FC St. Gallen – YB

24. Februar 2020 16:13; Akt: 24.02.2020 16:16 Print

St. Galler Fans glauben an YB-Verschwörung

Das emotionale Spitzenspiel zwischen dem FC St. Gallen und YB endete mit einem Entscheid, der für Gesprächsstoff sorgte. Hier eine Übersicht.

Die letzten Minuten des Spiels sorgten für viel Gesprächsstoff.
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Die Geschichte

Der Spitzenkampf zwischen dem FC St. Gallen und den Berner Young Boys glich am Sonntag einer Achterbahnfahrt der Gefühle. Nach einem dramatischen Spielverlauf führten die Ostschweizer in der 91. Minute mit 3:2. Praktisch in der letzten Minute der Nachspielzeit kam es dann zu weiteren spektakulären Szenen: YB-Spieler reklamierten beim Schiedsrichter Alain Bieri ein Handspiel. Nachdem sich dieser die Videobilder ansah, entschied der Unparteiische auf Elfmeter.

«Im Stadion explodierten die Gefühle auf beiden Seiten, als der St. Galler Goalie den Elfer von Hoarau halten konnte», beschreibt ein Leser-Reporter die Szene. Die Young Boys wollten gerade den resultierenden Eckball ausführen, als Schiedsrichter Bieri die Gelbe Karte zückte und den Keeper vom FC St. Gallen verwarnte. Er hatte sich beim Elfer zu früh von der Linie gelöst. Der Penalty wurde wiederholt. Hoarau traf beim zweiten Anlauf und stahl den Espen in den letzten Sekunden des Spiels den Sieg. «Während Gelb-Schwarz durchdrehte und jubelte, pfiffen sich die Ostschweizer die Seele aus dem Leib», so der Leser-Reporter.

So argumentieren die Kritiker

Die Entscheidung des Schiedsrichters und des VAR, den Elfer wiederholen zu lassen, sorgt auch am Tag danach noch für viel Gesprächsstoff. Ein 20-Minuten-Artikel wurde über 900 mal kommentiert. Viele Leser ärgern sich über die Entscheidung: «Den Elfer wiederholen zu lassen, ist ein absoluter Skandal. Da könnte man wirklich jeden einzelnen Penalty wiederholen lassen», schreibt User Tegridy.

Ähnliche Meinungen sind auf Twitter zu finden:

Im Forum des FC St. Gallen wittert manch einer gar eine Verschwörung: «Ein absoluter Witz ist das. Das hat mit Fussball nichts mehr zu tun. Da sind andere Mächte im Spiel», schreibt ein User. Parolen wie «Skandal», «Mafia» und «Bieri ist wohl YB-Fan» sind im Forum zu Hauf zu lesen.

So erklärt sich der Schiedsrichter

Für den Schiedrichter Alain Bieri war der Spitzenkampf vom Sonntag kein einfaches Spiel. Nach Abpfiff wurde er von wütenden Spielern, Betreuern und Funktionären des FC St. Gallen zur Rede gestellt. Für Bieri war die Situation jedoch klar: «Mit dem VAR kann überprüft werden, ob sich der Goalie zu früh von der Linie löst. Da gibt es keinen Interpretationsspielraum.»

Das sagen die Berner

Sogar in Bern können Fans den Ärger der St. Galler gut verstehen: «Der Frust über das sicher geglaubte Fest, das in letzter Sekunde noch verdorben wurde, ist verständlich. Allerdings sind sämtliche Argumentationen unsachlicher Kleinkinderkram», schreibt ein User ins YB-Forum. Andere bitten um Verständnis: «Jeder sollte sich mal die ehrliche Frage stellen, wie er reagiert hätte, wenn uns das in einem wichtigen Spiel gegen Basel passiert wäre. Ich hätte ohne Zweifel ziemlich überbissen.»

Andere Fans ärgern sich über den VAR und den modernen Fussball: «Diese VAR-Kapriolen sind etwas vom Furchtbarsten, das es gibt.» Wieder andere Fans sind der Meinung, dass die Ostschweizer den Entscheid einfach akzeptieren sollten:

So reagierten die Trainer auf den Entscheid

Auch für die beiden Trainer war es ein emotionales Spiel. Besonders für FCSG-Trainer Peter Zeidler, der zweimal glaubte, das Spiel gewonnen zu haben: «Ich frage mich, warum sich Herr Bieri die Szenen nicht noch einmal auf Video angesehen hat», so Zeidler an der Pressekonferenz nach dem Spiel.

Das sagt FC St. Gallen Trainer Peter Zeidler zu den umstrittenen Szenen. (Video: FC St. Gallen)

An der Pressekonferenz machte YB-Coach Gerardo Seoane deutlich, dass er die Aufregung verstehen könne. Das Regelwerk sei aber eine Sache des Schiedsrichters, in die er sich nicht einmische – «meine Meinung ist sowieso durch eine gelb-schwarze Brille geprägt», sagt Seoane weiter.

