Kopulation durchs Gitter

31. Januar 2019 12:22; Akt: 31.01.2019 12:22 Print

Orang-Utan-Baby wurde vom Nachbarn gezeugt

Der Papa von Orang-Utan-Baby Padma im Basler Zolli ist ein anderer als angenommen: Zum Zug bei Mama Maja kam nicht der Partner, sondern der Playboy aus dem Nachbargehege.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Vergangenen August brachte Orang-Utan-Dame Maja (11) ihre Tochter Padma zu Welt. Doch wer der stolze Vater der Kleinen ist, konnte bislang nur vermutet werden. Der Zolli wollte es aber genau wissen und machte einen Vaterschaftstest. Das Ergebnis war verblüffend, denn anders als erwartet, ist nicht Majas Mitbewohner Budi (14) der Vater, sondern der dominante Vendel (18) aus dem Nachbarsgehege.

Umfrage
Finden Sie das kleine Orang-Utan-Baby süss?

Auf den ersten Blick scheint es, als ob Mutter Maja zweigleisig gefahren ist und sich «ausserehelich» im Nachbarsgehege amüsiert hat. Doch dieser Eindruck trügt, denn Orang-Utans leben auch in freier Wildbahn nicht in festen Partnerschaften. So etwas wie eine Liebesaffäre gibt es also gar nicht. Die Männchen kommen nur zur Paarung mit den Weibchen zusammen, für die Aufzucht der Jungen sei immer das Weibchen verantwortlich, wie der Zoo Basel auf Nachfrage sagt.

Maja wählte dominantes Männchen

Im Basler Zolli leben insgesamt neun Orang-Utans, davon drei geschlechtsreife Männchen. Das Männertrio wurde auf drei Familiengruppen aufgeteilt, denen jeweils auch ein Weibchen und ein Jungtier angehört. Deshalb schien es zunächst offensichtlich, wer der Erzeuger von Padma ist, denn Budi lebt zusammen mit Mutter Maja in einem Gehege.

Doch das Resultat zeigte etwas anderes: Padma ist das Resultat eines Schäferstündchens durch die Gitterstäbe hindurch. Aus biologischer Sicht sei das Ergebnis aber keine grosse Überraschung, denn der Vater Vendel gilt als «Backenwülster-Männchen» in seinem Trio. Die ausladenden Backenwülste lassen den Orang-Utan dominant und anziehend auf die Weibchen wirken. So erlag auch Maja den Reizen von Vendel.

Gleicher Gen-Test wie bei Menschen

Die Frage nach dem Vater interessiert den Zolli in erster Linie wegen dem Erhaltungszuchtprogramm. Dort wird dafür gesorgt, dass sich nur Orang-Utans paaren, die möglichst wenig miteinander verwandt sind. So könne die genetische Variabilität der Affen-Population im Zoo erhalten bleiben. Da alle Gruppen am Gitter körperlich miteinander in Kontakt treten können, wurde es zur Routine, die Jungen einem Vaterschaftstest zu unterziehen.

Mit einem speziellen Wattestäbchen nahmen die Tierpfleger von Padma und den anderen Orang-Utans Speichelproben. Diese wurden dann ins Labor für Forensische Genetik des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Basel geschickt. Analysiert wird der Speichel laut Zoo mit der gleichen Methode wie auch bei Menschen. Da allen Orang-Utans Speichelproben entnommen wurden, konnte der Vater so eindeutig bestimmt werden.


Sind Sie auch ein bisschen verliebt in Padma? Hier gibt es noch mehr von ihr zu sehen. (Video: Zoo Basel)

(mis)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Markus oh am 31.01.2019 12:27 Report Diesen Beitrag melden

    das gibt's...

    Geht zu und her wie bei den Menschen...

    einklappen einklappen
  • Eri am 31.01.2019 12:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jööööh...

    ...so herzig. Bei den Affen heisst es also "Nachbarskind"...bei den Menschen ist es immer noch das "Kuckuckskind"...;-)

    einklappen einklappen
  • RealZH am 31.01.2019 14:00 Report Diesen Beitrag melden

    Sozi-Staat

    Es ist immer der Nachbar! Der steht halt immer zur Verfügung während der Mann arbeitet.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • René am 31.01.2019 21:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auch

    Mach ich doch auch immer so .

  • Peter Müller am 31.01.2019 21:25 Report Diesen Beitrag melden

    Ähnlichkeit

    Die Kleine sieht aus wie Greta Thunfisch ...

  • Biologin am 31.01.2019 20:44 Report Diesen Beitrag melden

    bei diesem suessen Fratz sei es ihr...

    Verziehen! Nun, statt unter dem Hag (gegrast) - in diesem Fall durch den HAG

  • Nick am 31.01.2019 20:35 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Problem

    Solang es nicht der Briefträger war ist ja alles in Ordnung.

  • Maxi Schäfer-Stündchen am 31.01.2019 20:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Überraschung

    Weshalb soll im Zoo durch die Gitterstäbe nicht möglich sein, was in der Besenkammer eines Hotels bei Boris geschehen konnte.