Nein zur Spitalfusion

10. Februar 2019 18:48; Akt: 10.02.2019 19:34 Print

Wie gehts weiter nach Nein zu Spitalfusion?

Nachdem Basel-Stadt die Spitalfusion deutlich abgelehnt hat, ist sie trotz dem Baselbieter Ja vom Tisch. Vor allem das Kantonsspital Baselland steht nun vor Herausforderungen.

Die Gesundheitsdirektoren Lukas Engelberger (Basel-Stadt) und Thomas Weber (Basel-Landschaft) äussern sich zum Nein zur Spitalfusion. (Video: las)
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Die Befürworter sahen in der Fusion des Universitätsspitals Basel mit dem Kantonsspital Baselland eine Chance, das öffentliche Gesundheitswesen gemeinsam in die Zukunft zu führen und die Kosten zu senken. Die Gegner befürchteten, dass bei einem Ja genau dieses Gesundheitswesen einen privaten Charakter bekäme.

Nun ist das Nein zur Spitalfusion eine Tatsache. Der Landkanton hat die Vorlage mit 66,63 Prozent zwar deutlich angenommen. Doch aus dem Stadtkanton kam die Ablehnung: Die Bevölkerung sagte mit 55,95 Prozent nein. Damit die Fusion zur angedachten Universitätsspital Nordwestschweiz AG vollzogen worden wäre, hätten beide Kantone Ja sagen müssen. Die Stimmbeteiligung betrug im Baselbiet 37,58 Prozent, in Basel-Stadt waren es 48,48 Prozent.

Kurios: Zusammengezählt in beiden Basel wollte eine Mehrheit die Spitalfusion. Total stimmten in beiden Basel 58 873 Personen dafür und nur 50 828 dagegen, somit wäre die Vorlage mit 53,67 Prozent angenommen worden, wenn man die Stimmen aus beiden Kantonen zählt.

Skepsis und Unsicherheit

Laut Lukas Engelberger, Gesundheitsdirektor Basel-Stadt, hätten die Argumente der Gegner, darunter ein links-gewerkschaftliches Komitee und die Privatspitäler, am Ende dafür gesorgt, dass die «Skepsis gegenüber dem Projekt am Ende leider überwogen» habe.

Der Baselbieter Gesundheitsdirektor Thomas Weber sieht die Gründe für das Nein unter anderem bei den von der SP unterstützten Gewerkschaftern. Zudem attestiert er den Privatspitälern eine «starke Kampagne», ist aber der Meinung, dass sie auch aus «finanziellen Eigeninteressen» gehandelt hätten. «Das hat offensichtlich Unsicherheit in der Bevölkerung geschürt, vor allem bei den Unentschlossenen, was ich bedauere», so Weber.

Wie geht es nun weiter?

Da die gemeinsame Planung des Gesundheitswesens in beiden Kantonen deutlich angenommen wurde, können Basel-Stadt und Baselland immerhin hier zusammen weiterarbeiten. Im Stadtkanton seht als nächstes die Einführung der für 2021 angedachten Spitallisten auf dem Programm, wie Engelberger am Sonntag vor den Medien sagte. Bei Universitätsspital Basel gebe es «keinen unmittelbaren Strategiewechsel».

Für Weber ist klar, dass es «keine Option ist, den Status Quo aufrecht zu erhalten». Das Kantonsspital Baselland müsse sich nun einer strategischen Neuausrichtung befassen. «Es wird ein herber, steiniger Weg. Wir werden schwierige Entscheidungen umsetzen müssen», so Weber am Sonntag.

Gegner schauen nach vorn

Das Komitee Nein zur Spitalfusion, hinter dem die Privatspitäler stehen, sieht in dem Volksentscheid eine Chance für eine künftig bessere Kooperation zwischen privaten und öffentlichen Gesundheitsinstituten. «Kooperationen sind die bessere Lösung, um zukünftigen Herausforderungen zu begegnen», teilte die Gruppe am Sonntag mit.

«Die Ablehnung der Spitalfusion zeigt, dass die Bevölkerung nicht bereit ist, die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft und die unkollegialen Beteiligungsverhältnisse an einem fusionierten Spital zu akzeptieren», schrieb die SP am Sonntag. Das Nein zur Aktiengesellschaft sei ein Ja zu tragbaren Alternativen.

(las)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Chupachup am 10.02.2019 20:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So sieht es aus

    Sparen am richtigen Ort ist angesagt und nicht im Luxusladen einkaufen und teure Bilder an die Wand klatschen.Der Verwaltungsapparat kann auch reduziert werden.Soll der grösste sein in der CH.

  • 4304 GIEBENACH am 11.02.2019 06:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    selbst geschwächt

    Basel hat das Universitätsspital seiner Stadt mit dieser Abstimmung selbst geschwächt. Schade,es gehört(e) zu den besten in Europa.

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  • 4304 GIEBENACH am 11.02.2019 06:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    selbst geschwächt

    Basel hat das Universitätsspital seiner Stadt mit dieser Abstimmung selbst geschwächt. Schade,es gehört(e) zu den besten in Europa.

  • Chupachup am 10.02.2019 20:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So sieht es aus

    Sparen am richtigen Ort ist angesagt und nicht im Luxusladen einkaufen und teure Bilder an die Wand klatschen.Der Verwaltungsapparat kann auch reduziert werden.Soll der grösste sein in der CH.