Verpuffung in Gerlafingen SO

12. Juli 2014 16:09; Akt: 13.07.2014 07:44 Print

«Ich sah glühende Steine fliegen»

Teils grosse Schlackensteine sind am Samstagmorgen in angrenzende Quartiere der Stahl Gerlafingen SO geschleudert worden. Die Brocken waren auch Stunden später noch warm.

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Ein Riesenknall hat die Anwohner der Stahl Gerlafingen SO kurz nach 4 Uhr unsanft aus dem Bett geholt. «Ich habe geschlafen und bin aufgeschreckt. Erst dachte ich, ein Blitz habe eingeschlagen oder die Erde bebe», erzählt Janina Holliger.

Nur die Emme trennt das Haus ihrer Familie vom Stahlwerk, wo es am Samstagmorgen zu einer Verpuffung gekommen ist – ausgelöst durch die Vermischung von rund 600 Grad heisser Schlacke mit Wasser.

Vor dem Haus spielt sich seltenes Spektakel ab: «Ich sah glühende Steine, wie Meteoriten, über den Vorplatz fliegen», sagt Marcel Pesse, der Freund von Holligers Mutter. «Das war gewaltig, da war ich im ersten Moment schon geschockt.»

Nach der Explosion liegen zahlreiche Schlackensteine vor dem Haus. Darunter ist auch ein richtiger Brocken: «Etwa 20 Zentimeter Durchmesser», schätzt Pesse. Auf dem Weg bei der Emme sei sogar ein Stein von rund 50 Kilogramm gelandet.

Richtig parkiert, von Stein getroffen, Totalschaden

Die Steine haben im Wohnquartier einiges an Schaden angerichtet. Etwa an Holligers Auto, dessen Heckscheibe jetzt kaputt ist. Pesse ist trotzdem erleichtert: «Zum Glück ist das zu einer Zeit passiert, wo kaum jemand auf der Strasse ist.»

Auch Nicole A. aus Biberist SO muss sich jetzt um ein zerstörtes Auto kümmern. Ihres hat Totalschaden. «Ich war am Freitagabend bei einem Freund in Gerlafingen. Weil ich etwas getrunken hatte, liess ich mein Auto dort stehen, um es am nächsten Tag wieder abzuholen.»

Doch vor Ort ist davon nicht mehr alles übrig. «Als ich ankam, war die Feuerwehr mit Löscharbeiten beschäftigt. Ein Gesteinsbrocken hatte sich durchs Dach gebrannt und so auch im Innern Schaden angerichtet», sagt Nicole A. Es habe extrem gestunken und alles sei schwarz gewesen und der Stein noch immer heiss.

«Das ist wirklich Pech. Dabei hatte ich das Auto extra noch umparkiert, weil ich zuerst versehentlich im Parkverbot stand.»

Grund für den Zwischenfall war vermutlich der hohe Grundwasserspiegel, heisst es bei Stahl Gerlafingen. Die Verantwortlichen haben mit den Betroffenen vor Ort Kontakt aufgenommen.

(kko)