Tram im Sommer

04. Juli 2018 05:49; Akt: 04.07.2018 05:49 Print

30 Prozent des Stroms fliessen in die Klimaanlage

Die Basler Verkehrs-Betriebe erklären, wieso es so schwierig ist, grosse Fahrzeuge zu klimatisieren. Fachpersonen zeigen die Klimaanlage auf dem Dach eines Trams.

Fachpersonen der BVB erklären, wie die Klimatisierung im Tram funktioniert.
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Der Sommer in Basel ist heiss. Gut, dass öffentliche Verkehrsmittel klimatisiert sind. Dennoch hört man immer wieder auch Kritik, die Trams und Busse seien dennoch zu warm.

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Darauf versuchen die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) am Dienstag eine Antwort zu geben. Bei der ersten Veranstaltung unter dem Namen «Liebi BVB» zeigt ein Blick hinter die Kulissen, wie die Klimaanlage eines Trams funktioniert.

Mit den Fahrgästen kommt auch die Wärme ins Tram

«Die Klimatisierung ist ein schwieriges Thema im Tram», so Michel Baudraz, Bereichsleiter Entwicklung und Projekte bei den BVB. Die Leistung einer Klimaanlage im Auto sei relativ zur Fahrzeuggrösse 20 Mal grösser als beim Drämmli. «Im Auto macht man ausserdem die Fenster zu, damit die Klimaanlage richtig funktioniert. Die Tramtüren gehen in der Stadt alle zwei bis drei Minuten auf, damit Leute ein- uns aussteigen können», so Baudraz. Dadurch komme ständig Wärme in die Fahrzeuge.

«Ungefähr 30 Prozent der Energie wird für die Klimatisierung benötigt», so Baudraz. Für den Antrieb der Trams werden 50 Prozent der Gesamtenergie verwendet. Die restliche Energie fliesst in die Fahrgastinformationssysteme und Licht.

Der Fahrer stelle die Temperatur im Tram nicht selbst ein. «Er kann lediglich die Klimatisierung seiner Fahrerkabine steuern», so Baudraz. Das sei wichtig, da jeder ein anderes Temperaturempfinden habe und die Fahrer bei jeder Aussentemperatur konzentriert arbeiten müssten. Auch würden Temperaturen unterschiedlich wahrgenommen werden, so Baudraz. Deswegen halte sich die BVB bei der Klimatisierung an Normen. Die angestrebte Innentemperatur liege im Winter bei zirka 20 Grad. Im Sommer werde auf maximal fünf Grad unter der Aussentemperatur herunter gekühlt.

Mehrere Klimaanlagen für jedes Tram

Zum Kühlen der Trams sind mehrere Klimaanlagen nötig, die miteinander verbunden sind. Eine solche Anlage zeigten die Fachpersonen am Dienstag im Servicezentrum Allschwilerstrasse. Sie befinden sich auf dem Dach des Fahrzeugs. Jede Anlage wiegt ungefähr 450 Kilogramm und besteht aus drei Kammern. In der ersten wird die warme Luft abgesaugt, in der zweiten gekühlt und getrocknet und in der dritten Kammer befindet sich die Elektronik, erklärt Beat Sarti, Kältesystemfachmann bei der BVB.

Insgesamt seien bei der BVB 340 solcher Anlagen im Einsatz, so Sarti. «Die Anlagen sind nicht sehr störungsanfällig», sagt er. Bei 30 Grad und mehr würden die Anlagen allerdings auf Volllast laufen und gerade dann könne es zu Störungen kommen. Bemerke man einen Defekt als Fahrgast, solle man die Störung mit der zugehörigen Fahrzeugnummer an die BVB weitergeben oder dem Fahrpersonal melden, in welchem Teil des Drämmli es zu heiss ist.

(lb)

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