Trinkwasser verunreinigt

18. Juli 2018 05:45; Akt: 18.07.2018 08:07 Print

«Mineralwasser-Absatz hat sich verdreifacht»

von Benjamin Hostettler - Die Bewohner von drei Solothurner Gemeinden sollen wegen Verschmutzungen seit einer Woche kein Leitungswasser trinken. Nicht alle nehmen das gleich auf.

Was halten die Bewohner Dullikens von der Wasserverschmutzung? (Video: Benjamin Hostettler)
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Am Montag letzter Woche wurden die Einwohner von Dulliken, Obergösgen und Lostorf via Flugblätter informiert, dass ihr Trinkwasser mit Fäkalkeimen aus der Abwasserreinigungsanlage (ARA) Winznau verunreinigt ist.

Schuld war wohl ein Stromausfall in der Region: Nach dem Blackout versagten sowohl die Pumpen als auch das Alarmsystem in der ARA. In der Folge gelangte ungeklärtes Abwasser in die Alte Aare und von dort ins Grundwasser.

Trinkwasserverbot spaltet Dulliker

20 Minuten begab sich auf Spurensuche in die Gemeinde Dulliken. Hier zeigt sich schnell, dass die Bewohner auf verschiedene Art mit dem Thema umgehen.

Auf der einen Seite häufen sich frustrierte Stimmen. «Ich muss immer auswärts zu Bekannten duschen gehen. Die sollen sich beeilen», sagt ein aufgebrachter Anwohner.

Fäkalbakterien im Trinkwasser

Viele Bürger berichten zudem, dass sie seit längerem nichts mehr von den Behörden gehört hätten. «Man fühlt sich ein wenig im Stich gelassen», sagt der Mann.

Ein weiteres Problem: Das Wasser rieche extrem nach Chlor. «Das ist schwer zu ertragen. Man könnte meinen, man befinde sich in einem Schwimmbad», so eine Anwohnerin.

«Höchstens eine Magenverstimmung»

Auf der anderen Seite sind die Bewohner, die das Problem des verunreinigten Wassers für übertrieben halten. «Diese Fäkalbakterien im Wasser lösen höchstens eine Magenverstimmung aus», erzählt ein älterer Herr. Er habe bereits wieder vom Wasser getrunken – jeweils mit einem Schluck Hochprozentigem hinterher.

Auch ein anderer Anwohner meint, dass die Angelegenheit zu stark dramatisiert werde. «Die Schweiz hat ein riesiges und komplexes Wasserleitungssystem mit bestem Trinkwasser. Da ist es nur naheliegend, wenn einmal nicht alles wie gewünscht funktioniert.»

«Um 10 Uhr kein Wasser mehr»

Die letzte Woche sei chaotisch gewesen, berichtet eine Verkäuferin eines Lebensmittelladens. «Der Absatz von Mineralwasser hat sich in der letzten Woche verdreifacht. Bereits am Tag nach der Warnung, also am Dienstag, standen die Kunden vor leeren Wasserregalen.» Nur dank der Hilfe von Partnerfilialen in den umliegenden Orten habe man den Ansturm meistern können, so die Frau.

Mittlerweile habe sich die Lage wieder etwas normalisiert. «Wir sind aber froh, dass noch viel Wasser vorhanden ist, falls die Verunreinigung noch längern dauern sollte.»

Am Montag wurden im Auftrag des Kantons weitere Proben genommen. Gemeindepräsident Peter Frei: «Weil die Auswertung mindestens drei Tage in Anspruch nimmt, gibt es jedoch frühestens am Donnerstag eine Entwarnung.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dulliker am 18.07.2018 06:13 Report Diesen Beitrag melden

    Flyer

    Die Leute sollten einmal den Flyer lesen, denn wir erhalten haben. Duschen kann man weiterhin, auch ohne Wasser abzukochen. Dazu wird jeden Tag auf der Webseite der Gemeinde der aktuelle Stand veröffentlicht, was auch auf dem Flyer steht. Und auf dem Flyer ist auch eine Hotline angegeben für Fragen, also wo ist das Problem?

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  • K. M. am 18.07.2018 06:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ohne Worte...

    Der größte Witz :mittwochs Stromausfall und erst am Montag drauf merkt man, daß die Pumpe defekt ist..... Viiiel Wasser, dass man in den Tagen dazwischen schon getrunken hat.....

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  • Dani am 18.07.2018 06:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Übertriebene bünzlis

    Meine güte, die leute sollen mal schauen was für wasser menschen in anderen ländern trinken. Dann würden sie nicht mehr so ein theater verführen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Eine Geniesserin am 19.07.2018 08:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klar, Mineralwasser....

    Hahnenburger, das gibt's für mich nicht. Nötig ist einfach, dass man einen ordentlichen Mineralwasservorrat zu Hause hat und immer eine Flasche in Griffnähe. Ich trinke auch ganz klar mehr/Tag seit ich darauf schaue.

  • Rainer Zufall am 18.07.2018 15:58 Report Diesen Beitrag melden

    Frankreich Frankreich

    Dann hat ja das Geschäft mit dem Hahnenwasser aus Frankreich abgefüllt in Pet-Flaschen und in die Schweiz geliefert voll rentiert.

  • Conny Langauge am 18.07.2018 15:23 Report Diesen Beitrag melden

    Kann nicht glauben was da steht

    In der Statistik ist die Schweiz immer ganz oben auf der Liste in Sachen Bildungsstatistik. Andere Länder sind aus-gebildet. Die Schweiz ist ein-gebildet. Es wird nur das Wort Bildung bewertet. Darum wieder einmal mehr, ist es unbegreiflich warum es verharmlost wird, dass es nur Durchfall geben könne.

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    • marianne am 18.07.2018 14:51 Report Diesen Beitrag melden

      Problem?

      Ich lasse meinen Wasserboiler seit Jahren mit Evian füllen. Ich dusche doch nicht wie der Pöbel. Im ganzen Haus fliesst nur sauberes Mineralwasser.

    • Soso am 18.07.2018 14:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Wasserprobleme

      und schon ist der Stromausfall kein Thema mehr! Es wäre eigentlich noch angebracht, die Öffentlichkeit über den Grund dieses ominösen Stromausfalls zu informieren... oder wissen die sogenannten Experten immer noch nicht was die Ursache war? WOW!!

      • Einwohner am 18.07.2018 17:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

        @Soso

        Lesen Sie auch Zeitungen, da wurde ausführlich darüber berichtet

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