Das sagt YB-Coach Seoane zum Entscheid, den Elfmeter wiederholen zu lassen.

(rc)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pheebo am 24.02.2020 15:00 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn schon, dann immer!!

    Ja, klare Regel, kann man eigentlich nichts sagen. Aber dann bitte IMMER so anwenden!!!

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  • HellerWahnsinn am 24.02.2020 14:58 Report Diesen Beitrag melden

    Schiri macht die Regeln nicht

    Es ist die Aufgabe des Schiedsrichters das Reglement umzusetzten, so wie es der Verband vorgibt. Entsprechend hat er seine Aufgabe korrekt ausgeführt. Ausserdem er den Torwart vorgängig darauf hingewiesen einen Fuss auf der Linie zu halten.

  • prog am 24.02.2020 14:44 Report Diesen Beitrag melden

    Klare Regel

    Wo ist das Problem?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Randnotiz am 25.02.2020 12:35 Report Diesen Beitrag melden

    AB ca. 60 Minute im Spiel FCSG YB

    ein YB Verteidiger fällt ohne Einwirkung das Angreifers innerhalb das Strafraumes nimmt beim fallen den Ball für jeden am TV ersichtlich glasklar mit dem Arm mit, statt 11er für den FCSG gibts Abstoss für YB ? schon sehr seltsam das hier der VAR nicht zu stelle war!

  • Leo Hunziker am 25.02.2020 11:46 Report Diesen Beitrag melden

    Etwas peinlich, Herr Böni

    Vieles ist nun zu diesem unglaublichen Fussball-Spiel gesagt worden. Einiges dazu hätte man sich auch sparen können. Zum Beispiel Herr Bönis Kommentar in der "stärksten Zeitung der Schweiz", wo er sich darüber mokierte, dass FCSG-YB vom (Berner) Schiedsrichter Bieri geleitet wurde. Wo war seine Empörung darüber, dass am selben Tag der Basler Jaccottet FCB-Servette pfiff???

  • Markus am 25.02.2020 09:51 Report Diesen Beitrag melden

    sehr penibel

    wenn man es sehr streng nimmt klar er bewegt sich zu früh, aber ganz ehrlich, dass passiert quasi bei JEDEM Elfmeter!! Würde man diese Regel konsequent anwenden, was man nicht tut, müsste man jeden Penalty wiederholen lassen. Übrigens, beim zweiten Elfer hat sich Zigi wenn man die Zeitluppe ansieht auch etwas zu früh bewegt, warum wurde das nicht nochmals wiederholt?

    • Roli am 25.02.2020 10:51 Report Diesen Beitrag melden

      @Markus

      Oh Mann, weil der Ball rein ging. Hätte er pariert, gelb rot für Zigi und Wiederholung. Wollt ihr jetzt jedes Wochenende jammern, wenn ihr nicht gewinnt? VAR finde ich gut, da fairer. Sollte nur noch vermehrt gelbe Karten gegeben werden für reklamieren und Schwalben. Siehe Rugby. Da ist das was Ref sagt nicht die regel sonder Gesetz, und jeder Spieler hat die Klappe zu halten., sonst gelbe Karte = 10 min Srafe.

    • Schiriversteher am 25.02.2020 11:21 Report Diesen Beitrag melden

      Penalty drin

      Das wurde schon x-mal erklärt: Da der Penalty verwandelt wurde, wird das nicht mehr geahndet, d.h. es wird auf Vorteil des Schützen und somit auf Tor entschieden.

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  • jakhak am 25.02.2020 09:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt aber richtig

    Wenn man dieser Regel so kleinlich anschaut, kann man auch noch bei der 6 Sekunden Regel mit der Stoppuhr daneben sitzen.

  • comeon am 25.02.2020 09:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    vereinsbrille

    warum spricht kein st. galler über den rempler an mambimbi im strafraum? oder das nicht geahndete hands vom st galler im strafraum? oder dem überharten einsteigen gegen lustenberger in den start minuten?

    • Comeon 2 am 25.02.2020 10:36 Report Diesen Beitrag melden

      Du bist nicht besser

      Oder der Provokation von Ngamaleu beim 1-2 (bereits verwarnt): Gelb-Rot Oder den 3 Schwalben von Martins: 3x gelb Oder dem Hands des YB Spielers im eigenen Strafraum? oder die 5x Ballwegschlagen: 3x gelb, 2x gelbrot oder das reklamieren der gelben: Xx gelb (wären wohl etwa 30 Spieler gewesen die Gelb bekommen hätten) Oder die 3 Berner im Strafraum beim 2ten Elfer?: Wiederholung

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