Zoff wegen Skilager-Kosten

06. Februar 2020 04:57; Akt: 06.02.2020 12:33 Print

«Das ist wohl die teuerste Suppe im Alpenraum»

Die Schule Schmitten FR stelle den Eltern zu hohe Verpflegungskosten für die Skitage in Rechnung, kritisiert ein Vater. Der Gemeinderat verteidigt seine Praxis.

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Nächste Woche führt die Primarschule Schmitten FR ihre traditionellen Schneesporttage durch: Von Mittwoch bis Freitag können sich die Kinder auf ihren Skiern und Snowboards austoben.

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Übernachtungskosten fallen keine an: Die Schüler werden am Morgen jeweils mit dem Car ins Skigebiet Schwarzsee und abends wieder nach Hause gefahren.

Auch beim Mittagessen auf der Riggisalphütte spart die Schule Geld: Am Mittwoch und Donnerstag sollen die Kinder ein Picknick mitnehmen, wie dem Brief an die Eltern zu entnehmen ist. Offeriert werden lediglich Suppe und Tee. Suppenschalen und Becher müssen ebenfalls von zu Hause mitgebracht werden.

Tagessuppe in Beiz wäre günstiger

Für die Verpflegung während den drei Tagen stellt die Gemeinde den Eltern 48 Franken in Rechnung. Damit sind nicht alle einverstanden: 16 Franken pro Tag empfinde er angesichts der Verpflegungsleistungen als «Dreistheit», sagt ein Vater, der sich bei 20 Minuten gemeldet hat und anonym bleiben möchte: «Die Kinder schlürfen wohl die teuerste Suppe im ganzen Alpenraum.» Er verweist auf das Bärghuus Riggisalp, das nur wenige Meter von der Alphütte entfernt liegt: Dort kostet die Tagessuppe im Vergleich 7.50 Franken.

Das Bundesgericht entschied im Dezember 2017, dass auch ergänzende schulische Angebote wie zum Beispiel Klassenlager und Exkursionen dem Grundsatz der Unentgeltlichkeit unterliegen. Seither dürfen die Gemeinden den Eltern maximal 10 bis 16 Franken pro Tag und Kind für die Verpflegung in Rechnung stellen. Die Schule Schmitten schöpft diesen Kostenrahmen also voll aus.

«Man müsste Suppe vor Ort testen»

Gemeinderat Markus Julmy, zuständig für das Ressort Bildung, verteidigt die Praxis der Schule. Er verweist auf das im November 2019 verabschiedete Schulreglement, in dem die 16 Franken für die Verpflegung klar festgehalten seien. Der Gemeinderat habe sich «anlässlich einer ordentlichen Sitzung darauf geeinigt». Es sei jedoch nicht so, dass man sich bewusst für den Höchstbeitrag entschieden habe.

Weiter betont Julmy, dass mit den insgesamt 48 Franken keine sonstigen Aktivitäten der Schneesporttage quersubventioniert würden. Für letztere komme die Gemeinde vollumfänglich auf. Umliegende Gemeinden würden im Übrigen ebenso viel für die Verpflegung verrechnen.

Die Kostenbeteiligung der Schmittener Eltern hält Julmy, der für die CVP im Freiburger Grossrat sitzt, für fair – insbesondere wenn man sie mit den Preisen in vielen Bergrestaurants vergleiche: «Mit einer Gulaschsuppe und einem Getränk ist man schnell bei 16 Franken und mehr.» Abgesehen davon sei nicht bekannt, was für eine Suppe den Kindern serviert werde. «Um ihren quantitativen und qualitativen Wert beurteilen zu können, müsste man sie vor Ort begutachten und testen», so Julmy.

Was auch immer am Mittwoch und Donnerstag für Suppen aufgetischt werden, am meisten dürften sich die Kinder ohnehin aufs Zmittag am Freitag freuen. Dann gibt's nämlich Spaghetti.

