Streit um Büsis

07. August 2019 05:06; Akt: 07.08.2019 09:14 Print

Wurden diese drei Kätzchen entführt?

Drei junge Perser wurden im Tierheim abgegeben. Die Besitzerin der jungen Katzen war schnell gefunden. Diese weigert sich, die Heimgebühren zu bezahlen.

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Ein Finder brachte Ende Juli drei junge Rassekatzen ins Tierheim an der Birs. Er hatte die Tiere über einige Tage beobachtet, wie sie durch die Gärten eines Riehener (BS) Wohnquartiers zogen. Bevor die Kätzchen in die Obhut des Tierschutzes gegeben wurden, habe sich der Finder in der Nachbarschaft erkundigt, ob jemand etwas über das Trio weiss, sagt Daniel Bader vom Tierschutz beider Basel (TBB) gegenüber 20 Minuten.

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«Die Mutter der erst zwölf Wochen alten Kätzchen wurde vom Finder in dieser Zeit nie gesichtet, weshalb er davon ausgehen musste, dass die Kitten ausgesetzt oder von der Mutter verstossen wurden», so Bader. Zudem seien die drei Geschwister weder angeschrieben noch gechipt gewesen.

Aus allen Wolken gefallen

Kurz darauf meldete sich die Besitzerin der Büsis beim Tierheim und wollte ihre Schützlinge zurück. Dies sei gegen eine übliche Gebühr von 130 Franken pro Tier möglich, kommunizierte das Heim. Die Halterin sah dies jedoch nicht ein, sie zeigte sich entrüstet, dass ihre Perser überhaupt «eingesammelt und entführt» wurden.

Anfänglich habe sie gedacht sie seien von einem wilden Tier gerissen worden oder jemand hätte sie gestohlen, wie sie 20 Minuten berichtet. Zum Zeitpunkt des Verschwindens der Katzen-Kinder sei sie mit ihrer Familie in den Ferien gewesen. Sie hätte aber einen Tier-Sitter organisier, der sich während ihrer Abwesenheit um die Büsis gekümmert habe. Als sie erfuhr, dass sie im Tierheim sind, sei sie aus allen Wolken gefallen, wie sie erzählt.

«Richtig, dass Finder Katzen ins Heim gebracht hat»

«Es kann nicht einfach jemand gepflegte Katzen mit Halsband wegnehmen und dem Tierheim übergeben. Bei uns im Viertel laufen alle Katzen, kleine und grosse, frei herum. Ich würde nie auf die Idee kommen einfach eine Katze einzupacken», sagt sie entrüstet.

Bader betont, dass der Finder richtig reagiert habe, er hätte nach Treu und Glauben gehandelt. «Die Überbringer der Tiere haben nichts falsch gemacht, handelt es sich doch um noch kleine schützenswerte Kätzchen.»

Zusatzkosten wurden Besitzerin erlassen

Die Halterin habe dem Tierheim geschrieben, dass sie verstehe, dass Kosten anfallen. Unglücklicherweise haben sich auf einen Schlag viele Faktoren summiert: Der Katzen-Sitter, die anstehenden Tierarztkosten für die Kastration und die Chips sowie die «unnötigen» Heimkosten, wie sie sagt. Sie bat den Tierschutz, ihr entgegenzukommen.

Bader sagt, das habe man gemacht. Üblicherweise koste jeder Tag extra, den die Tiere in der Obhut des Heims seien. «Auf die angefallenen Kosten der letzten Tage würden wir verzichten», sagt er. Die besagten 130 Franken pro Tier setzten sich unter anderem aus Futter, der Pflege durch das Fachpersonal und die medizinische Untersuchung der Jungen beim Eintritt zusammen.

Die Katzenmutter, die ebenfalls bei den Haltern in Riehen lebt vermisse ihre Jungen, sagt die Besitzerin. Und: «Wir vermissen die Katzen und sie hatten hier das Paradies auf Erden.»

Die Katzen sind bis zum jetzigen Zeitpunkt (Dienstagnachmittag) im Tierheim – die Halterin hat sie noch nicht abgeholt.

(jd)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • I. am 07.08.2019 06:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tierliebe?

    Kleine Katzen zu Hause, die noch viel Betreuung brauchen, Ferien machen und dann kein Geld um die Kleinen auszulösen! Das hat mit Tierliebe nichts mehr zu tun. Mir wäre das peinlich und würde nicht zu den Medien rennen.

    einklappen einklappen
  • nami rell am 07.08.2019 06:59 Report Diesen Beitrag melden

    unverständlich

    bei so kleinen katzen geht man doch auch nicht in die ferien, was sind das für tierhalter?!

  • Kroko am 07.08.2019 06:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Paradies auf Erden?

    Seltsame Vorstellung "vom Paradies auf Erden", wenn man in die Ferien fährt und 12 Wochen alte Kätzchen zu Hause alleine draußen herumtigern lässt. Danke dem Finder, der völlig korrekt reagiert hat! Zudem: Geld für die Ferien ist vorhanden und dann so einen Aufstand machen wegen der Tierheimkosten...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ryan Kand am 07.08.2019 19:52 Report Diesen Beitrag melden

    Katzenbetreuung

    Kleine Katzen brauchen keine Betreuung, die Mutter sorgt sich um sie und bringt ihnen alles bei! Wir haben mehrere Katzen, welche regelmässig Nachwuchs haben. Die Katzenmutter versteckt ihre Jungen an einem ruhigen Ort, solange sie noch blind und taub sind. Werden sie gestört, bringt sie die Jungen an einen anderen Ort. Die Mutter sorgt sich so lange um die Jungen, bis diese sich alleine versorgen können. Da braucht es keine Hilfe von Menschen!

  • Tina am 07.08.2019 16:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trauriges Verhalten.

    Frechheit! Man geht nicht in den Urlaub, wenn man so süsse Kitten zu Hause hat. Die Menschen wollen einfach auf gar nichts verzichten! Kann das nicht verstehen!!!

  • Mr. Bull am 07.08.2019 16:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gehts noch?

    Die ersten 3 kommentare regen mich schon wider auf. Einfach wider ohne hintergrundwissen vorwürfe machen. Was wisst ihr über die art der ferien? Hochzeit, famillie, kreuzfahrt, etc. Es giebt nun mal sachen die man nicht verschieben kann. Auserdem wurde ein sitter angestellt. Der sitter sollte die rechnung bezahlen.

  • Hermine am 07.08.2019 15:23 Report Diesen Beitrag melden

    Vermehrerin?

    Die Frage ist doch vielmehr ob es sich bei dieser Halterin nicht vielmehr um eine hobbymässige Vermehrerin handelt, die die gute Gelegenheit ergriffen hat, um die ursprünglichen Anschaffungskosten für ihre Rassenkatze mit einem Wurf Jungtieren "reinholen wollte" und dazu noch ein paar Franken dazuzuverdienen wollte...

  • M.B. am 07.08.2019 13:57 Report Diesen Beitrag melden

    Mal umdenken!

    Jetzt mal ehrlich: Wenn unsere Katze im Frühjahr drei Babys bekommen hätte und wir schon den Urlaub gebucht hätten, dann hätte ich alle 4 auch zu Hause gelassen. Da haben sie ihre gewohnte Umgebung. Alle ein Halsband und eine Person, die zu ihnen schaut. Meiner Meinung nach ist das das beste für die ganze Katzen Familie. Die einzigste Tierquälerei ist die Katzen in ein Gitter im Tierheim zu stecken.