Appell der Feuerwehr

13. Juli 2014 21:28; Akt: 14.07.2014 11:20 Print

«Hochwasser-Sperre ist keine Hüpfburg»

Risikofreudige Gaffer bereiten der Feuerwehr in Bern Sorgen. Manche würden die Sicherheitsabsperrungen nicht respektieren und sich so selbst gefährden.

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Sonntag, 13. Juli, 17 Uhr: Blick von der Kirchenfeldbrücke in Bern. Das ist eigentlich kein See, sondern ein Fussballplatz in Oberwinterthur. «Orkan über dem Hallwilersee?», fragt sich ein Leserreporter. Bei den verschütteten Gleisen in Törishaus waren am Sonntag den ganzen Tag Arbeiten zur Hangsicherung im Gang. Ein Helikopter lieferte Stahlelemente. Um die Sicherheitselemente einbauen zu können, sei auch ein kleines Waldstück gerodet worden, berichtet ein Leser-Reporter. Roman Niederhäuser (22) und Freundin Nadine Bernhard (20) vor Niederhäusers Elternhaus. Ihnen wurde angeboten, in einer Zivilschutzanlage zu übernachten. Anwohner Roman Niederhäuser (22) vor der weggespülten Zufahrtsstrasse zum Haus seiner Eltern in «im Grabe» bei Niederscherli BE. Ein Einsatzfahrzeug der Feuerwehr Köniz blieb im Schlamm stecken. An dieser Stelle in Thörishaus BE wurde am späten Abend eine 82-jährige Frau leblos in einem Bach aufgefunden. Heftige Regenfälle haben in der Nacht auf Sonntag, 13.7.2014, in weiten Teilen der Schweiz für Feuerwehreinsätze gesorgt. Die Linie zwischen Bern und Freiburg wurde durch einen Erdrutsch unterbrochen. Adliswil: Strassen stehen am Sonntag unter Wasser. In Rickenbach ZH ist die Lage besonders prekär. Keller und Garagen wurden überflutet. «So schlimm war es das letzte Mal vor 20 Jahren», sagt der Leser-Reporter. Seine Garage steht zur Hälfte unter Wasser. So sieht die Garage von innen aus... Die Strassen stehen in Rickenbach unter Wasser, die Feuerwehr ist im Dauereinsatz. Der Reitplatz in Rickenbach wurde durch die Wassermassen zu einem See. Kinder machten sich einen Spass daraus und nutzten den «kurzfristigen» See zum Boot fahren. Der Schaden am Kulturland kann zurzeit noch nicht beziffert werden. In der Gemeinde Köniz BE hat der starke Regen einen Erdrutsch verursacht. Geröll, Erde und Bäume wurden dabei mitgerissen. In Köniz BE blieb ein Einsatzfahrzeug der Feuerwehr im Schlamm stecken. In Toffen BE, ist die Gürbe übers Ufer getreten und hat die Oldtimer-Galerie unter Wasser gesetzt.« Das passiert hier alle zwei bis drei Jahre, aber so schlimm war es schon lange nicht mehr», sagt der Leser-Reporter. In Uttigen BE hat sich ein Garten in ein schlammiges Wasserbecken verwandelt. «So schlimm war es noch nie. Der ganze Garten steht unter Wasser», so der Leser-Reporter. Ein überfluteter Keller in Wiesendangen ZH. «Es ist alles voller Schlamm», sagt der Leser-Reporter. Auch die Waschmaschine steht unter Wasser. «Die Kleider sind wohl alle dahin.» Es gibt in diesen Tagen wohl gemütlichere Orte als der Campingplatz. Hier in Interlaken. Eine Tiefgarage in Islikon TG, unweit der Zürcher Gemeinden