Camper nach Horror-Unwetter

07. August 2019 14:13; Akt: 07.08.2019 15:52 Print

«Stühle schossen wie Projektile durch die Luft»

Nach dem Sturm vom Dienstagabend ziehen die Camper von Unterseen BE ab. Der Schreck sitzt ihnen noch in den Knochen.

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Ein heftiger Sturm fegte am Dienstag durch das Berner Oberland. Besonders betroffen war ein Campingplatz in Interlaken. Der Sturm entwurzelte Bäume. Diese krachten auf den Campingplatz nieder. «Es grenzt an ein Wunder, dass es keine Toten gab. Ich und meine Familie könnten jetzt genauso gut nicht mehr am Leben sein», sagt eine Camperin aus Zürich. Zelte wurden von den Böen zusammengelegt oder ... ... aufgeschlitzt ... ... oder weggeblasen. Der Sturm hat die Camping-Idylle zerstört. Kleinere Bäume fegte es gar noch durch die Luft. Schreck und Schock stecken den Betroffenen in dem Knochen. Ein entwurzelter Baum auf dem Gelände. «Niemand hat mit so einer Wucht gerechnet», heisst es bei den Betreiber des Berner Campingplatzes. Erste Bäume werden abtransportiert. Doch viele Schäden können nicht auf die Schnelle behoben werden. So muss dieser Camper sein Anhänger nun abschleppen lassen. Das Feriengefühl in Unterseen ist dahin. Viele Camper reisen ab. Etliche sind direkt nach dem Sturm abgezogen. Die Sachen werden gepackt. Auch laut Kapo gab es vor Ort keine Verletzten. Ein Wunder, angesichts solcher Fotos. «Stühle und Tische schossen wie Projektile durch die Luft», erzählt die Besitzerin dieses Zelts. Die Genferin und ihre Familie mussten gestern draussen im Sturm ausharren. Während die Feriengäste in Unterseen ihre Schäden reparieren oder Sachen packen, sind diverse Helfer vor Ort, um den Campingplatz wieder auf Vordermann zu bringen. Die Aufräumarbeiten laufen auf Hochtouren. Möglichst bald soll das Feriengefühl auf die Manorfarm zurückkehren. Noch spielt das Wetter nicht mit. Doch der Himmel scheint sich zu lichten.

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Auf dem Camping Manor 1 in Unterseen bei Interlaken liegen die Nerven blank. Heftige Windböen und starker Regen verwandelten den Campingplatz am Thunersee am Dienstagnachmittag in ein regelrechtes Schlachtfeld. Entwurzelte Bäume, zerstörte Wohnmobile, zerfetzte Zeltblachen, Matsch und Chaos – die Ferienstimmung vor Ort ist dahin.

Die Windböen fegten am Dienstag nach 16 Uhr über das Gelände: «Niemand hatte mit so einer Wucht gerechnet», heisst es bei den Betreibern des Berner Campingplatzes. «Stühle und Tische schossen wie Projektile durch die Luft», erzählt auch Camperin Louise Gramatikov. Die Genferin und ihre Familie mussten gestern draussen im Sturm ausharren.

Nun haben sie genug vom Campen: Am Mittwochmorgen ist ihr Zelt, das notdürftig mit Klebeband geflickt wurde, verpackt – die Genfer machen sich nun für die Heimreise bereit. «Die meisten Gäste haben bereits gestern Abend, direkt nach dem Sturm, ihre Sachen gepackt.»

Familie dem Tod entronnen

Auch denjenigen, die auf dem derzeit noch sichtlich verwüsteten Platz ausharren, steckt der Schreck tief in den Knochen. «Es grenzt an ein Wunder, dass es keine Toten gab. Ich und meine Familie könnten jetzt genauso gut nicht mehr am Leben sein», sagt eine Camperin aus Zürich. Ein gut zehn Meter hoher Baum krachte während des Gewitters zu Boden; den Windböen von über 100 Stundenkilometern konnte er nicht standhalten. «Er landete quer auf unserem Standplatz», sagt die Mutter sichtlich geschockt – «zum Glück waren wir zu diesem Zeitpunkt gerade mit unserem Camper unterwegs».

