Atomdebatte

29. April 2011 10:53; Akt: 29.04.2011 13:16 Print

«Bis zur AKW-Abschaltung campieren»

Die Berner Protest-Campierer wollen weiter vor dem Hauptsitz des Atomkraftwerk-Betreibers BKW bleiben. Der zivile Ungehorsam sei bis zur Abschaltung des AKW Mühleberg nötig.

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Die AKW-Gegner vor dem Sitz der BKW in Bern wollen ihren Protest noch nicht abbrechen. (Bild: Keystone)

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Die AKW-Gegner vor dem Sitz des Energiekonzerns BKW in Bern wollen ihr Zeltlager vorderhand nicht abbrechen. Das haben sie an einer Vollversammlung entschieden, wie sie am Freitag vor den Medien erklärten.

Die Stadtregierung hatte die Campierer am Mittwoch aufgefordert, ihr illegales Zeltlager auf öffentlichem Grund in den nächsten Tagen zu räumen. Zugleich signalisierten die Behörden die Bereitschaft, eine Mahnwache ohne befestigte Infrastruktur zu bewilligen.

«Eine Mahnwache muss aus Menschen bestehen», erklärte ein Aktivist an der Medienorientierung im Zeltlager. Über die genaue Ausgestaltung wolle man mit der Stadt verhandeln. «Auf jeden Fall bleiben wir vor Ort, bis der Schrottreaktor Mühleberg abgestellt ist.»

Eine lebendige Demokratie brauche Raum für gewaltfreien zivilen Ungehorsam, betonte ein weiterer Aktivist. Der Gemeinderat solle deshalb den friedlichen Protest weiterhin tolerieren.

Dialog soll fortgesetzt werden

Sicherheitsdirektor Reto Nause will den Dialog mit den AKW-Gegnern fortsetzen, wie er auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte. Eine Mahnwache in Form eines Zeltlagers komme aber nicht in Frage, das sei Etikettenschwindel. Die Sache müsse im Vordergrund stehen, dafür brauche es weder ein Zeltlager noch ein «permanentes Happening».

Nause betonte, er hoffe nach wie vor auf eine friedliche Lösung. Wenn die Campierer jetzt auf Zeit spielten, sollten sie sich bewusst sein, dass das Verständnis der Bevölkerung für die Aktion zusehends schrumpfen könnte.

Die Campierer ihrerseits planen eine Ausweitung ihres Protests gegen die Atomkraft. So wollen sie im Mai an jedem Donnerstagabend gegen AKWs protestieren. Zudem sei eine Pfingst-Kundgebung in Mühleberg in Vorbereitung.

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Michael Meier am 29.04.2011 12:33 Report Diesen Beitrag melden

    Wildes Campieren wieder erlaubt?

    Campieren auf öffentlichem Boden ist neu in der Schweiz erlaubt? Toll, dann werde ich in Zukunft auch nicht mehr auf den Campingplätzen campieren sondern "Wild". Am besten schalten wir jedem AKW gegener den Strom ab. So benötigt es auch keine neuen!

  • Daniel am 29.04.2011 12:50 Report Diesen Beitrag melden

    Mahnwache ist wichtig

    Es ist sehr wichtig, dass gegen AKW's weiter demonstriert wird. Zeltlager finde ich übertrieben, eine Mahnwache genügt. Aber steter Tropfen höhlt den Stein. Die AKW-Manager konnten in den letzten 40 Jahren nicht freiwillig zum Umdenken bewegt werden. Deshalb ist Zwang anzuwenden. AKW's innert 10 Jahren abschalten, keine neuen AKW's mehr.

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  • Ludmilla am 29.04.2011 14:23 Report Diesen Beitrag melden

    Lustige Vorderungen

    Ja, sofort alle AKWs abstellen. Den Müll verbuddeln wir dann einen Kilometer unter der Berner Allmend. Die Baugrube im Wankdorf besthet ja schon. Ich gehe davon aus, dass Grüne und Linke für diese pragmatische Lösung hier Hand bieten werden. Irgendwie müssen wir ja auch ihren Anteil Atommüll entsorgen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Heinz am 15.05.2011 08:37 Report Diesen Beitrag melden

    Campierer

    Vorsicht liebe Leser/innen;Ihr solltet schon längst gemerkt haben ,das diese Campierer alle mit PC und W-Lan ausgerüstet sind.Das heisst die meisten Fragen und Kommentare kommen von ihnen! Das macht doch Spass oder?

