Zigaretten-Littering

03. Dezember 2018 18:02; Akt: 03.12.2018 18:25 Print

«Kampagne war teuer und hat nichts gebracht»

Eine grosse Kampagne kündigte in Basel die 80-Franken-Busse für Zigi-Sünder an. Bisher sind jedoch nur 42 Personen gebüsst worden, die ihren Zigarettenstummel auf den Boden warfen.

Das sagten die Basler, als die 80-Franken-Busse für Zigi-Sünder eingeführt wurde. (Video: daf/lb)
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Seit Mai muss man in Basel mit einer Busse von 80 Franken rechnen, wenn man seinen Zigarettenstummel auf den Boden wirft. Von Mai bis September wurden 42 Personen deswegen gebüsst, wie die «bz Basel» berichtet.

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«Das ist zu wenig und wird nie zum Erfolg führen», findet Grossrat Eduard Rutschmann (SVP). Und die Zahl erscheint tatsächlich verschwindend gering, wenn man bedenkt, dass seit Mai grob geschätzt rund 63 Millionen Zigaretten in Basel geraucht wurden. Wie viele davon auf dem Boden gelandet sind, ist unklar. Dass es deutlich mehr waren als 42, ist sehr wahrscheinlich.

«Die Leute merken es nur, wenn man sie straft»

«Die Kampagne hat enorm viel Geld gekostet und sie hat nichts gebracht», echauffiert sich Rutschmann. Jemanden wegen Littering zur Kasse zu bitten sei natürlich komplizierter, als etwa einen Falschparkierer zu büssen.

«Wenn jemand einen Zigarettenstummel auf den Boden wirft, muss man kommunizieren. Das kann zu Diskussionen führen und ist daher für die zuständigen Beamten natürlich sehr umständlich», gibt er zu bedenken. Trotzdem müsse der Kanton Littering den Kampf ansagen. «Die Leute wissen, dass es verboten ist. Aber sie merken es nur, wenn man sie straft», sagt Rutschmann. Dafür brauche man mehr Personal, das die Bussen einzieht.

«Der Kampf gegen Littering ist endlos»

Anders sieht das Matthias Nabholz, Leiter des Amtes für Umwelt und Energie. «Repression ist nur ein Teil der kantonalen Strategie gegen Littering. Es geht auch darum, ein Bewusstsein für das Problem zu schaffen», sagt er. Insgesamt seien vier Abfallkontrolleure in der Stadt unterwegs. «Im Jahr büssen wir über 1000 Personen. Ich finde, das ist nicht zu wenig», so Nabholz. Die Zigarettenstummel auf dem Boden sind nur ein Teil der illegalen Müllentsorgung. Ausserdem müsse man die Sünder in flagranti erwischen. Das sei auch nicht ganz einfach. Prinzipiell habe die Kampagne schon etwas gebracht. Der Kampf gegen Littering sei jedoch endlos.

Dominik Egli, Leiter der Stadtreinigung, sieht das genauso: «Grundsätzlich haben wir das Gefühl, dass es mit dem Littering in diesem Jahr etwas besser geworden ist. Unsere Leute, die jeden Tag draussen sind, haben den Eindruck, dass es aufgeräumter ist.» Ob das wirklich an der Kampagne liege, sei natürlich schwer zu sagen. «Wir gehen aber davon aus, dass diese etwas gebracht hat», so Egli. Wie teuer die Kampagne war, könne man nicht sagen, da sie im Rahmen mehrerer anderer Kampagnen statt fand.

(lb)