Grindelwald

03. Juli 2018 16:56; Akt: 03.07.2018 17:03 Print

«Hier entsteht ein Projekt mit grosser Strahlkraft»

Nach jahrelangem Hin- und Her haben in Grindelwald die Bauarbeiten für die V-Bahn begonnen. Die Verantwortlichen zeigen sich dementsprechend zufrieden.

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Der Bau des 470-Millionen-Projekts sei «ein historischer Moment für die Jungfrau-Region», erklärte Urs Kessler, CEO der Jungfraubahnen, beim Spatenstich am Dienstag. «Hier entsteht ein Projekt mit grosser Strahlkraft», ergänzte der bernische Baudirektor Christoph Neuhaus: Die V-Bahn werde dem Tourismus im Berner Oberland und im ganzen Kanton wichtige Impulse geben.

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Mit der V-Bahn schlagen die Jungfraubahnen und ihre Partner zwei Fliegen auf einen Streich: Zum einen wird die in die Jahre gekommene Gondelbahn auf den Männlichen ersetzt. Zum anderen soll die neue Seilbahn Touristen und Skifahrer rascher von Grindelwald Grund zur Station Eigergletscher bringen –und von dort hoch zum Jungfraujoch.

Priorität hat der Bau der neuen Männlichenbahn. Sie soll im Dezember 2019 betriebsbereit sein. Die Bahn auf die Kleine Scheidegg – der «Eiger-Express» – soll Ende 2020 in Betrieb genommen werden.

Hitzige Disskussionen um V-Bahn

Das V-Bahn-Projekt hatte die Gemüter seit Jahren erhitzt. Kritiker monierten, die Jungfraubahnen setzten auf Masse und Pauschaltouristen aus Fernost. Dabei verlange die touristische Zukunft nicht nach Quantität, sondern nach Qualität.

Dem hielten die Befürworter entgegen, die Konkurrenzfähigkeit des Jungfraujochs und der Wintersportdestination stehe auf dem Spiel. Zudem seien die Jungfraubahnen einer der wichtigsten Arbeitgeber in der Region und ein wirtschaftlicher Motor.
Einsprachen gegen das Projekt verzögerten den Start zu den Bauarbeiten. Als diese bereinigt waren, gab das Bundesamt für Verkehr Anfang Juni grünes Licht. Der Bund machte allerdings Auflagen zum Schutz von Umwelt und Landschaft.

(bho/sda)