Horrorunfall in Gretzenbach

25. September 2018 05:41; Akt: 25.09.2018 05:41 Print

«Wie viele Tote braucht es noch?»

Auf der Schönenwerderstrasse bei Gretzenbach SO kam es am Samstag zu einem tödlichen Unfall. Es ist nicht das erste Mal, dass die Strecke jemandem zum Verhängnis wurde.

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Aus derzeit noch unbekannten Gründen verlor Jeton F.* (31) in einer Rechtskurve die Kontrolle über sein Auto, geriet in eine angrenzende Böschung und kam nach der Kollision mit mehreren Bäumen im Wald zum Stillstand Der Fahrzeuglenker sowie ein Beifahrer verstarben noch auf der Unfallstelle. Zwei weitere Mitfahrer wurden schwer verletzt mit Ambulanzen in ein Spital gebracht. Gegenüber dem «Blick» beschreibt dessen Chef Jeton F. (Bild) als «zuverlässigen, ehrlichen und pünktlichen Mitarbeiter». Ausserdem kann sich der Vorgesetze nicht vorstellen, dass der gelernte Plattenleger zu schnell unterwegs gewesen war: «Er war ein verantwortungsbewusster Mann. Und er kannte die Strecke gut.» Auf Facebook wird derweil ebenfalls nicht der Fahrstil des Unfallfahrer angekreidet, sondern die Strassenführung in der dortigen 80er-Zone: «Wie viele Tote und Schwerverletzte brauchts noch, bis das Tempolimit auf 60 Stundenkilometer reduziert wird?» Eine Frau doppelt nach: «Diese Strecke ist saugefährlich und in meinen Augen keine 80er-Zone.» Auf Anfrage von 20 Minuten kann die Kantonspolizei Solothurn nicht betätigen, dass es sich bei der Strecke zwischen Gretzenbach und Kölliken, um eine statistisch gefährlichere Strecke handelt. Laut dem Archiv der polizeilichen Medienmitteilungen ereigneten sich seit 2010 sieben mehr oder weniger schwere Unfälle auf der besagten Strasse: Mittelschwer Verletzte im Sommer 2010. Frontalkollision 2011 Lenker kommt von Strasse ab. Berauschter Autofahrer verursacht im Sommer 2013 einen Selbstunfall. Zwei Stunden Sperre nach Unfall im August 2013 Auto überschlägt sich im Frühjahr 2015 Knapp ein Jahr später: Auto kommt von Strasse ab April 2016: Mehrere Verletzte

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Der Unfall forderte zwei Todesopfer. Wie Recherchen von 20 Minuten ergeben haben, kam es auf dem Streckenabschnitt zwischen Kölliken AG und Gretzenbach seit 2010 zu sieben mehr oder weniger schweren Unfällen.

Chef beschreibt Opfer als zuverlässigen Mitarbeiter

Beim Unfall am Samstagabend gegen 23 Uhr verlor Jeton F.* die Kontrolle über seinen Mini Cooper und kam in einer Rechtskurve von der Strasse ab. Beim Unfall werden der 31-jährige F. sowie sein Beifahrer tödlich verletzt. Die beiden weiteren Mitfahrer überlebten schwer verletzt.

Gegenüber dem «Blick» wird Jeton F. von dessen Chef als «zuverlässiger, ehrlicher und pünktlicher Mitarbeiter» beschrieben. Ausserdem kann sich der Vorgesetzte nicht vorstellen, dass der gelernte Plattenleger zu schnell unterwegs gewesen war: «Er war ein verantwortungsbewusster Mann. Und er kannte die Strecke gut.»

Sieben Unfälle seit 2010

Auf Facebook wird derweil ebenfalls nicht der Fahrstil des Unfallfahrer kritisiert, sondern die Strassenführung in der dortigen 80er-Zone: «Wie viele Tote und Schwerverletzte brauchts noch, bis das Tempolimit auf 60 Stundenkilometer reduziert wird?», fragt sich etwa ein User. Eine Frau doppelt nach: «Diese Strecke ist saugefährlich und in meinen Augen keine 80er-Zone.»

Auf Anfrage von 20 Minuten kann die Kantonspolizei Solothurn nicht bestätigen, dass es sich bei der Strecke zwischen Gretzenbach und Kölliken um eine statistisch gefährliche Strecke handelt. Laut dem Archiv der polizeilichen Medienmitteilungen ereigneten sich jedoch seit 2010 sieben mehr oder weniger schwere Unfälle auf der besagten Strasse.

«Viel grösser kann man die Strecke nicht mehr ausschildern»

Doch auch das Amt für Verkehr und Tiefbau des Kantons Solothurn spricht nicht von überdurchschnittlich vielen Unfällen: «Wir haben dort keinen Unfallschwerpunkt», heisst es auf Anfrage. Ausserdem seien vor rund zwei Jahren in der Rechtskurve der Schönenwerderstrasse Massnahmen getroffen und gut sichtbare Kurvenpfeile angebracht worden.

Diese Kurvenpfeile spricht auch der Gretzenbachs Gemeindepräsident Daniel Cartier (FDP) an: «Viel grösser kann man die Strecke nicht mehr ausschildern. Doch es bleibt unbestritten eine unübersichtliche und enge Kurve.» Besonders in der Nacht sei es deswegen unabdingbar, dort mit der grösstmöglichen Konzentration zu fahren.

* Name der Redaktion bekannt

(ber)