Binningen BL

02. April 2019 04:50; Akt: 02.04.2019 09:28 Print

«Plötzlich stand da ein Dachs vor mir»

Ein Leser-Reporter lieferte sich mit einem Dachs ein intensives Blickduell. Das Tier ist bei den Anwohnern des Quartiers in Binningen kein Unbekannter.

Ein Leser-Reporter hatte bei einem Parkplatz in Binningen eine interessante Begegnung. (Video: Leser-Reporter)
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Das hatte Boro Tosic (32) nicht erwartet, als er am vergangenen Wochenende zusammen mit seiner Freundin zu Besuch bei ihren Eltern in Binningen war: «Als ich auf dem Weg dorthin in einer blauen Zone parkierte und anschliessend ausstieg, stand da plötzlich ein Dachs vor mir. Eine Weile bewegte sich keiner von uns, und wir starren uns regungslos an», erinnert sich der Leser.

Der intensive Blickkontakt habe die Partnerin des 32-Jährigen laut dessen Aussage etwas beunruhigt: «Ich glaube, der ist gefährlich», sagte ihm seine Freundin noch. Davon ging Tosic jedoch nicht aus. Tatsächlich machte sich der Nachtstreicher eilig davon, als sich Tosic ihm für ein Foto langsam näherte.

Quartierpromi

Etwa 100 Meter weiter, an der Ecke Waldeckweg/ Margarethenstrasse, sei der 32-Jährige dem Tier wieder begegnet: «Der Dachs war eher schreckhaft. Als eine Frau mit ihrem Hund vorbeilief und dieser einmal kurz bellte, verschwand er endgültig», meint er.

Es sei das erste Mal gewesen, dass er einen Dachs in freier Wildbahn zu Gesicht bekommen habe. Jedoch handle es sich bei dem Vierbeiner um einen kleinen Quartierpromi: «Die Eltern meiner Freundin meinten, dass der Dachs in der Gegend rund um den Birsig schon öfter gesichtet worden ist.»

«Dachse sind sehr anpassungsfähig»

Laut Anouk Taucher vom Projekt StadtWildTiere, ist das Vorkommen von Dachsen in schweizerischen Siedlungsgebieten nicht untypisch. «Dachse sind – ähnlich wie Füchse – sehr anpassungsfähig. Das liegt unter anderem daran, dass sie von vielen Nahrungsquellen profitieren können.» Anders wie Füchse seien Dachse jedoch an ihren Bau gebunden: «Da der Dachs jeden Tag im Bau schläft, ist er bei der Wahl des Lebensraumes auf die Verfügbarkeit von Baustandorten beschränkt. Diese werden meist in grösseren Grünflächen gebaut.»

Laut der Website, die es ihren Usern ermöglicht, Beobachtungen einzutragen und zu suchen, wurde bereits im vergangenen Jahr eine Sichtung an beinahe exakt derselben Stelle getätigt. Bei der Begegnung, wie Tosic sie hatte, dürfte es sich jedoch um einen Ausnahmefall handeln: «Da sich die Dachse meistens in der zweiten Nachthälfte auf Nahrungssuche begeben, begegnet man ihnen eher selten», erklärt Taucher.

(jes)