Erdbeben im Wallis

08. November 2019 16:31; Akt: 08.11.2019 16:31 Print

Kinder üben den Erdbeben-Ernstfall in der Schule

Die bebende Erde im Wallis bereitet den Einheimischen zusehends Sorgen. In Schulen wird jetzt der Ernstfall geübt, Kanton mahnt zur Wachsamkeit.

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Seit Dienstagnacht wird das Wallis von einer Erdbebenserie nördlich von Sitten heimgesucht. Bislang ist es zu über 100 Beben gekommen, darunter auch zu solchen, die für die Bevölkerung spürbar waren. In und rund um Sitten, unweit südlich der Epizentren, macht man sich Sorgen. «Die Leute sind wegen der aktuellen Erdbeben schon etwas beunruhigt», sagt Sittens Gemeindepräsident Philippe Varone. Im Schulunterricht üben die Kinder derzeit auch den Ernstfall. Zum Beispiel lernen die Kinder, wie sie sich bei Beben Schutz unter einem stabilen Tisch suchen sollen. Dies, um sich vor herabfallenden Gegenständen zu schützen. Das Wallis ist allgemein eine Erdbebenregion. Gemäss Statistik kann es dort in den nächsten Jahren laut dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz wiederum zu einem starken Beben mit einer Magnitude von 6 oder mehr kommen. Philipp Kästli vom Schweizerischen Erdbebendienst sagt: «Erdbebenschwärme sind im Wallis nicht unüblich, auch wenn es sich nun um einen aussergewöhnlich aktiven Erdbebenschwarm handelt und die stärksten Beben in spürbare Bereiche kamen.» Kästli: «Vereinfacht gesagt kommen die Spannungen in der Erdkruste von Süden her, wenn die afrikanische Platte gegen die europäische Kontinentalplatte drückt. Die Verschiebung der beiden Platten führt zu Spannungen im Untergrund und damit auch zu Beben im ganzen Alpenbogen.» Kästli: «Aktuell ist das Wallis erdbebenaktiver als beispielsweise Graubünden. Weshalb das so ist, lässt sich allerdings nicht einfach beschreiben. Bei den Plattenverschiebungen entstehen unterschiedliche Spannungsfelder, die sich nicht zeitgleich lösen müssen.» Kästli: «Das typische Verhalten eines Erdbebenschwarms ist, dass er nach einer gewissen Zeit wieder abklingt. Wie lange das geht, ob Tage oder Wochen, ist unterschiedlich. Kästli: «Natürlich ist es auch möglich, dass es zu einem stärkeren Beben, auch einem mit Schadensfolgen, kommen kann. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist zurzeit aber nicht sehr gross, sie beträgt fünf bis 10 Prozent.» Kästli: «Statistisch gesehen beträgt im Wallis die Wahrscheinlichkeit, dass es innerhalb eines Jahres zu einem Erdbeben mit einer Magnitude von 6 oder mehr kommt, etwa ein Prozent. Wann ein solches Beben tatsächlich eintritt, lässt sich nicht vorgängig bestimmen.» Kästli: «Das Wallis ist sich einer solchen Gefahr aber bewusst: Die Einhaltung der schweizerischen Erdbebenbaunorm von 1989 ist dort obligatorisch. Somit sind alle neueren Gebäude auf ein starkes Beben ausgelegt. Bei älteren Gebäuden weiss man das nicht unbedingt.» Kästli: «Ab einer Magnitude von 6 muss in grösseren Gebieten mit Gebäudeschäden gerechnet werden. Dabei kann es auch zu Toten kommen, wie beim Erdbeben im Jahr 2016 in Amatrice in Italien, das sein Epizentrum nahe an Siedlungsgebieten hatte und über 300 Todesopfer forderte.» Kästli: «Dass dabei allerdings Steinmassive in Mitleidenschaft gezogen werden, ist nicht wahrscheinlich. Ich gehe nicht davon aus, dass ein ‹Big One› das Matterhorn zusammenfallen lässt.»

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Im Wallis bebt seit Tagen die Erde. Erst vor wenigen Stunden wurde eine Erschütterung mit der Stärke 3,4 auf der Richterskala gemessen. Einheimische werden vom Rütteln geweckt, sie spüren, wie der Boden zittert. Dieser «aussergewöhnlich aktive Erdbebenschwarm» beunruhigt die Einheimischen. Besonders in und rund um Sitten, unweit südlich der Epizentren, macht man sich Sorgen: «Die Leute sind wegen der aktuellen Erdbeben schon etwas beunruhigt», sagt Sittens Gemeindepräsident Philippe Varone. Es sei schliesslich sehr ungewöhnlich, dass ihr Daheim von einer solchen Serie an Erdbeben erschüttert werde.

