Kriminalitätsstatistik

22. März 2011 14:05; Akt: 22.03.2011 14:11 Print

Weniger Straftaten auch in Basel-Stadt

Im Kanton Basel-Stadt ist die Kriminalität 2010 wie im ganzen Land leicht zurückgegangen. Angezeigt wurden 23 374 Straftaten. Das sind drei Prozent weniger als im Vorjahr.

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Im Vergleich zu anderen Städten sei die Sicherheit in Basel jedoch hoch, sagte am Dienstag Beat Voser, Leitender Staatsanwalt und Chef des Kriminalkommissariats, vor den Medien. Basel liegt in Bezug auf die Kriminalitätsbelastung hinter Genf, Lausanne, Bern und Zürich auf Rang fünf. In Genf wurden letztes Jahr 190,7 Straftaten pro 1000 Einwohner angezeigt, in Basel dagegen nur 109,6.

Bei den Delikten gegen Leib und Leben wurde in Basel-Stadt eine Zunahme um 0,8 Prozent auf 1429 Fälle verzeichnet. Gegenüber 2008 beträgt das Plus allerdings über 10 Prozent. Tötungsdelikte wurden letztes Jahr 3 verzeichnet, gegenüber 5 im Vorjahr. Die Zahl der versuchten Tötungen stieg um 1 auf 12.

Markant mehr Raufhändel und Angriffe

Bei den Körperverletzungen wurde eine Zunahme um 15 Prozent auf 566 registriert. Die Zahl der schweren Fällen stieg um 36,4 Prozent auf 7, während jene der einfachen Fälle um 16,2 Prozent auf 559 sank.

Während bei den Tätlichkeiten ein Rückgang um 17,4 Prozent auf 540 Anzeigen verzeichnet wurden, nahmen die Raufhändel erneut stark zu - nämlich um 179 Prozent auf 81 Fälle. Beim Angriff betrug das Plus mit 122 Fällen über 54 Prozent. Für Voser ist es wichtig, dass die Polizei dort stark präsent ist, wo solche Fälle in Zusammenhang mit den Freizeitaktivitäten gehäuft auftreten.

Erfreulich war die Entwicklung dagegen bei den Vermögendsdelikten, deren Zahl um 4,3 Prozent auf 14'812 sank. Bei den Einbrüchen betrug der Rückgang nach massiven Steigerungen in den Vorjahren mit 1073 Fällen 16 Prozent. In der Kategorie Raub wurde dagegen eine Zunahme um 9,2 Prozent auf 178 Fälle verzeichnet.

Rückläufig waren auch die Sexualdelikte. Bei diesen sank die Zahl der Anzeigen um 4,4 Prozent auf 240. Bei den Vergewaltigungen wurde ein Rückgang um 38 Prozent auf 26 Fälle verzeichnet.

Nicht wesentlich verändert hat sich im Vergleich zum Vorjahr die Lage für das Betäubungsmittel-Dezernat, wie dessen Leiter Thomas Homberger sagte. Abgeschlossen wurden 1848 Fälle; 2009 waren es 1871 gewesen.

Weniger Jugendliche

Im landesweit rückläufigen Trend lag Basel-Stadt letztes Jahr auch bei der Jugendkriminalität. Aufgeklärt wurden 1410 Straftaten, in die mindestens ein Jugendlicher verwickelt war. Das sind 209 Fälle weniger als im Vorjahr. Die Zahl der minderjährigen Beschuldigten sank von 1439 auf 1313.

Nach Angaben von Beat Burkhardt, dem Leiter der Jugendanwaltschaft, gingen zwischen 2007 und 2010 die von Jugendlichen verübten Gewaltdelikte um 23 Prozent auf 183 zurück Dagegen wurde bei den Vermögens- und Eigentumsdelikten im gleichen Zeitraum eine Zunahme um 16,4 Prozent auf 483 verzeichnet.

(sda)