Explosion in Biel

10. August 2014 11:24; Akt: 11.08.2014 20:17 Print

«Der Anblick war schrecklich»

Nach der Explosion in Biel vermuten Anwohner, dass eine Gasflasche für die Detonation verantwortlich sein könnte. Derweil werden Balken angebracht, um das Gebäude zu stützen.

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Die Ermittlungen zur Explosion in Biel laufen heiss. Die Polizei sucht fieberhaft nach der Ursache der Detonation im Mehrfamilienhaus. Über einen ersten Hinweis sind die Beamten offenbar bereits gestolpert: Laut «Blick» wurde eine Gasflasche unter den Trümmern gefunden. Auch im Quartier macht die Theorie bereits die Runde. «Man redet davon, dass eine Frau eine Gasflasche in ihrer Wohnung gehabt hat», sagt Anwohnerin Lotti S. zu 20 Minuten.

Laut der Polizei ist aber noch unklar, warum es zur Explosion in einem Mehrfamilienhaus in Biel kam. Mehrere Spezialdienste, darunter das Dezernat Brände und Explosionen sowie der Unfalltechnische Dienst, wurden für die Abklärungen beigezogen.

Mittlerweile werden am Gebäude erste bauliche Massnahmen vorgenommen. Dazu wurden Holzbalken angebracht. Sie sollen das Haus stützen. Ausserdem wurde die offene Fassade mit Plastik bedeckt.

Brand mit Gartenschlauch bekämpft

Im Bieler Möösliquartier knallte es am Sonntagmorgen gewaltig. Eine Quartierbewohnerin erzählt, sie habe den Knall deutlich gehört. «Vom Balkon aus sah ich dann die Flammen, die aus dem Haus loderten.» Sie habe sofort die Feuerwehr alarmiert. «Bis diese vor Ort war, haben Leute versucht, den Brand mit einem Gartenschlauch zu bekämpfen.»

Auch Lotti S. wurde vom Knall aufgeschreckt. «Ich sah, wie eine junge Frau mit zuckenden Beinen auf dem Rasen lag. Der Anblick war schrecklich.»

Wohnung einer jungen Frau zerstört

Bei der Bewohnerin der zerstörten Wohnung soll es sich um eine junge Frau handeln, weiss eine Nachbarin. «Gleich darunter wohnt ihre Mutter», berichtet sie. Eine andere Anwohnerin berichtet, dass auch ein 92-jähriger Mann in dem Haus gewohnt habe. Er sei aber zur Zeit der Explosion unterwegs gewesen. «Seine Frau ist nur zwei Tage vorher ins Altersheim gezogen», so die Anwohnerin weiter.

Bei der Explosion wurde eine Frau schwer verletzt. Sie wurde mit der Rega ins Spital geflogen, befindet sich aber nach Auskunft der Kapo Bern nicht in Lebensgefahr. Sie hat Brandverletzungen erlitten. Ein Mann begab sich laut Polizei selbstständig in ärztliche Obhut. Fünf weitere Personen wurden evakuiert.

Die unverletzten Bewohner des Hauses durften nur rasch in ihre Wohnungen zurückkehren. «Drinnen sieht es schlimm aus», sagt eine Betroffene. Wann und ob die Mieter wieder in ihre vier Wände zurückkehren dürfen, steht noch in den Sternen. «Man kann noch nicht sagen, ob die Bewohner je wieder in ihre Wohnungen zurückkehren können», sagt Kurt Bangerter, Präsident der Wohnbaugenossenschaft. Für viele Anwohner ist aber klar, dass das Haus nicht mehr bewohnbar sein wird. Für die betroffenen Mieter wurden laut Kantonspolizei individuelle Lösungen gefunden.

(tok/nc/sie/meo/sda)