Wiesendangen und Bertschikon, ist voll Wasser gelaufen. Auch in Dinhard ZH steht das Wasser in der Nacht auf Sonntag, 13. Juli 2014, in den Strassen. Heftige Regenfälle haben bereits am Samstagabend, 12. Juli 2014, an vielen Orten die Bäche über die Ufer treten lassen. So auch in Mittelhäusern BE, wo die Wassermassen das halbe Dorf, das zur Gemeinde Köniz BE gehört, in einen See verwandelten. Sorgar die Gleise der Lötschbergbahn in Mittelhäusern standen unter Wasser. Der Zugverkehr musste aber offenbar nicht unterbrochen werden. Auf einigen Strassen in Mittelhäusern war das Durchkommen massiv erschwert - besonders für die Fussgänger. In Laupen BE kam das Wasser gar wie ein reissender Fluss den Hang hinunter und überschwemmte eine Strasse. Ein ähnliches Bild in Flamatt FR - überschwemmte Strassen, die das Durchkommen auch für die Autos erschweren. Das Wasser blieb sogar auf der Normalspur der Autobahn stehen - hier bei der Ausfahrt Flamatt - so dass die Autos auf die Überholspur ausweichen mussten. Bis zum Rand voll ist die Aare nach den heftigen Regenfällen. Die Feuerwehr hat Sperren entlang der Aare-Ufer aufgebaut. Dazu gehören auch orange, mit Wasser gefüllte sogenannte Beaver-Schläuche. Passanten mussten Geschick beweisen und über die Schläuche klettern. Der Blick von der Kirchenfeldbrücke in Bern. In der Nacht auf Samstag war die Region Freiburg von heftigen Regenfällen heimgesucht worden. Die Aergera sah danach aus wie ein Ungetüm. Doch nicht nur rund um die Hauptstadt Bern traten Bäche über die Ufer. Auch in Neuheim ZG wurden Strassen zu Bächen ... ... und Hänge zu gurgelndem braunen Brei. In Heldswil TG lief ein Keller voll Wasser. In Grabs SG wurde aus einer Alp eine riesige Wasserrutschbahn. Und am Goldbrunnenplatz in Zürch sprudelte das viele Wasser wieder aus der Kanalisation heraus, weil diese es nicht mehr fassen konnte. Bereits in der Nacht auf Samstag waren Teile der Schweiz überschwemmt worden. Geröll und Schlamm haben etwa in Schänis SG Strassen und Kulturland überschwemmt. Einsatz in Schänis: Erste Meldungen über Hochwasser und Schlamm erreichten die Kantonale Notrufzentrale in St.Gallen am Freitag, 11.7.2014, kurz nach Mitternacht. Überall Wasser, Schlamm und Geröll. Überflutete Geleise im Einfahrtbereich des Bahnhofes Ziegelbrücke führten zwischen 4.15 und 6.15 Uhr zu einem Bahnunterbruch. In Schänis steht die Feuerwehr mit 40 Angehörigen im Einsatz. Hochwasser auf einer Kreuzung zwischen Zihlschlacht und Kradolf im Thurgau. In Schachen LU kam es am Freitagabend zu Überschwemmungen: Ein Traktor (links) blieb im Schlamm stecken, gemäss Leserreporter sind auch mehrere Bäume umgestürzt. Überflutete Unterführung in Schachen LU. Ein überschwemmter Platz in Regensdorf ZH. Das Wasser sei innert kürzester Zeit auf Kniehöhe gestiegen, berichtet ein Leser-Reporter aus Sempach-Station LU. Viel Wasser in Menziken AG. In der Region Bern ist die Hochwassergefahr derzeit erheblich. (Stand 13.07.3014, 14 Uhr)

