Liestal BL

07. August 2016 12:54; Akt: 07.08.2016 14:58 Print

Zwei Polizisten mit Laserpointer verletzt

Zwei Beamte der Baselbieter Polizei wurden während einer Dienstfahrt in Liestal von einem Laserpointer geblendet und mussten ins Spital gebracht werden.

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Während einer Dienstfahrt in der Fraumattstrasse in Liestal wurden in der Nacht auf Sonntag zwei Polizisten von einem Laserpointer geblendet. (Bild: Google Streetview)

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In der Nacht auf Sonntag wurde eine Patrouille der Polizei Basel-Landschaft während der Fahrt in der Fraumattstrasse in Liestal mit einem Laserpointer geblendet. Der Vorfall ereignete sich etwa auf der Höhe der Liegenschaft Nummer 35, das Patrouillenfahrzeug war in Fahrtrichtung Liestal-Zentrum unterwegs. Die beiden Polizisten im Fahrzeug wurden jeweils im Augenbereich durch den Laserstrahl erfasst und mussten sich anschliessend mit Augenreizungen ins Spital begeben.

Laut Mediensprecher Meinrad Stöcklin kommen solche Vorfälle im Landkanton eher selten vor. Dennoch sei der Gebrauch von Laserpointern sehr gefährlich. «Der Besitz von Lasern ist in der Schweiz verboten», so Stöcklin. Ob der Angriff auf die beiden Beamten zufällig oder geplant war, ist noch unklar.

Brillen als Schutzmassnahme

Die Strahlung der Laserpointer ist für die Augen sehr gefährlich und kann Netzhautverletzungen verursachen, die das Sehvermögen beeinträchtigen oder sogar zur Erblindung führen können. Mit speziellen Schutzbrillen schützen sich Beamte vor den gefährlichen Strahlen, diese können jedoch nur am Tag getragen werden. «In der Nacht sind die Brillen nicht brauchbar», erklärt Stöcklin.

Die Polizei sucht Zeugen sowie allfällige weitere Betroffene. Eine Fahndung nach der Täterschaft verlief bis zur Stunde ohne Erfolg, weitere Abklärungen sind im Gang. Die Polizei appelliert mit Nachdruck daran, solchen Unsinn zu unterlassen, und erstattete Anzeige gegen Unbekannt.

Grosses Sicherheitsproblem

Neben der Gefahr für die Gesundheit stellen Laserpointer für Berufsgruppen wie Polizisten, Piloten oder auch Lokführer ein grosses Sicherheitsproblem dar. Im Kanton Basel-Stadt sind Laserpointer ein altbekanntes Problem und führen immer wieder zu Unfällen. Im vergangenen Jahr wurde etwa eine BLT-Tramführerin von einem Laser geblendet.

Die Frau wurde zum Glück nur leicht verletzt und konnte ihre Tätigkeit einige Tage später wieder aufnehmen. BLT-Direktor Andreas Büttiker sagte damals auf Anfrage von 20 Minuten, dass durch solche Angriffe nicht nur die Gesundheit der Wagenführer aufs Spiel gesetzt werde, sondern auch die übrigen Verkehrsteilnehmer in erhebliche Gefahr gebracht würden.

Ständerat für Verbot von Lasern

Auch in Zürich kommt es seit einiger Zeit vermehrt zu Laser-Angriffe auf Polizisten und andere Beamten. Hier haben die städtischen Verkehrsbetriebe (VBZ) mit einer Kampagne auf die massiv gestiegene Zahl solcher Attacken reagiert. Auch die Politik reagiert auf die Problematik. Ein Gesetz soll den Laser-Missbrauch verhindern. Hierbei handelt es sich um ein Rahmengesetz, das bestehende Regelungen ergänzen soll. Mitte Juni wurde es vom Ständerat angenommen.

Im Fokus stehen starke Laserpointer: Diese dürfen in der Schweiz nicht mehr verkauft werden. Auch der Besitz soll in Zukunft verboten werden.

(fh)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Punisher am 07.08.2016 17:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So eine Sauerei

    Der Täter gehört eingesperrt. Vorsätzliche schwere Körperverletzung.

  • Rocco Grecuccio am 08.08.2016 01:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lasern sind nicht verboten..

    Das gilt bis Laser der Klasse 3R. Die Leistung dieser Laser beträgt maximal 5mW. Alles was drüber ist, ist in der Schweiz nicht erlaubt.

  • ThreeSevens am 07.08.2016 19:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verbote bestrafen die falschen

    Ein generelles Verbot von starken Lasern trifft die falschen, solange es nicht sehr präzise formuliert wird. So sarf es zum Beispiel nur auf tragbare Modelle gelten und bei begründetem Bedarf muss es Ausnahmen geben. Lasergravierer bespielsweise sollen auch dem Hobbynutzer zugänglich bleiben!

Die neusten Leser-Kommentare

  • b. glaser am 08.08.2016 12:27 Report Diesen Beitrag melden

    Arme Polizisten

    Wozu neue Gesetze, sie sind ja verboten, aber was macht der Staat denn bis heute dagegen ?

  • Rocco Grecuccio am 08.08.2016 01:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lasern sind nicht verboten..

    Das gilt bis Laser der Klasse 3R. Die Leistung dieser Laser beträgt maximal 5mW. Alles was drüber ist, ist in der Schweiz nicht erlaubt.

  • Joey25 am 07.08.2016 22:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    In der Nacht sind sie unbrauchbar...

    Und wann bitte besteht das grösste Risiko? Nachts natürlich.... Ich frage mich wieso man sich Tagbrillen anschafft aber keine für die Nacht.... Egal. Muss es wohl nicht verstehen.

    • ThreeSevens am 08.08.2016 11:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Joey25

      Das ist simple Physik. Laserschutzbrillen filtern einen Teil des Lichts heraus. In der Nacht hat es eh schon wenig Licht und wenn man noch einen Teil heraus nimmt, sieht man zu wenig. Sie tragen ja auch keine Sonnenbrille in der Nacht nehme ich an. Der Effekt wäre der selbe.

    einklappen einklappen
  • ThreeSevens am 07.08.2016 19:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verbote bestrafen die falschen

    Ein generelles Verbot von starken Lasern trifft die falschen, solange es nicht sehr präzise formuliert wird. So sarf es zum Beispiel nur auf tragbare Modelle gelten und bei begründetem Bedarf muss es Ausnahmen geben. Lasergravierer bespielsweise sollen auch dem Hobbynutzer zugänglich bleiben!

  • Punisher am 07.08.2016 17:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So eine Sauerei

    Der Täter gehört eingesperrt. Vorsätzliche schwere Körperverletzung.