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Schüler üben, sich zu schützen

«Die Leute stellen sich Fragen und informieren sich laufend», sagt Varone. Die Menschen würden sich stets über die Medien auf dem Laufenden handeln. Wer sehr beunruhigt ist, ruft so auch mal auf der Polizeiwache oder auf bei den lokalen Behören an. «Zum Glück mussten wir bislang aber noch keine Schadensmeldungen entgegennehmen», sagt ein Walliser Polizeisprecher.

Im Schulunterricht üben die Kinder derzeit auch den Ernstfall. «Die Schüler lernen, wie sie sich bei Erdbeben verhalten sollen», rapportiert Philippe Varone aus Sitten. Zum Beispiel lernen die Kinder, wie sie sich bei Beben Schutz unter einem stabilen Tisch suchen sollen. Dies, um sich vor herabfallenden Gegenständen zu schützen.

Infos vom Kanton

Die kantonale Behöre ist stets auch dran, sich für weitere, vielleicht gar stärkere Beben zu wappnen. Auf der Seite des Kantons steht so in Grossbuchstaben geschrieben: «Die Bevölkerung muss sich vorbereiten.» Es sei wichtig, dass sich jeder Einzelne bei einem Erdbeben richtig verhalte und so den Schutz seines Eigentums und den seiner Angehörigen gewährleisten könne. (Weitere Infos hier) Vor Ort wird die Lage von Spezialisten beobachtet; spezielle Massnahmen habe man derzeit aber noch nicht ergriffen.

(miw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • BoR am 08.11.2019 19:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Höher

    Als die Alpen entstanden, so bebte es. Warum nur denkt der Mensch, die Alpen seien vollendet..?

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  • Romi am 08.11.2019 18:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erdbeben

    Erdbeben Natur pur!!

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  • Susi F. am 08.11.2019 23:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Natur schafft selber..

    Kommt bloss nicht auf die Idee das wir Menschen schuld sind dass es Erdbeben gibt, denn seit Millionen von Jahren arbeitet die Erde selber, Vulkanausbrüche und Erdbeben.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bernerfussballfan am 09.11.2019 13:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erdbeben

    Wenn schon im Wallis das geübt werden muss, so geht doch in die Weinkeller. Da ist wenigsten genug zum trinken da. Was ist als Nächstes dran mit einer Hysterie. SM ist schon eine kranke Zeit. Was glaubt ihr wenn der Andreasgraben oder der Yellowston mal so richtig zuschlägt. Dann könnt ihr alle mal üben, ums überleben und zwar auf der ganzen Welt. Da nützt das doofe SM gar nichts mehr.

    • Nicht mehr nicht weniger am 09.11.2019 13:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bernerfussballfan

      Wo lesen sie von Hysterie? Eine Anhäufung von kleineren Beben ist einen Artikel wert.

    • Berner Blitz am 09.11.2019 14:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bernerfussballfan

      Dann gehen wir alle nach bääärn, weil dort geht die Welt sicher 50 Jahre später unter.

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  • Sandro am 09.11.2019 11:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leben

    Ihr solltet die Schüler lieber aufs Leben vorbereiten..Arbeitsbereitschaft,durchhalte Wille..wie man Rechnungen bezahlt, Steuern, wert des Geldes usw

  • Peter Michel am 09.11.2019 00:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hysterie

    Nach der Klima Hysterie jetzt das Erdbeben Hysterie.

    • Typhoeus am 09.11.2019 08:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Peter Michel

      Hysterisch sind diejenigen, die sich ohne Wissen aufregen.

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  • Susi F. am 08.11.2019 23:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Natur schafft selber..

    Kommt bloss nicht auf die Idee das wir Menschen schuld sind dass es Erdbeben gibt, denn seit Millionen von Jahren arbeitet die Erde selber, Vulkanausbrüche und Erdbeben.

    • Typhoeus am 09.11.2019 09:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Susi F.

      genauer seit mehr als 4 Milliarden Jahren

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  • Analyst am 08.11.2019 22:54 Report Diesen Beitrag melden

    Mir passiert schon nichts!

    Wenn man nur die drei Meistbewerteten Kommentare liest,ist alles was Geophysiker so von sich geben reiner Unsinn.Kann doch nicht sein das ein Erdbeben wie in Basel nochmal stattfinden könnte.was die Schäden an Menschenleben,Infrastruktur und Gebäuden bei einem anrichten könnte ist doch alles halb so schlimm!