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Seit dem Morgen ist die Hochwasserlage in Bern unverändert. Der Pegelstand der Aare ist nach wie vor hoch. Das Risiko sei noch nicht überschaubar, sagt Franz Märki, Sprecher der Feuerwehr, zum «Bund». «Was man von oben nicht sieht, sind die Unterspülungen. Ist ein Weg unterspült, bricht er ohne Weiteres ein. Das ist lebensgefährlich.»

Zudem habe sich ein neues Problem ergeben. «Es gibt viele Schaulustige. Manche flanieren sogar über die abgesperrten Uferwege und gefährden sich so.» Die Feuerwehr könne nicht die ganzen Uferwege überwachen. «Ich kann lediglich an die Leute appellieren, die Absperrungen zu respektieren und ihre Eigenverantwortung wahrzunehmen», sagt Märki.

Am Dienstag kommt der Sommer zurück

Der Feuerwehrsprecher mahnt: «Beaverschläuche, also die orangen Dämme, sind keine Hüpfburgen. Kleine wie grosse Kinder vergessen das zeitweise gern.» Die Schläuche würden Schaden nehmen, wenn man auf sie trete.

Laut einem Radio-24-Reporter wurden bereits Hochwassersperren beschädigt.



Entwarnung gibt es noch keine. Auf Montag erwartet die Schweiz eine weitere Regenfront. Erst am Dienstag meldet sich der Sommer zurück.

Regen fordert zwei Todesopfer

Das Hochwasser hat in der Schweiz mindestens ein Todesopfer gefordert. Eine 82-Jährige wurde am späten Samstagabend tot in einem kleinen Bach gefunden. Die genauen Umstände des Todesfalls und die Todesursache werden untersucht.

Am Samstagabend ist zudem in Bilten GL ein 66-jähriger Mann tot aus einer mit Wasser vollgelaufenen Baugrube geborgen worden. Vorerst war unklar, wie der Mann ums Leben kam und ob der Todesfall im Zusammenhang mit dem Unwetter stand.

(woz/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sonja W. am 13.07.2014 21:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vandalen

    Ich hoffe sehr,dass diese Vandalen gefasst und zur Verantwortung gezogen werden.Das ist menschenunwürdig.Aber ich möchte allen Helfern ein Danke sagen,dass sie sich einsetzen für uns.Danke

    einklappen einklappen
  • W. Modvo am 14.07.2014 06:37 Report Diesen Beitrag melden

    Sachbeschädigung der Schutzvorrichtung!

    Ich hoffe, diese Schlauchzerstörer werden gefasst und zur Kasse gebeten! Das müssen abartig dumme Menschen sein, die so was tun! Einige verblöden anscheinend vollkommen!

  • Ueli Steiner am 14.07.2014 07:36 Report Diesen Beitrag melden

    Hirnlose Menschen

    Egal ob jung, alt, Eltern, Kinder es hat jeder ein Hirn. den kleinen Kinder, kann man nicht so grosse Vorwürfe machen, aber den Eltern schon. Leider bin ich nicht mehr überrascht wie viele hirnlose Menschen es gibt auf unserem Planeten. Rede aus Erfahrung, bin seit 30 Jahren im Rettungswesen tätig.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ueli Steiner am 14.07.2014 07:36 Report Diesen Beitrag melden

    Hirnlose Menschen

    Egal ob jung, alt, Eltern, Kinder es hat jeder ein Hirn. den kleinen Kinder, kann man nicht so grosse Vorwürfe machen, aber den Eltern schon. Leider bin ich nicht mehr überrascht wie viele hirnlose Menschen es gibt auf unserem Planeten. Rede aus Erfahrung, bin seit 30 Jahren im Rettungswesen tätig.

  • Franz Berger am 14.07.2014 07:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schläuche

    Seit Letzer Woche sind in der Grünen Matte von Bern Poller monriert, da braucht es keine Schläuche mehr, es kann ja nur noch Rot/Grün rein in die Matte. und dami es noch grüner wird in der Matte braucht es viel Wasser.

  • Ueli Schnyder am 14.07.2014 07:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Anwohner solle Wache schieben

    Damit kein Material mehr beschädigt wird, sollen doch bitte die Anwohner für die Feuerwehr und unser Steuergeld Wache schieben. Sie bekommen ja dadurch kein Unheil.....

  • marco am 14.07.2014 06:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    danke an alle helfer

    finde ich toll dass leute ohne bezahlung soch wertvolle arbeit leisten

  • W. Modvo am 14.07.2014 06:37 Report Diesen Beitrag melden

    Sachbeschädigung der Schutzvorrichtung!

    Ich hoffe, diese Schlauchzerstörer werden gefasst und zur Kasse gebeten! Das müssen abartig dumme Menschen sein, die so was tun! Einige verblöden anscheinend vollkommen!