Angriff auf Muslimin

02. Juni 2010 17:00; Akt: 02.06.2010 22:02 Print

Zweifel an rassistischer Motivation

von Ronny Nicolussi - Ob der Angriff auf eine Muslimin in Basel rassistisch motiviert war, ist immer fraglicher. Auch die Polizei ermittelt noch in eine andere Richtung.

storybild

Was geschah hier wirklich? Barfüsserplatz in Basel (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Er sorgte für mediales Aufsehen, der Zwischenfall auf dem Barfüsserplatz vom vergangenen Mittwochnachmittag. Eine 29-jährige Muslimin sei wegen ihrer Kleidung angegriffen worden, meldete damals die Basler Muslim Kommission. Demnach habe eine Frau mittleren Alters der verschleierten Türkin einen Faustschlag ins Genick versetzt und sie in der Folge rassistisch beschimpft. Der Vorfall wurde als Beleg für eine «zunehmende Islamophobie», also einer Angst vor dem Islam, in der Gesellschaft dargestellt.

Nichts von einer Islamophobie in der Schweiz wissen will hingegen der Basler SP-Grossrat Mustafa Atici. Er geht davon aus, dass sich seit der Annahme der Anti-Minarett-Initiative eher die Sensibilität in gewissen muslimischen Kreisen verändert habe. «Besonders Einwanderer der ersten Generation fühlten sich nach der Abstimmung unerwünscht und nehmen heute vieles durch eine verzerrte Perspektive wahr», sagt Atici.

Die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt bestätigte zwar gestern, dass sie nach einer Anzeige der 29-Jährigen ein Verfahren gegen unbekannt wegen Tätlichkeit und Rassendiskriminierung eingeleitet habe. Und weiter: Aufgrund des Tatvorgehens müsse angenommen werden, dass die Tätlichkeit und die Beschimpfung wegen der sichtbaren Religionszugehörigkeit des Opfers erfolgt sei.

Geistig verwirrte Frau

Zeugen des Vorfalls hatten sich zunächst bei der Polizei jedoch keine gemeldet, obschon sich der Angriff auf dem Basler Barfüsserplatz vor Hunderten Menschen zugetragen haben soll. Markus Melzl, Kriminalkommissär und Sprecher der Staatsanwaltschaft räumte zudem auf Anfrage von 20 Minuten Online ein, dass der Tat möglicherweise keine rassistische Motivation zugrunde lag: «Es gibt in Basel eine ältere, geistig verwirrte Frau, die Menschen aus dem Nichts heraus auf den Rücken schlägt und sie anschliessend beschimpft. Wir prüfen derzeit, ob es sich bei der mutmasslichen Täterin um diese Person handelt.»

Keine Kenntnis hatte Melzl vorerst darüber, dass es sich beim mutmasslichen Opfer um die Schwiegertochter des Präsidenten der Basler Muslimkommission, Cem Karatekin, gehandelt haben soll, wie der «Tages-Anzeiger» berichtete. Cem Karatekin war auch der Verfasser der Medienmitteilung vom vergangenen Mittwoch. Die Zeitung legte den Schluss nahe, dass Karatekin aufgrund eines Einzelfalls von einer zunehmenden Islamophobie schloss. Dies entspräche auch den Erfahrungen der Staatsanwaltschaft. Laut Melzl war der Vorfall vom vergangenen Mittwoch der erste dieser Art, der im Kanton Basel-Stadt zur Anzeige gebracht wurde. Cem Karatekin war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Cindy C. am 02.06.2010 20:09 Report Diesen Beitrag melden

    Natüüürlich.. macht das Opfer zum Täter!

    Genau, man erfindet einfach mal, dass man am Barfüsserplatz anegegriffen wurde. Ich glaube die Muslimin hat genug Verstand um so was nicht zu erfinden und wenn man doch so was erfinden sollte, dann sicher nicht mit der Behauptung es sei am Barfüsserplatz passiert, sondern irgendwo in einer dunklen Gasse in der kein anderer Mensch zu der Zeit war. Aber natürlich kommt die neue Version, in der das Opfer der Täter ist (übrigens wäre das nicht Betrug, sondern Irreführung der Rechtspflege), gewissen Leuten einfach nur Recht. Man kann sich ja alles so drehen, wie es einem passt!

    einklappen einklappen
  • Jochen Meister am 02.06.2010 18:21 Report Diesen Beitrag melden

    20 Minuten

    Können Sie nicht einfach mal die Kommentare abschalten bei solchen Artikeln. Sie sehen doch, die Leute klagen schon wieder gegen alle Seiten an, ohne das je ein Richter ein Urteil gesprochen hat. Wann sind denn das für lausige Umgangsformen liebe User. Schämt euch.

