«Aussergewöhnlicher Todesfall»

06. November 2019 17:29; Akt: 07.11.2019 01:16 Print

«Sie reiste am Samstag an – am Mittwoch war sie tot»

Bei einem Spaziergang mit einem Mann stürzte eine 38-jährige Frau in Kalpetran VS in den Tod. Wie konnte das passieren? Im Dorf herrscht ein ungutes Gefühl.

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Im Walliser Dorf Kalpetran steht ein fremdes Auto mit Waadtländer Kennzeichen – am vergangenen Mittwoch wurde der Wagen vor einer Pension abgestellt. Seither ist der Lenker nicht wieder zurückgekehrt. Der Grund: Der Besitzer ist in den «aussergewöhnlichen Todesfall» verwickelt, der sich am Abend des 30. Oktobers ganz in der Nähe ereignet hat.

Am Mittwoch gegen 21 Uhr meldete sich nämlich ein 48-jähriger Mann bei der Walliser Notrufzentrale: Seine Begleiterin sei bei der alten Brücke in das Tobel der Mattervispe gestürzt und liege nun reglos unten im Bachbett. Die sofort ausgerückten Einsatzkräfte konnten nur noch den Tod der 38-jährigen Französin feststellen.

Die Staatsanwaltschaft hat in der Zwischenzeit die Ermittlungen aufgenommen. Denn: «Auf den ersten Blick ist nicht klar, wie die Person hier genau ums Leben gekommen ist», heisst es vonseiten der Polizei. Deshalb spreche man auch von einem «aussergewöhnlichen Todesfall».

Wurde der Mann abgeführt?

Wie lokale Zeitungen berichten, sollen Augenzeugen aus dem Dorf gesehen haben, wie die Kantonspolizei Wallis mit einem Grossaufgebot am Ort des Geschehens erschienen sei. Der 48-jährige Begleiter der Frau soll sogar von der Polizei verhaftet worden sein. Der zuständige Staatsanwalt will dazu nichts sagen. Er lässt 20 Minuten ausrichten, dass er derzeit zum Vorfall keine Stellung nehmen wolle.

So weiss auch der Gemeindepräsident alles nur aus den Medien. «Da uns keine Informationen vorliegen, können wir die Bevölkerung auch nicht informieren», sagt Gemeindepräsident Stefan Lorenz. In Kalpetran ist die Stimmung gedrückt – war es ein Unfall oder gar ein Verbrechen?

«Niemand im Dorf kannte die zwei»

Eine Dorfbewohnerin will wissen, dass die verstorbene Frau mit ihrem Begleiter in Kalpetran Ferien machte. «Das Paar reiste am Samstag gemeinsam im Dorf an, am Mittwoch war die Frau tot», sagt die Einheimische. Sie habe die beiden, bei denen es sich wohl um ein Liebespaar handelte, gemeinsam beim Spazieren gesehen. «Niemand im Dorf kannte die zwei, sie waren nicht von hier», so die Anwohnerin.

«Wir sind alle sehr betroffen von dem, was letzte Woche hier geschehen ist», sagt eine andere Anwohnerin. Es sei das erste Mal, dass sich im idyllischen Walliser Dorf eine solche Tragödie abspielen würde. «Wir alle finden es sehr seltsam, was vorgefallen ist», betont die Walliserin, «auch, dass das Auto der beiden noch hier ist.»

(km/miw)