Konzert-Tauschbörse

24. Juli 2014 06:08; Akt: 24.07.2014 06:08 Print

Zehn frische Fische für ein Privatkonzert

von Mirjam Rodehacke - Das Sommerprojekt Le son d'été, bei dem Bands mit Gegenleistungen für Grillpartys gebucht werden können, gibt es neu auch in Basel. Erste Konzerte haben bereits stattgefunden.

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«Heute spielt eine Band in meinem Garten!» ist das Motto von Le Son d’été. Diesen Sommer gibt es die Gratis-Konzerte gegen Gegenleistung erstmals auch in Basel. «Bis Ende August können Bands auf der Website lesondete.ch Termine für Auftritte freigeben. Die Daten werden in einem Kalender aufgeschaltet und können von Privatpersonen für Grillfeste oder Terrassenpartys gebucht werden», so Initiant und Gesamtleiter Patrick Zeller, der das Projekt vor zwei Jahren in Bern gestartet hat.

Die Idee dahinter ist, dass die Bands für ihre Auftritte zwar nicht bezahlt, dafür aber mit Waren oder anderen Dienstleistungen entlöhnt werden. «Die Erfahrungen der letzten beiden Jahre haben gezeigt, dass die Veranstaltenden bei der Wahl der Gage viel Einfallsreichtum zeigen: Das Spektrum reicht vom Alpenflug mit dem Hobbypilot bis zum Bodycheck bei der Ärztin», resümiert Zeller.

Bereits über 90 Konzerte

Durch den kleinen Rahmen, in welchen die Konzerte veranstaltet werden, seien die Bands nahe am Publikum, spielten in einer lockeren Atmosphäre und hätten auch die Möglichkeit, Neues auszuprobieren. «Le son d’été' schafft Netzwerke und ergänzt die bisherigen Auftrittsmöglichkeiten unter anderem auch darum, weil die Musizierenden und nicht die Veranstaltenden entscheiden, an welchem Datum gespielt wird», weiss Zeller.

Der Erfolg dieser einzigartigen Idee widerspiegelt sich auch in den Zahlen: So haben seit seit 2012 insgesamt 32 Bands über 90 Konzerte in Innenhöfen, Gärten oder auf Terrassen gespielt.

10 Fische für ein Konzert

«In Basel gab es auch schon die ersten Konzerte – wir gehen aber davon aus, dass bis Ende August noch mehr stattfinden», so Mich Gehri, der die Konzertveranstaltung in Basel betreut. Die Auftritte in Basel hätten bisher meist in einem kleinen privaten Familienrahmen stattgefunden.

Wenn das Berner Projekt auch in Basel und Zürich erfolgreich ist, werde es eventuell auch auf weitere Städte ausgedehnt. Bis es aber so weit ist, rät Gehri der Bevölkerung von falscher Zurückhaltung ab. «Ich glaube viele Leute haben Angst zu buchen, weil sie nicht wissen, ob sie genug zu bieten haben. Dabei braucht es nicht viel – man soll einfach ausprobieren. Jemand hat zum Beispiel zehn Fische gefangen und sie dann der Band geschenkt.»