Berner Jagdmesse

14. Februar 2020 05:02; Akt: 14.02.2020 05:02 Print

«Ich habe auf der Jagd in Afrika zwei Zebras erlegt»

Auf dem Bernexpo-Gelände in Bern startete am Donnerstag die Messe Fischen, Jagen, Schiessen. Vor Ort sind auch zwei Veranstalter, die Jagdreisen in Afrika anbieten.

Derzeit findet in Bern die Messe Fischen, Jagen, Schiessen statt. (Video: RC)
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Vom 13. bis 16. Februar findet auf dem Bernexpo-Gelände in Bern die Messe Fischen, Jagen, Schiessen statt. Sie ist ein Treffpunkt für Laien- und Profijäger. Die neusten Ausrüstungen, Waffen und Geräte werden dort vorgestellt, auch Jagdhunde können bestaunt werden. Alle seien willkommen – «von der Familie über Outdoorfans bis hin zu Tierschützer*innen», heisst es in der Medienmitteilung.

Doch gerade letztere üben scharfe Kritik: «Es ist geschmacklos, auf dieser Messe das Töten von Tieren als eine Art unterhaltsamen Freizeitsport anzupreisen», sagt Carl Sonnthal, Tierrechtler und Sprecher der IG Wild beim Wild. Denn auf der Messe werden auch kontroverse Jagdreisen angeboten: «Trophäenjäger können auf der Messe den Abschuss von Wildtieren in Namibia buchen», sagt Tierrechtler Sonnthal. Er bezeichnet die Jagdreisen als «korruptes Geschäft», bei denen vor allem die Reiseanbieter profitieren würden.

Jagdreisen nach Namibia – auch ohne Schein

An der Messe in Bern bieten mindestens zwei Veranstalter solche Jagdreisen an. Es gibt sogar sogenannte Trophäenlisten, auf denen steht, wie viel der Abschuss der einzelnen exotischen Tiere kostet – vom Gnu über den Strauss bis hin zu Giraffen. Bei einem der Anbieter steht in der Broschüre auch, dass für die Jagd in Namibia kein Jagdschein nötig sei.

Dies bestätigt ein Mitarbeiter eines der Unternehmen vor Ort: «Rechtlich braucht man keinen Jagdschein, bei uns ist jedoch eine gewisse Erfahrung vonnöten.» Das Unternehmen biete Urlaub in der Natur an: «In unserem Camp in Namibia kann man reiten, wandern und auch jagen», so der Veranstalter. Gejagt würden sämtliche Tiere, die in der Natur von Namibia vorkommen und deren Bestand reguliert werden müsse: «Oft sind das Antilopen und Impalas, aber beispielsweise auch Zebras.» Die Tiere könne man sich sogar als Trophäe nach Hause schicken lassen.

Gewissensbisse hat der Mitarbeiter keine: «Ich kann die kontroverse Diskussion über Jagdreisen nicht nachvollziehen. Die Massentierproduktion ist für mich viel unethischer als die Bejagung eines Tiers in der freien Wildbahn.» Ausserdem seien die Reisen für viele afrikanische Länder eine wichtige Einnahmequelle.

Zebras als Trophäe

20 Minuten traf auf der Messe den 82-jährigen Jäger J.P*. Dieser erzählt von seinen Jagdreisen in Namibia: «Auf der Jagd in Afrika habe ich zwei Zebras erlegt», erzählt er stolz. Ausserdem habe er Springböcke, Schakale und Warzenschweine geschossen. Die Trophäen habe er sich nach Hause schicken lassen. Dort hängen sie nun an der Wand. Insgesamt war der Jäger dreimal in Namibia: «Mich würde es heute noch reizen, in Afrika auf die Jagd zu gehen», so P. Doch die Gesundheit lasse dies nicht mehr zu. Auf die Frage, ob diese Reisen ethisch nicht verwerflich seien, meint er: «Die Leute da unten sind auf die Jagdreisen angewiesen und jemand muss den Bestand ja regulieren.»

* Name der Redaktion bekannt

(rc)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rita am 14.02.2020 08:59 Report Diesen Beitrag melden

    Fragwürdig

    Die Aussage, dass die Leute in Afrika auf den Jagdtourismus - Tourismus von ein paar wenigen unbeirrbaren Idioten - angewiesen ist, ist kompletter Blödsinn. In den Nationalparks werden Millionen an Dollars ausgegeben, um die Tiere - insbesondere die Big Five - vor Trophäenjägern zu schützen. Tiere beobachten, geniessen und gut ist.

  • Cervelat am 14.02.2020 08:53 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Meisterleistung

    Wie kann man nur stolz darauf sein das man ein wehrloses Tier aus dem Hinterhalt erschossen hat??? Das ist keine Meisterleistung! Das kann wirklich jeder der ein Gewehr bedienen kann... das ist einfacher als schwimmen oder Velo fahren! Wer auf sowas stolz ist, ist bestimmt auch stolz wenn er die Toilettenspühlung ganz alleine bedient hat...

    einklappen einklappen
  • tim am 14.02.2020 09:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unnötig

    was für arme menschen!mehr brauch ich nicht zu sagen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Lila Pause am 14.02.2020 12:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Finde den Fehler

    In Afrika versucht man, Wilderer dingfest zu machen und die Wilderei zu minimieren und gibt dafür viel Geld aus. Und dann kommen so europäische (schweizerische?) I.... und schiessen einfach zum Spass irgendwelche Tiere ab. Und davon profitieren dort wohl nur Leute aus Regierungskreisen und nicht der arme Bauer, der eh schon nicht viel hat.

  • Auswanderin am 14.02.2020 10:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einfach abscheulich

    Ein Anlageberater liess sich die geschossenen Tiere ins Geschäft liefern. Es war ein Zebra Fell und ein Kopf mit Hörner. Für mich war das sehr geschmackslos. Das war leider auch der Charakter von diesem Mann.

  • Sven O am 14.02.2020 09:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
  • JENSEN am 14.02.2020 09:09 Report Diesen Beitrag melden

    Schämt euch alle

    Unnötig ein Tier zu töten und auch noch stolz darauf sein? Was müssen das für armselige Kreaturen sein! Und dann noch Veranstalter die solches noch fördern! Ich werde immer mehr zum Menschenhasser.

  • Sven O am 14.02.2020 09:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
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