Berner sprintet übers Spielfeld

20. September 2018 19:16; Akt: 21.09.2018 12:54 Print

«Ich habe Mourinho zum Lächeln gebracht»

von Raphael Casablanca - Während dem CL-Knüller im Stade de Suisse sorgte ein Flitzer auf dem Spielfeld für Aufsehen und Lacher. Er entschuldigte sich am Tag danach für die Aktion.

Angefeuert von Freunden und Fans rannte der Flitzer quer übers Spielfeld. (Video:NNB)
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Da musste selbst ManU-Trainer José Mourinho lächeln: In der 91. Minute der Champions-League-Partie YB gegen Manchester United vom Mittwoch flitzte ein Berner ManU-Fan auf das Spielfeld, hängte mit einem gewitzt geschlagenen Haken einen Security-Mitarbeiter ab – und bekam schliesslich einige Spieler der Red Devils hautnah zu sehen.

Errst nach zwei Umarmungen eingefangen

Der Berner Flitzer ist leidenschaftlicher Manchester-United-Fan und liess sich die Chance, sein Lieblingsteam in seiner Stadt zu sehen, nicht entgehen. «Eigentlich war es ziemlich einfach. Ich habe geschaut, wann Manchester gerade auf meiner Seite spielte – dann bin ich einfach aufs Feld gerannt», erzählte er Radio Bern 1 nach der Aktion.

Der junge Flitzer war schnell auf den Beinen und liess sich erst nach zwei Spieler-Umarmungen von den Sicherheitskräften einholen. «Ich habe mich daraufhin natürlich gestellt, da blieb ich kooperativ», erinnert er sich. Man habe ihn dementsprechend behandelt. Jedoch wurde er wegen seines ManU-Shirts von einigen YB-Fans mit Bier geduscht. Eines traf ihn gar am Kopf.

Da musste sogar Mourinho lächeln

Ein surreales Erlebnis

Über die Höhe der Busse ist bisher noch nichts bekannt. «Die Polizei hat mir gesagt, es gebe nun Stadionverbot», so der Flitzer. 20 Minuten machte den jungen Mann am Tag nach der Aktion ausfindig: «Ich stehe zu meiner Aktion, empfehle aber niemande diese nachzuahmen. Es tut mir leid, wenn sich Menschen daran gestört haben. Bei denen entschuldige ich mich», gibt er zu verstehen. Er entschuldige sich auch bei den Spielern von YB und dem Verband. Er habe bewusst während einer Spielunterbrechung den Rasen betreten, um den Spielfluss nicht allzu fest zu stören.

«Es war keine Suffaktion», hält er fest. «Ich bin leidenschaftlicher Fan. Bei keiner anderen Mannschaft wäre ich aufs Spielfeld gerannt.» Die beiden Club-Legenden Juan Mata und Marouane Fellaini zu umarmen sei ein surreales Erlebnis gewesen. Am liebsten hätte er jedoch das zu dem Zeitpunkt bereits ausgewechselte Stürmertalent Marcus Rashford umarmt.

Sind weitere Aktionen geplant?

Würde er eine solche Aktion wieder machen? «Niemals, das war dieses eine Mal, jetzt ist gut. Ich habe Mourinho zum Lächeln gebracht – das hätte ich mir niemals erträumt.»