  • H. Euler am 02.06.2010 18:20 Report Diesen Beitrag melden

    Opfer und Täter

    Die Herren K. schüren Fremdenhass. Ist das nicht verboten? Wer zeigt diese Leute an? Das lassen wir uns nicht gefallen, dass in der Schweiz so gelogen und getürkt wird zum Schaden der Einheimischen. Und jetzt hätte ich gerne ein Statement von Elisa S. und Konsorten. Wetten, dass jetzt mangels Argumenten Schweigen herrscht. Kessler hat seine linken Angreifer auch nicht angezeigt. Fataler Versuch der Vertuschung.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • RS am 07.06.2010 09:38 Report Diesen Beitrag melden

    Viel Geschrei für nichts?

    Mir kommen da schon langsam Zweifel ob man die heutige Medienpolitik noch wirklich ernst nehmen kann. - Paula O. Wird von den Medien als Opfer hochgejubelt. Was sich aber komplet anders herausstellt. - Jörg Kachelmann Auch hier wird voreilig nach "Vergewaltigung" geschriehen. Was je länger je mehr einer Luftblase zu zerplatzen droht. Rufmord vom feinsten. - Muslimin "die Rasistische Schweiz" Stellt sich auch eher heraus, dass dieser Aufruf in eienr PR-Aktion endet. Unterm Strich... viel Geschrei für nichts und nochmal nichts.

  • Claudia am 05.06.2010 22:39 Report Diesen Beitrag melden

    Hab es eh nicht geglaubt.

    Ich muss gestehen, dass ich die Geschichte von Anfang an nicht geglaubt habe. War einfach so ein Bauchgefühl. Ein solcher Angriff würde man auf dem Barfi bemerken. Da steht man ja nicht mal nachts alleine rum.

  • Jolanda am 05.06.2010 14:06 Report Diesen Beitrag melden

    Kopfschüttel

    In der Türkei werden Christen (Bischof)kein einzel fall,umgebracht die Kehle durchgeschnitten,was wäre hier los wennn einem Iman so etwas passiert wäre.Wenn man wegen solch einer Labalie,ja im vergleich was in der Türkei,die Christen alles erleben müssen, ist es eine labalie,da kann ich nur noch den Kopf schütteln!

  • Laura am 05.06.2010 05:44 Report Diesen Beitrag melden

    Es wird immer interessanter:

    1. Aha, jetzt heisst es, "es könnte eine geistig verwirrte Frau" gewesen sein. 2. Keine Zeugen. 3. Die Anzeige wurde von der Basler Muslimkommission 4. Der Präsident, Cem Karatekin war für eine Stellungnahme NICHT erreichbar. 5: Ebenfalls das angebliche Opfer. 6. Ein Spanier war zugegen um die bsagte Zeit, aber nichts gesehen. 7.Die Beschreibung der angeblichen Täterin zu genau und 7. Peter Müller ( kommen da 2 widerspr.Texte im Forum), der die Täterin "kennt" u. der er "glaubt". ????!!!

    • Peter Müller am 05.06.2010 23:33 Report Diesen Beitrag melden

      haha

      Du solltest eine Verschwörungstheoretikerin werden. Würdest sicher Karriere machen :-)

    einklappen einklappen
  • RS am 04.06.2010 11:03 Report Diesen Beitrag melden

    Politmache

    schon fragwürdig, wie das passierte jetzt wider versucht wird, als Politik für links oder rechts auszunützen. Rassistisch, ja sogar Antisemitistisch, Gealttätig, Intolerant,... und als was die Schweizer Gesellschaft hier noch so bezeichnet wird. Und für was? Für etwas, was sich noch nicht mal bestätigt hat, dass es auch so statt gefunden hat. Es gibt Leute die sollten sich einfach mal einwenig zurück halten mit voreiligen Verurteilungen. Erst denken... dann Sprechen.