Gift und Rasierklingen

03. Oktober 2019 10:38; Akt: 03.10.2019 13:30 Print

Tötete Besitzerin ihre drei Hunde selber?

Drei Hunde verstarben, nachdem sie Gift und Rasierklingen verschluckt hatten. Der Verdacht der Behörden: Besitzerin D. M.* hat ihre Tiere selber vergiftet.

So schilderte Hundehalterin Daniela M. (25) das Drama im Februar 2018. (Video: ct)
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«Nicht einer hat überlebt, sie sind alle tot», sagte D. M.* vor eineinhalb Jahren weinend in die Kamera von 20 Minuten. Die drei Hunde der Emmentalerin verstarben im Februar 2018. Die Tiere hatten Rasierklingen und Gift im Magen, mussten notoperiert werden – doch die Mühe der Tierärzte war vergebens. Die drei Hunde erlagen ihren inneren Verletzungen.«Ich weiss nicht, wer so etwas tut», sagte die junge Frau damals gegenüber 20 Minuten weiter.

Dann wurde das Ganze eine Sache für die Justiz: Die Staatsanwaltschaft untersuchte den Fall – und beschuldigt heute die Hundebesitzerin selber.

Die Staatsanwaltschaft will vorerst keine genauen Details preisgeben, gemäss Tele M1 wurde aber angeblich im Zuhause von M. ein entsprechendes Gift gefunden. «Wer ein Haus mit Garten hat, hat schnell einmal ein Gift zuhause», verteidigt Partner Nicola Duss seine Freundin. Spuren, die zu den Tätern hätten führen können, seien von den Ermittlern jedoch nicht genügend verfolgt worden.

Tötete Besitzerin ihre drei Hunde selber?

Vorwurf: Hunde getötet und Menschen betrogen

Während die Bernerin angibt, selber keine Kraft zu haben, um gegen die Vorwürfe der Behörden Stellung zu nehmen, sagt Lebenspartner Duss gegenüber Tele M1. «Sie versteht die Welt nicht mehr. Man sucht einen Täter und wird selber angeklagt.» Es sei unbegreiflich.

5000 Franken hat die Notoperation der drei Hunde gekostet. Die mutmassliche Täterin sammelte nach dem gescheiterten Rettungsversuch ihrer Hunde Geld. Dieses wollte sie für Menschen in ähnlichen Situationen ausgeben.

Die Behörden werfen ihr darum auch Betrug vor. «Das ist absoluter Unsinn. Jeder Franken ist noch da, es wurde noch nichts ausgegeben», so M.s Partner. Man hätte ohnehin vorgehabt, das Geld dem Tierheim zu spenden.

Das Drama aus Rohrbach BE sorgte 2018 Für Schlagzeilen. Die Tierklinik, in der die Hunde notoperiert wurden, machte den Fall auf Facebook publik, um andere Hundebesitzer vor möglichen Giftködern in der Region zu warnen. Gegenüber verschiedenen Medien führte D. M. die tragische Gesichte aus, so auch gegenüber 20 Minuten. «Es ist einfach so brutal, alle drei sind weg», sagte die damals 25-Jährige. «Sie waren meine Familie, ich vermisse sie so.»

*Name der Redaktion bekannt

(cho)