Kollegah wettert gegen Vibez

14. Juni 2019 12:37; Akt: 14.06.2019 15:56 Print

«Ich komme nie wieder hierher»

Im Video eines Youtubers lässt Rapper Kollegah seinem Frust über das Vibez-Festival freien Lauf. Insbesondere der Backstage-Bereich gefiel ihm überhaupt nicht. Das Vibez nimmt Stellung.

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Die Frage aller Fragen, weshalb die Veranstalter des Vibez-Openairs fälschlicherweise die Emirates als Hauptsponsor präsentierten, ist noch immer nicht geklärt. Selbst Festival-Initiator Daniel Meili behauptet, die Antwort nicht zu kennen: «Ich kann mir nicht erklären, wie es so weit kommen konnte», lässt er sich in einer Mitteilung vom Donnerstag zitieren. Die Negativschlagzeilen im Vorfeld hätten «wohl einige potenzielle Gäste davon abgehalten, spontan das Vibez zu besuchen, was wir bedauern», so Meili.

Trotz weniger Publikum als angestrebt – laut eigenen Angaben rund 32'000 statt 50'000 Besuchern – erhielt das Vibez auf den sozialen Medien überwiegend positive Resonanz. Die Ausgabe 2020 sei deshalb bereits in Planung, heisst es in der Mitteilung weiter.

«Weisst du, wie langweilig das ist, Bruder?»

Weniger angetan vom Vibez war offensichtlich Rapper Kollegah, der am Freitag seinen Auftritt hatte. In einem Video des Youtubers Leon Lovelock (ca. 12:07 bis 17:32), dessen Kanal immerhin über 370'000 Leute folgen, wettert er insbesondere gegen den Backstage-Bereich des Openairs. Lovelock will gute Stimmung verbreiten, spricht beim Interview-Einstieg von einem «geilen Ding» und «positiven Vibez». Doch Kollegah kontert sogleich: «Im Ernst, was ist denn hier gerade positiv?» Dann setzt der Rapper zu einer regelrechten Schimpftirade an.

«Ich sitze den halben Tag in einem Backstage-Bereich, der vollkommen isoliert ist vom Festivalgelände», sagt er. «Ich habe nicht einmal einen Ausblick auf irgendeinen Zaun. Weisst du, wie langweilig das ist, Bruder?» Lovelock ist sichtlich verdutzt: «Aus dem Blickwinkel habe ich das Ganze noch gar nicht gesehen», meint er nur.

«Wunderschönes Land»

Dann nimmt Kollegah den Interviewer auf eine kleine Führung mit, zeigt auf das Zirkuszelt, das sich direkt neben dem Backstage-Bereich befindet. «Wollen die, dass ich hier den Clown mache und mir eine rote Nase aufsetze?» Weiter gehts zu Kollegahs Backstage-Raum, vor dem ein Stromgenerator aufgestellt ist. «Der brummt den ganzen Tag auf 500 Dezibel», wettert er. Sein Fazit wenig später: «Ich komme nie wieder hierher.»

Immerhin für die Schweiz findet der Rapper lobende Worte: «Die Schweiz ist ein wunderschönes Land. Alles perfekt hier.»

«Alle notwenigen Annehmlichkeiten»

20 Minuten konfrontierte Vibez-Initiator Meili mit Kollegahs Vorwürfen. Grundsätzlich versuche man alle Künstler bestmöglich unterzubringen, sagt er. «Da Kollegah auf der Zeltbühne bereits einen Backstage-Bereich mit allen notwendigen Annehmlichkeiten hatte – etwa Bar, Shisha und Verpflegung –, haben wir ihn im Backstage-Bereich der Hauptbühne in einem etwas weniger luxuriöseren Ambiente 30 Meter vom Festgelände im abgesicherten Künstlerbereich untergebracht.» Von den Künstlern habe man sonst sehr viele positive Feedbacks erhalten haben, so Meili.

Während Kollegah am Vibez weilte, wurde in seiner neu eröffneten Shisha-Bar in Düsseldorf eine Razzia durchgeführt. Gemäss der «Bild»-Zeitung haben die Beamten drei bis vier Kilogramm Shisha-Tabak sichergestellt.

(sul)