«BE 420»

22. Januar 2020 17:12; Akt: 22.01.2020 17:24 Print

«Das Schild war wirklich in einem Kiffer-Rümli»

Die Kontrollschilder von Fidan Imeri mit der Nummer «BE 420» wurden gestohlen. Über 20 Minuten rief er die Diebe auf, sie zurückzugeben. Nun hat er sie wieder.

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«Drei Stunden nach dem der 20- Minuten-Artikel online war, habe ich eine E-Mail vom Dieb erhalten», erzählt Fidan Imeri. Dem 31-Jährigen aus Kirchberg BE waren die Schilder «BE 420» gestohlen worden, die er für 11'000 Franken gekauft hatte.

Weil das Kennzeichen nach einem Diebstahl polizeilich ausgeschrieben wird, hätte Imeri 15 Jahre auf sein Numero verzichten müssen. Über 20 Minuten rief er die Diebe dazu auf, ihm das Schild zurückzugeben und bot 1000 Franken Finderlohn.

«Der Dieb tat so, als wäre er der Finder des Schildes. Er wollte den Finderlohn kassieren», erzählt Imeri. Kurze Zeit später habe er jedoch einen Hinweis erhalten, wonach der angebliche Finder in der Tat der Dieb sei. Der Hinweisgeber habe seine Aussage zweifelsfrei belegen können. Denn: Der Dieb hatte seinen Coup auf Social Media ausgiebig gefeiert.

Der Plan des Diebes ging in die Hose

Den Finderlohn von 1000 Franken will Imeri nun dem Hinweisgeber auszahlen. Der Dieb, der laut Imeri zwischen 16 und 18 Jahre alt sein muss, ging offenbar bauernschlau vor: «Ein Nummernschild gab er an einem SBB-Schalter ab. Mit dem anderen meldete er sich bei mir und gab sich als Finder aus», sagt Imeri. Sein Verdacht, dass ein Kiffer die Schilder gestohlen hatte, habe sich bestätigt. Imeri: «Das Schild war tatsächlich in einem Kifferrümli.»

Der Plan des Diebes ging gehörig in die Hosen: Die Schilder wird er nicht mehr aufhängen können, den Finderlohn geht an eine andere Person und ihm droht nun ein Strafverfahren. Eigentlich wollte Imeri von einer Anzeige absehen, doch die Polizei wird ihrerseits Ermittlungen aufnehmen. «Diebstahl ist ein Offizialdelikt und muss von Amtes wegen verfolgt werden», bestätigt Rolf Steinegger von Steinegger Rechtsanwälte. Der Fürsprecher kann jedoch nicht einschätzen, ob das Beweismaterial auch ausreicht. «Wenn es nicht als Beweismittel zugelassen wird, wird das Strafverfahren wohl eingestellt», sagt Steinegger zum Fall.

Sicherheitsbedenken

Imeri wollte dem Dieb keine Probleme bereiten: «Er tut mir ein wenig leid, er wollte nur cool sein. Ich bin ihm jedenfalls nicht böse», sagt er. Trotzdem will der Unternehmer nun besser auf seine Kennzeichen aufpassen: «Ich werde mein Auto in Zukunft nur noch in der Garage parken», sagt Imeri. Zudem werde er die Kennzeichen festschrauben. «Ich will auf keinen Fall, dass das Numero noch einmal wegkommt», sagt der 31-Jährige.

(rc)