Schlimmer ging es Camper Urs Blessing aus dem Kanton Thurgau. Der Baum zerstörte seinen Quad-Anhänger. Auch an seinem Wohnmobil gibt es gröbere Schäden. So rinnt der Regen nun durchs Dach: «Ich musste mein Mobil gestern ins Trockene stellen, damit ich darin schlafen konnte.» Auch er bricht seine Ferien am Mittwoch vorzeitig ab.

Während die Feriengäste in Unterseen ihre Schäden reparieren oder Sachen packen, sind diverse Helfer vor Ort, um den Campingplatz wieder auf Vordermann zu bringen. Möglichst bald soll das Feriengefühl auf die Manorfarm zurückkehren.

(cho/km / miw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peterpran am 07.08.2019 14:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Projektilgeschwindigkeit

    "Stühle und Tische schossen wie Projektile surch die Luft", Na ist klar muss mind. mit 800km/h gewindet haben. Lächerliche Aussage... Hauptsache in den Median

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  • Drama-Diva am 07.08.2019 14:27 Report Diesen Beitrag melden

    Heftiges Wetter

    Campen und Unwettern gemeinsam garantieren grosse und unvergessliche Abenteuer. Man wird immer davon erzählen können bis zum nächsten Unwetter beim Campen. Das schöne am Campen ist, dass man näher an der Natur ist mit Wind und Wetter. @20Min: Ich liebe eure Schlagzeilen und Titeln, dramatischer als auf einer Theaterbühne, einfach köstlich ;-)

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  • D.S. am 07.08.2019 14:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gab es schon früher

    Hab ich auch schon erlebt ... vor ca. 35 Jahren in Italien auf dem Zeltplatz! Vergisst man nie, aber es war trotzdem nichts so aussergewöhnliches! Ein Gewitter halt, mit heftigem Wind!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter Pan am 07.08.2019 19:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Projektile in der Luft.....

    Noch reisserischer wäre: ' Dieser 80-Jährige Rentner ist unschlagbar' Zum dritten male in folge gewann er den Sprint über 25m gegen einen 9 Monaten alten Kontrahenten.....

  • Seislerbueb am 07.08.2019 19:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schönwetter Camper

    Sowas nennt man Kraft der Natur. Habe schon unzählige Gewitter im Zelt überstanden. Kauft ordentliches Material, nehmt euch Zeit beim aufstellen und sucht euch einen anständigen Stellplatz, dann kann eigentlich nicht viel passieren. Vorallem Gewitter hoch oben in den Bergen sind ein wahrer Hochgenuss. Ich liebe Stürme und Gewitter :)

    • Laura am 07.08.2019 19:37 Report Diesen Beitrag melden

      Ich liebe es auch

      Anhöhen, Senken und Bäume sollten gemieden werden. Und ja, wie du gesagt hast, beim Material sollte nicht gespart werden. Campingplätze sind sowieso ein Graus. Lieber in der freien Natur und nicht zu viel Krimskrams mitnehmen.

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  • Rita am 07.08.2019 19:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nie sowas gesehen

    Wir standen zu dieser Zeit wie viele Autos auf der Autobahn bei Interlaken auf dem Pannenstreifen. Wind, Hagel und Regen noch nie hab ich ein solches Unwetter gesehen. Weiterfahren ? Viel zu gefaehrlich. Und behaltet Eure negativen dummen Kommentare - die Bilder sagen schon alles.

    • Bödeler am 07.08.2019 21:06 Report Diesen Beitrag melden

      Liebe Rita

      Du hast vielleicht noch nie sowas gesehen, ich als Interlakner aber praktisch jeden Sommer mehrmals. 2007 gab's ein viel stärkeres Gewitter mit grossem Hagel.

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  • Netzt Natur am 07.08.2019 17:05 Report Diesen Beitrag melden

    Habt ihr was gesehen?

    Vergesst nicht vor lauter Gewitter weiterhin nach dem verschollenen Kaiman zu suchen, er könnte an jedem Ufer eines Campingplatzes sein. Haltet die Augen offen und macht hochkantige Videos davon. Keine Selfies, zu gefährlich.

  • Dä Schnurri am 07.08.2019 16:36 Report Diesen Beitrag melden

    Es ist so...

    Also, wenn ein Jumbojet bereits bei 280km/h abhebt, dann hebt ein Plastikstuhl sicher früher ab :-)

    • Comedian am 07.08.2019 17:02 Report Diesen Beitrag melden

      Comedy-TV

      Potzblitz, solche Schnurris sollte es mehr geben ;-)

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