeitverlust dafür viel zu gross. Die Stunden die ich mit einem Einkauf in der CH monatlich spare, sind mir mehr Wert, als die paar Fränkli, die ich weniger ausgeben würde für meinen Einkauf im Ausland. Vor allem wenn man auch noch das Benzin & die Autokilometer dazurechnet! Zudem verdiene ich auch einen CH-Lohn & unterstütze damit die CH-Wirtschaft & erhalte hier die Arbeitsplätze.

    • Hery Pussee am 27.12.2015 00:05 Report Diesen Beitrag melden

      ich wehre mich

      Ich bin pensioniert. Zeit spielt keine Rolle, aber Geld schon, denn die AHV bleibt seit Jahren gleich. Die Basler BVB fährt mich vor den Marktkauf.

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  • Berner Bär am 24.12.2015 12:36 Report Diesen Beitrag melden

    Kreisel ist schuld!

    Das Problem ist der grosse Kreisel! Hier täte eine ampelgesteuerte Kreuzung Abhilfe. An diesem Punkt klemmt es auch mit dem Tram.

    • Vreneli am 27.12.2015 00:42 Report Diesen Beitrag melden

      Andere Länder andere Gesetze.

      Es ist kein Kreisel! Schauen sie die Signalisierung genau an. Mit Strassenbahn gibt es keine Kreisel. Auch Lastwagenausfahrt vor Marktkauf, es müssen alle Ampeln auf rot stehen, Kombinationen mit kein Vortritt sind nicht zulässig. Rot mit grünem Pfeil geht dann wieder, siehe Dresden, Ampel zeigt nie Grün.

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  • Mike am 23.12.2015 07:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verstehe das

    Wen ich die vielen Deutschen Angestelten sehe, die in Basel arbeiten, ist das ganz klar das die nach Hause einkaufen gehen.

  • Jackmans am 22.12.2015 23:15 Report Diesen Beitrag melden

    Kaufe ein wo es mir passt

    All die Gegenargumente, welche den Einkaufstourismus verdammen u als Konsumwahn beschreiben, sind doch nur angestrichener Patriotismus. Es gibt unzählige CH-Produkte, welche im Ausland um ein vielfaches günstiger angeboten werden. Alleine meine Hörgerätemarke stammt aus CH-Produktion, aber hier für unsereins unerschwinglich, drüben um etliches billiger u die Bedienung obendrein noch sehr viel freundlicher. Wer aufs Budget schauen muss, besonders bei Familien, der kauft dort ein, wo am Ende was übrig bleibt, um die teuren KK, Mieten, etc. noch bezahlen zu können.

    • F. Rittmann am 27.12.2015 00:25 Report Diesen Beitrag melden

      Index-Narkose

      Die Freie Marktwirtschaft gilt natürlich nicht für den Konsumenten.

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