Pädo-Pfleger

03. März 2011 22:58; Akt: 03.03.2011 22:54 Print

«Ich habe gesündigt»

Es tue ihm leid, er sei krank und er wolle therapiert werden: Dies schreibt Hansjürg S. aus dem Gefängnis. Laut dem Gerichtspsychiater Josef Sachs will er so auch seine Schuld relativieren.

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«Ich habe gesündigt, ich habe verletzt, ich übernehme die Verantwortung und erwarte eine gerechte Strafe.» Dies schreibt Hansjürg S., der Pädo-Pfleger von Bern, in einem Brief an die Öffentlichkeit und die Opfer, den «10 vor 10» veröffentlichte. An 114 Kindern und Behinderten, die er in verschiedenen Heimen beaufsichtigen sollte, hatte sich der 54-jährige Sozialtherapeut in 29 Jahren vergangen. Erst vor kurzem wurde er gefasst.

«Ich weiss mittlerweile, dass ich krank bin», schreibt Hansjürg S. aus dem Gefängnis. «Ich hatte meine Triebe nicht im Griff, sie hatten mich dominiert.» Für Gerichtspsychiater Josef Sachs schiebt Hansjürg S. damit zumindest einen Teil ­seiner Schuld auf seine Krankheit: «Wenn jemand schreibt, ‹ich bin krank›, dann heisst das bis zu einem gewissen Grad, ‹ich bin nicht vollständig für das verantwortlich›.»

Der Pädo-Pfleger schreibt weiter, er wolle sich nun einer therapeutischen Massnahme in einer Anstalt unterziehen. Sachs ist allerdings der Ansicht, dass wohl auch die Frage der Verwahrung geprüft werden müsse.

(hal/20 Minuten)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peschä am 04.03.2011 01:19 Report Diesen Beitrag melden

    Krank

    Interessante Haltung des Psychiaters... Wenn ein gestörter Täter behaupten würde, er sei nicht krank, würde es heissen, es mangle an Einsicht, wenn der Täter sagt, er sei krank, dann heisst es, dies sei mangelnde Übernahme der Verantwortung. Das Allerwichtigste ist jedoch, dass dieser Typ zukünftig von Kindern ferngehalten wird, egal ob in einer Klinik oder einem Knast. Schlimm ist auch, dass er nicht früher gestoppt wurde, es darf einfach nicht passieren, dass solche Typen über Jahre unbehelligt ihr Unwesen treiben können.

  • Homer am 04.03.2011 01:48 Report Diesen Beitrag melden

    für immer hinter gittern!

    Es tut weh so etwas zu lesen was dieser Mann getan hat :(, darum solte er für immer hinter gittern!!

  • Andreas am 04.03.2011 09:30 Report Diesen Beitrag melden

    Wegsperren - für immer

    Es ist an Gott, Sünden zu vergeben. Der Mensch sollte da nicht vorgreifen. Also lebenslänglich Wegsperren.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Samantha Fusco am 08.03.2011 11:27 Report Diesen Beitrag melden

    Krank??

    Oke, wenn ich jemanden umbringe sage ich auch ich bin krank. Das kann doch nicht wahr sein. Er hat das Leben von behinderten menschen ruiniert. Diese Kinder hatten es sowieso schon nicht leicht. Nur ich frage mich, wie konnte er es so lange verbergen das er so ein Psychopat ist? Warum ist das niemandem aufgefallen? Ich denke, die Kinder waren auch trauriger oder bedrückt. Als Pfleger hätte man das doch merken müssen oder liege ich falsch? Ich kann das nicht verstehen.. er hat sich ja auch an einem 1 jährigen Kind vergriffen. Wie kann man nur? Er sollte für immer hinter Gitter!!

  • Daniel am 07.03.2011 02:38 Report Diesen Beitrag melden

    Wie wärs mit einer Entschuldigung / Entschädigung

    Wie wärs mit einer "gerechten" Entschuldigung und einer "gerechten" Entschädigung für die Opfer? Wie wärs wenn er alle Mithelfer und Mitwisser öffentlich beim Namen nennen würde? Damit könnte er wenigstens seinen Anstand noch retten! Für seine Sünden (Sünde = sich selbst oder jemanden anderen schaden) muss er so oder so geradestehen. Für seine Verbrechen muss ihn die Gesellschaft zur Rechenschaft ziehen.

  • Susanne Reich am 05.03.2011 19:04 Report Diesen Beitrag melden

    Reue?

    Und weshalb fällt dem Täter dies erst nach 29 Jahren auf? Sich an Kindern zu vergreifen, ist so oder so schon unentschuldbar und nie wieder gutzumachen, doch sich an behinderten Kindern zu vergreifen, ist absolut das letzte. Würde er heute auch bereuen, wenn er nicht entdeckt worden wäre?

  • Andreas am 04.03.2011 09:30 Report Diesen Beitrag melden

    Wegsperren - für immer

    Es ist an Gott, Sünden zu vergeben. Der Mensch sollte da nicht vorgreifen. Also lebenslänglich Wegsperren.

  • maria-rosa am 04.03.2011 06:13 Report Diesen Beitrag melden

    Sünde ?

    Das ist keine Sünde sondern ein schweres Verbrechen ! Was erwartet er? Vergebung?