Basel

26. Februar 2020 18:18; Akt: 26.02.2020 18:18 Print

Wer entscheidet, ob die Fasnacht abgesagt wird?

Die Basler Fasnacht ist momentan wegen dem Coronavirus nicht in Gefahr, sagen die Behörden. Dennoch sind für den Grossanlass einige Punkte zu beachten.

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Am Dienstag hat Pascal Strupler, Direktor BAG, über die erste bestätigte Infektion in der Schweiz informiert. Die Coronavirusinfektion in der Lombardei breitet sich aus. In Venedig wurde der Karneval aufgrund des Coronavirus abgesagt. Das Gesundheitsdepartement Basel-Stadt rechnet nicht mit einer Absage der Basler Fasnacht. Bei mehreren Erkrankungen, bei denen nicht klar sei, wo und wie sich die Person angesteckt hatte, käme eine Absage in Frage, so Anne Tschudin, Mediensprecherin des Gesundheitsdepartements Basel-Stadt. «Eine Ansteckung verläuft in etwa wie bei einer Grippe, bei der die Atemwege betroffen sind. Ältere, vorekrankte Menschen sind dabei stärker betroffen.» Auf kantonaler Ebene kann Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger beim Gesamtregierungsrat einen dringlichen Antrag stellen, um die erforderlichen Massnahmen durchzusetzen. Ferner könnte das Bundesamt für Gesundheit schweizweit alle Grossveranstaltungen absagen. Gesunde, die sich nicht anstecken lassen wollen, und diejenigen, die sich krank fühlen, sollten besser zuhause bleiben. Gemäss dem Leiter des Kantonsärztlichen Dienstes Basel-Stadt, Thomas Steffen darf man an der Fasnacht auch eine Mehlsuppe im Cliquen-Keller ordern. «Es gibt im Moment keine Einschränkungen des täglichen Lebens», sagt er auf Anfrage von 20 Minuten. «Viren- und Bakterien werden besonders bei längeren nahen Kontakten übertragen», sagt Kantonsarzt Steffen. «Also zum Beispiel beim Händeschütteln oder bei Umarmungen.» Hier könne man sich mit Hilfe der Hygieneregeln schützen.

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Der Karneval in Venedig wurde von den Behörden in Italien abgesagt. Nachdem in der Schweiz der erste Fall einer Infizierung mit dem Coronavirus im Kanton Tessin auftrat, rechnet das Gesundheitsdepartement Basel-Stadt jedoch nicht mit einer Absage der Basler Fasnacht, wie es am Mittwoch gegenüber 20 Minuten angab. «Seit Januar 2020 wurden insgesamt 55 Verdachtsfälle abgeklärt», sagt Kantonsarzt Thomas Steffen auf Anfrage von 20 Minuten. 44 davon seien negativ, elf aktuell noch offen (Stand Mittwoch 8 Uhr). «Basel-Stadt hat bisher keinen bestätigten Erkrankungsfall».

In der Vergangenheit fand die Basler Fasnacht aufgrund von Epidemien und Kriegen nicht immer plangemäss statt: Vor hundert Jahren musste die Fasnacht 1920 aufgrund der Spanischen Grippe um vier Wochen verschoben werden. Während den beiden Weltkriegen wurde die Strassenfasnacht jeweils verboten.

Wann ist eine Absage der Basler Fasnacht denkbar?

Anne Tschudin, Mediensprecherin des Basler Gesundheitsdepartements, erläutert, dass bei mehreren Erkrankungen in der Region, bei denen nicht klar sei, wo und wie sich die Person angesteckt hatte, eine Absage in Frage käme. «Wir rechnen aber aktuell nicht mit einer Absage.» Dass es bestätigte Fälle geben wird, das könne nicht ausgeschlossen werden. «Wenn die Infektionskette klar ist, kann die Situation eingegrenzt werden», fügt sie an. «Eine Erkrankung verläuft in etwa wie bei einer Grippe, bei der die Atemwege betroffen sind. Ältere, vorerkrankte Menschen sind dabei stärker betroffen.»

Wer entscheidet, ob die Fasnacht abgesagt werden muss?

Auf kantonaler Ebene kann Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger beim Gesamtregierungsrat einen dringlichen Antrag stellen, um die erforderlichen Massnahmen durchzusetzen. Ferner könnte das Bundesamt für Gesundheit schweizweit alle Grossveranstaltungen absagen.

Wer sollte der Fasnacht fernbleiben?

«Da gibt es zwei Personengruppen», sagt Tschudin gegenüber 20 Minuten. «Einerseits Gesunde, die sich nicht anstecken lassen wollen. Wobei im Moment Ansteckungen mit Grippe- oder Erkältungsviren viel wahrscheinlicher sind. Und andererseits diejenigen, die sich krank fühlen.» Die in Italien am Coronavirus Verstorbenen seien alle ältere Personen gewesen, die vorher bereits krank waren. «Geschwächte Personen, und solche, die sich krank fühlen, sollten nicht an die Fasnacht gehen», fasst Tschudin zusammen.