  • Rudolf Burgener. am 02.05.2011 18:03 Report Diesen Beitrag melden

    Mahnwache an Stelle Camp

    Jetzt heisste Mahnwache an Stelle Camp. Das ist die Taktik der Anti-AKW-Camper. Der CVP-Politiker und Sicherheitsdirektor R. Nause gibt immer schön nach. Indirekt werden meine Steuergelder verschwendet, für unnötige "Dialogs". Herr Nause, eines sage ich ihnen schon bereits, es wird mit ihnen gleich gehen wie mit ihrem Vorgänger St. Hügli. Spätestens bei den Kommunalwahlen. Also Tschüss Herr Nause!!

  • Thomas am 02.05.2011 15:01 Report Diesen Beitrag melden

    Kernfusion

    Ich bin für die friedliche Nutzung von Atomkraft, insbesondere das Prinzip der Kernfusion. Der technische Fortschritt wird auch diese Technologie mehrheitsfähig machen. Sie ist allen anderen Formen der Energiegewinnung haushoch überlegen! Für die Unwissenden Campierer habe ich Verständnis - ihr Tun und Handeln ist jedoch nicht von grosser

    • Rudolf Burgener am 02.05.2011 17:54 Report Diesen Beitrag melden

      Sichere Zukunft Kernfusion!

      Endlich eine weitere Person, die die Techik Kernfusion anspricht. Wann kommt das den PolitiekrInnen endlich in den Sinn, dies zu fördern. Mal kann solches kleiner und eher unterirdisch gebaut werden, wirken effektiver als konvenzionelle KKW's!

    • Anonymous am 03.05.2011 00:12 Report Diesen Beitrag melden

      Wann ist sie denn effizient nutzbar?

      Das Problem an der Kernfusion ist, dass man sie noch nicht nutzen kann. Es wird schon seit sehr vielen Jahren daran geforscht und sie ist noch immer nicht nutzbar. Und wann wird sie kommen? Schätzungsweise in 30-50 Jahren, wenn überhaupt.

    • Patrick Dreier am 28.12.2011 16:01 Report Diesen Beitrag melden

      richtige Wege

      AKW Reduzierung oder der kompletter Atomausstieg sind die Wege. Auf blose Atomenergie zu setzen ist der falsche Weg.

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  • Gerhard Vischer am 01.05.2011 21:30 Report Diesen Beitrag melden

    Atomkraft ja gerne!

    Atomkraft ja gerne! Die Amerikaner, Franzosen, Chinesen, Inder, sogar die Finnen und andere bauen fleissig AKW's, denn sie alle wissen, die Menschheit braucht Energie und kurzfristig bietet sich keine Alternative zum Atomstrom. Die Schweizer und Deutschen Ökomarxisten missbrauchen das Unglück von Fukushima lediglich für ihre versteckte Agenda, nämlich die Errichtung einer Ökodikatur! Keine Stimmen für Grüne und Linke! Mühleberg soll weiterlaufen, lasst Euch nicht von den Ökomarxisten belügen und erpressen!

    • danni am 02.05.2011 10:32 Report Diesen Beitrag melden

      Schwarz -weisse Welt

      Ich bin aber kein Grüner oder Linker und trotzdem gegen neue AKW,s. Und nur weil ich mir gedanken über unsere Zukunft und Umwelt mache auch kein ökomarxist.Fragt sich nur wer hier in einer Extremen Welt lebt!

    • Michael Brunner am 02.05.2011 20:16 Report Diesen Beitrag melden

      Wer nichts lernen will...

      Mal sehen ob Sie das auch noch sagen, wenn Ihnen die ganze Sache um die Ohren fliegt. Aber eben es ist einfacher den Kopf in den Sand zu stecken und so weiter zu machen wie bisher...

    • Fridu am 03.05.2011 16:54 Report Diesen Beitrag melden

      Toll

      Viel Spass, wenn Bern plötzlich zur Geisterstadt wird, weil es einen Super-Gau in Mühleberg gegeben hat! Sie scheinen die Bilder in Fukushima nicht gesehen zu haben. Es ist erschreckend, was durch solch einen Unfall angerichtet wird. Riesige Gebiete verstrahlt, menschenleer, einfach schaudrig!

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  • mic mac am 01.05.2011 20:42 Report Diesen Beitrag melden

    ungeeignet

    macht weiter so! die anti akw bewegung wird immer mehr anschwellen wie in den 70er/80er jahren ,weil immer mehr menschen begreifen , das diese energieform für den mensch , die tiere und die ganze umwelt ungeeignet ist .

    • Andreas am 02.05.2011 14:56 Report Diesen Beitrag melden

      Postkutsche

      Ob sich am Schluss eine Mehrheit gegen Kernkraftwerke findet, ist fraglich. Selbst Unfälle werden die Kernkraft nicht stoppen, schon gar nicht weltweit. Solches gehört schlicht und einfach zu den existierenden Risiken. Wie Eisenbahnunglücke in Indien z.B. Niemand kommt auf die glorreiche Idee, deswegen gleich die SBB abzustelllen und die Postkutsche wieder einzuführen.

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