04. April 2005 04:40; Akt: 03.04.2005 22:24 Print

Wieder Waaghof-Ausbruch

Ein filmreifer Ausbruch gelang in der Nacht auf gestern zwei Waaghof-Häftlingen.

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Sie seilten sich mit zusammengeknoteter Bettwäsche ab. Die Aufseher im Waaghof staunten nicht schlecht, als sie gestern Morgen um 8 Uhr in die leere Zelle blickten.

Die beiden Ausbrecher, ein 23-jähriger Mann aus dem ehemaligen Jugoslawien und ein 28-jähriger Algerier, hatten das mit Stahlschrauben fixierte Bett aus der Wand gerissen und es danach als Brecheisen verwendet. «Sie haben damit die über einen Zentimeter starken Stahllamellen vor dem Fenster verbogen», sagte Polizeisprecher Klaus Mannhart.

Durch den Spalt haben sich die Männer auf einen Dachvorsprung zwängen können. Von dort aus seilten sie sich mittels zusammengeknoteter Bettwäsche rund zwölf Meter ab und verschwanden Richtung Binningerstrasse.

Die Sicherheitsmängel im Waaghof sind nicht neu. Es ist bereits der vierte Ausbruch innert zwei Jahren. Nach dem ersten Ausbruch durch eine Backsteinwand im August 2003 wurde der Waaghof auf Sicherheitsmängel gecheckt. «Die Verstärkung der Stahllamellen ist einer der baulichen Verbesserungsvorschläge», sagte Mannhart. Doch das nötige Geld von 3,8 Millionen Franken wurde noch immer nicht gesprochen. Mannhart: «Dieser neue Ausbruch zeigt, wie dringend es ist.»

Christian Degen