Zweifel an Schuldfähigkeit

18. April 2019 11:04; Akt: 18.04.2019 11:08 Print

Totschläger N. muss begutachtet werden

Ein 29-jähriger Slowene hat im Sommer 2018 am Rheinbord einen 41-Jährigen wegen eines Handys zu Tode geprügelt. Das Strafgericht hat aber Zweifel an seiner Schuldfähigkeit.

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Am 27. Juli 2018 wurde ein 41-jähriger Portugiese von zwei Männern am Kleinbasler Rheinufer an einer Berme brutal verprügelt. Kurze Zeit später erlag er seinen schweren Verletzungen. Als Haupttäter gilt der 29-jährige Slowene M.N.*, ein 19-jähriger Spanier war an der Auseinandersetzung beteiligt und ist mitangeklagt. Das Tatmotiv: Das Opfer stand im Verdacht, dem Slowenen kurz zuvor das Handy gestohlen zu haben. Es konnte aber nicht bei ihm gefunden werden.

Das Basler Strafgericht verurteilte am Donnerstag allerdings nur den Mittäter J.L.* zu einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren mit anschliessendem achtjährigem Landesverweis.Hautptäter N. wurde noch nicht verurteilt. Das Gericht stellte das Verfahren aus, weil es zu grosse Zweifel an der Schuldfähigkeit des Slowenen hatte, weshalb ein medizinisches Gutachten angefordert wurde.

Aggressiver Medikamente-Cocktail

Während der Verhandlung hatte bereits der Gefängnisarzt darauf hingewiesen, dass N. mehrere Medikamente konsumierte, die schn jedes für sich eine Zunahme des Aggressionslevels zur Folge hatten. Der 29-Jährige nahm wegen seines Übergewichts Testosteron, ein Medikament mit Amphetamin-Wirkstoff gegen ADHS und ein Schmerzmittel aus der Gruppe der Opioide gegen rheumatische Schmerzen. «Er hätte engmaschig überwacht werden müssen», betonte der Gefängnisarzt.

Für die Fünferkammer des Strafgerichts war das Grund genug, das Verfahren nun auszusetzen. Eine neue Hauptverhandlung wird in circa vier Monaten stattfinden.

*Namen der Redaktion bekannt

(lha)