Darf ich im Cliquen-Keller eine Mehlsuppe essen?

Gemäss dem Leiter des Kantonsärztlichen Dienstes Basel-Stadt, Thomas Steffen darf man das. «Es gibt im Moment keine Einschränkungen des täglichen Lebens», sagt er auf Anfrage von 20 Minuten.

Besteht im Gedränge am Cortège eine erhöhte Ansteckungsgefahr?

«Viren- und Bakterien werden besonders bei längeren nahen Kontakten übertragen», sagt Kantonsarzt Steffen. «Also zum Beispiel beim Händeschütteln oder bei Umarmungen.» Hier könne man sich mit Hilfe der Hygieneregeln schützen.

Wann entscheiden die Behörden, ob die Fasnacht abgesagt werden muss?

«Die Frage, wie mit Veranstaltungen im Falle einer stärkeren Ausbreitung des Coronavirus umgegangen wird, ist bei uns im Gesundheitsdepartement seit mehreren Wochen ein Thema.» Sie würden die Situation aufmerksam verfolgen. «Wir entscheiden Ende Woche, ob die Fasnacht abgesagt werden muss», so Mediensprecherin Anne Tschudin.

(obr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Karli am 26.02.2020 18:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Witz?

    Haha,es ist zu lesen: ansteckung nur bei längerem intensiven Kontakt. Wie zb beim Händeschüteln. Soll das ein scherz sein oder zeigt das die blau Augikeit?

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  • Markus Brönimann am 26.02.2020 19:10 Report Diesen Beitrag melden

    Veranstaltungen

    Was ist allgemein mit Grossveranstaltungen? Beispielsweise findet in Winterthur ne Messe statt in den nächsten Tagen! Solche sollten abgesagt werden.

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  • Laferi am 26.02.2020 18:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Iiii, Mehlsuppe

    Dachte es kommt auch eine gescheite Frage, ja aber woher?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Seraina D. am 28.02.2020 10:49 Report Diesen Beitrag melden

    Fiel Fergnügen den lieben Baslern

    Dann mögen halt die durchgeknallten Basler ihren heiligen Fasbachts-Klamauk zelebrieren. Wenn nachher eine Corona-Ansteckung festgestellt wird, heisst es ja doch, diese sei von einem Zürcher ausgegangen.

    • Gaby am 29.02.2020 16:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Seraina D.

      wann steben eigentlich Menschen mit dämlichen Kommentaren aus?

    • pmeyerc am 16.03.2020 15:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Seraina D.

      Fergnügen - schreibe das das nächste Mal mit V.

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  • Testuserr am 28.02.2020 09:17 Report Diesen Beitrag melden

    Einfach dumm

    Was ist mit Besucher aus anderen Länder, die zur Fasnacht kommen und Corona mitbringen?

    • Quirl am 28.02.2020 09:25 Report Diesen Beitrag melden

      Einfach dumm Was ist mit Besucher aus anderen Länd

      Genau das ist auch meine Überlegung! Wissen wir doch alle das die Basler die Fasnacht machen und die Grenzgänger vor allem die Besucher sind! Aus aller welt :(

    • Schorsch am 28.02.2020 09:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Quirl

      Die Grenzgänger sicher nicht. Die sind froh, wenn sie in ihrer Freizeit zuhause sind.

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  • Martin am 28.02.2020 08:22 Report Diesen Beitrag melden

    Zum Nachdenken

    Es sterben hunderte Kinder auf der Welt, weil sie Verhungern. Da macht niemand einen Aufstand! Wie viele Menschen sind wegen dem Coronavirus ums leben gekommen und wie viele sterben an Hungersnot?? Bei Hungersnot wird keine Panik geschoben, traurig aber wahr!! Aber jeder ist sich ja am nächsten.

  • Housi Heiter am 28.02.2020 04:12 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht zu fassen

    Es ist doch ein Witz in Basel an der Fasnacht festzuhalten, wenn schon Veranstaltungen wie die Uhrenmesse, oder das im Vergleich viel kleinere The ICE in St Moritz abgesagt wurden. Schon allein wegen der vielen Besucher, die von überall her nach Basel kommen werden ist das Festhalten an der Fasnacht unverantwortlich. Die Fasnacht wird so zu einem munteren Corona-Verteil-Anlass.

  • Joggeli am 28.02.2020 00:36 Report Diesen Beitrag melden

    Fasnacht ade ?

    • abcdefg am 28.02.2020 00:39 Report Diesen Beitrag melden

      xyzabcdefg

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