(sul)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Thomas W. am 06.02.2020 05:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wichtiger Beitrag

    Dieser Beitrag wird die Welt verändern. Bitte Problem direkt mit Schule lösen und nicht Leser damit belästigen

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  • Tinu am 06.02.2020 05:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schräge Schule

    Das Problem wären ja nicht 16.- für ein komplettes Mittagessen. Der gute Mann nervt sich, dass es dafür lediglich eine Suppe gibt. Mann muss ja, so steht es, 16.- plus Picknick mitgeben. Das würde ich auch nicht akzeptieren.

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  • Sonja am 06.02.2020 05:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sogar Kinder werden schon beschiessen

    Na für 16 Fr .würde ich dort auch gern Suppe kochen.Es ist schon eine gewaltige Frechheit,solche Preise zu verrechnen und noch schlimmer das dies zugelassen wird .Wenn ich z.b.Gerstensuppe mache mit 1kg Schinken 1kg Gerste 1kg Gemüse dann kommen mir die Zutaten auf Max 20 fr.davon kann ich aber mindestens 20 Portionen Suppe machen.Trifft 1 Fr.Pro Portion wenn ich dann noch für die Arbeit und Strom noch 5 Fr.pro Portion Rechne dann bleibt ein Satter verdienst von 10 Fr.Pro Portion .Ist doch ein lukrativer Job so ein Suppenkoch zu sein.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Heiner Birrer am 07.02.2020 14:15 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur Suppe

    Eine Thai kostet in der Langstrasse auch das x-fache vom regulären Preis in Phuket. Wobei die Qualität und die Leistung dadurch nicht steigen, im Gegenteil.

  • Aussteiger am 06.02.2020 20:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Willkommen in Abzockistan!

    Die Schweiz, die Hochburg der Abzocker. Faire, verhältnismässige Preise Kenn wohl niemand mehr!

  • Kurt Steuerzahler am 06.02.2020 19:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Schmittnerbürger

    Dieser Vater sollte sich doch zuerst einmal selber vor Ort informieren lassen, bevor er mit solcher Kurzsichtigkeit in die soziale Medien geht. Hier würde er doch selber unterscheiden können, was und wieviel sein Kind in der nahen Alphütte für 16 CHF und wieviel er im Berghuus für 7.50 CHF erhält. Zudem ist ein Picknick (sprich Sandwich zur Suppe) im Berghaus untersagt!!

    • Fred am 06.02.2020 20:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kurt Steuerzahler

      Im Berghaus braucht's auch kein mitgebrachtes Sandwich, weil's für 16.- bereits ein komplettes Menu gibt.

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  • urs am 06.02.2020 18:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ähm , Vater

    was kostet der der SUV , um die kunder in die schule zu bringen ? sicher mehr als 16 stutz im tag ,oder laufen sie dermassen auf reserve ?

    • Mama mia am 06.02.2020 19:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @urs

      Hm, was kostet ein ordentlicher Deutschkurs?

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  • A.G am 06.02.2020 18:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wegen 16 Franken..

    Solche Gedanken macht man sich eigentlich gar nicht. Es geht doch darum, dass die Kinder Spass haben und ein paar schöne Tage auf der Piste verbringen können. Ausserdem wird es wohl nicht nur eine einfache Päckli- oder Buchstabensuppe geben. Wenn das mit diesem Gejammer wegen weiter geht, haben die Schulen die Nase auch irgendwann voll und die Schullager werden gar nicht mehr durchgeführt und dann könnt ihr euren Kindern gerne selber sagen, dass es euch zu schade ist diese CHF 16. pro Tag zu zahlen.

    • Daniel G am 06.02.2020 18:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @A.G

      Daumen hoch . Das Gejammer u nörgele bei jedem Anlass ,macht mich traurig. Alles andere spielt Geld keine Rolle.(Auto. Ferien) Danke für diesen Kommentar.

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