Skywork-Konkurs

06. September 2018 18:11; Akt: 07.09.2018 07:50 Print

«Meine Kinder vermissen die Flugzeuge schon jetzt»

Am Donnerstag wurde der Konkurs über die Fluggesellschaft Skywork eröffnet. Der Abschied der letzten Maschine war emotional.

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Lukas Wyss erlebte am Mittwochabend einen historischen Moment in der Berner Luftfahrtgeschichte. «Kurz vor 18 Uhr sah ich, wie die Feuerwehr die letzte Skywork-Maschine abspritzte und auf ihre letzte Reise schickte», erzählt der Familienvater.

Mit seinen Kindern war er auf dem Flugplatz zugegen. Das Fazit seiner Sprösslinge: «Wir vermissen die Flugzeuge jetzt schon.» Die sechs geleasten Skywork-Maschinen wurden zu den Leasinggesellschaften in Schweden und England zurückgeflogen. Das von Lukas Wyss fotografierte Flugzeug war das letzte verbleibende und startete Richtung Humberside in Ostengland.

«August wurden überwiesen»

Vor einer Woche hatte die Berner Fluggesellschaft Skywork Konkurs angemeldet. Die Flugzeuge des Unternehmens wurden Knall auf Fall gegroundet und die Passagiere mussten sich nach anderen Reisemöglichkeiten umsehen. Am Donnerstag ist der Konkurs nun definitiv eröffnet worden. Oberste Priorität hätten die Skywork-Mitarbeiter und die Sicherung der Aktivmasse, teilte der Kanton Bern mit.

Das Konkursamt plane nicht, den Flugbetrieb wieder aufzunehmen, hiess es weiter. Demnach erhalten die meisten der rund 100 Skywork-Angestellten nun die Kündigung, und ein Grossteil wird freigestellt. Die Löhne für den Monat August wurden laut Skywork-Sprecher Max Ungrich bereits überwiesen.

Hoffen auf Sozialplan

«Der Fall Swissair war dazumal ähnlich wie der Fall in Bern-Belp. Die Mitarbeiter standen vom einen auf den anderen Tag ohne Arbeit da. In solchen Fällen hoffe und erwarte ich von den Verantwortlichen einen vorbereiteten Sozialplan und Unterstützung bei der Stellensuche», so Denny Manimanakis, Präsident der Schweizer Gewerkschaft für Kabinenpersonal kapers.

Zur Mittelbeschaffung verkaufte Skywork Anfang Woche das einzige Flugzeug, das sich noch in Besitz der Gesellschaft war. Es handelt sich dabei um eine in die Jahre gekommene und letzten Frühling ausgemusterte 32-plätzige Dornier.

Da Skywork zwei Drittel der gesamten Passagierflüge vom Flughafen Bern flog, ist das Grounding ein grosser Einschnitt für den Linienflugverkehr. Doch offenbar gibt es für den Passagierverkehr einen Silberstreifen am Horizont: Seit Montag bestreitet die österreichische Airline People's die Flüge ab Bern in die griechische Hafenstadt Preveza. So ist neben Helvetic bereits wieder eine zweite Fluggesellschaft ab Bern unterwegs.

Davon merkte Lukas Wyss aber nichts: Als vor seinen Augen die letzte Skywork-Maschine abgehoben war, blieb kein einziges Flugzeug mehr im Belpmoos zurück.

(ber/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Housi vo Bigetu am 06.09.2018 21:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Amateur CEO

    Ja, sehr tragisch das Ganze! Wenn man bedenkt, dass wegen einem Egoist als CEO, der offenbar keine Macht an die Investoren abgeben wollte, einfach eine Fluggesellschaft in den Konkurs treibt, dann ist es doppelt so schlimm! Die Passagierzahlen waren sehr gut, die Rentabilität fast vorhanden. Investoren waren genug vorhanden! Ich hoffe sehr, dass die Investoren unter einem neuen Team eine Flughesellschaft mit 2-3 Mascjinen auf die Beine stelle können! Eine Regionalairline kann ab Belp rentabel betrieben werden, aber mit einem Profi als CEO und mit dem richtigen Flugzeugtyp!

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  • Padu40 am 06.09.2018 19:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Skywork

    Ja Mann gibt ja lieber die Millionen die der Bund hat für die Asylpolitik aus, Stadt die Schweizer Fluggesellschaften zu reten. Das wahr schon bei der swissair so und nun auch leider bei der skywork, welche Schweizer Airline ist als nächstes dran.

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  • L.W. Pilot am 06.09.2018 22:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Neubeginn mit Profi und richtigen Flieger

    Hoffe es finden sich Leute welche den Mut haben eine neue, kleine Berner Airline zu Gründen! Mit einem richtigen CEO der etwas versteht und dem richtigen Flugzeugtyp funktionierts ab Bern! Motto: Weniger ist mehr. 2-3 Flugzeuge für Linien- und Charterverkehr. Ideal wären 2 ATR 42 (50 Pl) vor allem für die Linienflüge sowie 1 ATR 72 (76 Pl) für die Charterdestinationen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • urbanier am 07.09.2018 10:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einfach nur schlimm

    Was ist eigendlich der grund?

  • Jacka am 06.09.2018 23:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ..da der ehemalige Chefff da...

    ..er erzählt, dass sie schon noch Geld gehabt hätten. Dann bezahl mir doch jetzt mein ungültiges Ticket zurück!...Amateure..wie der Flugplatz Belp. Passt!

  • L.W. Pilot am 06.09.2018 22:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Neubeginn mit Profi und richtigen Flieger

    Hoffe es finden sich Leute welche den Mut haben eine neue, kleine Berner Airline zu Gründen! Mit einem richtigen CEO der etwas versteht und dem richtigen Flugzeugtyp funktionierts ab Bern! Motto: Weniger ist mehr. 2-3 Flugzeuge für Linien- und Charterverkehr. Ideal wären 2 ATR 42 (50 Pl) vor allem für die Linienflüge sowie 1 ATR 72 (76 Pl) für die Charterdestinationen.

    • Leo am 07.09.2018 18:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @L.W. Pilot

      Bern auf die Kanaren ist die Marktlücke! Aber das geht nur mit richtigen Jets und nicht mit Ventilator Antrieb

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  • Housi vo Bigetu am 06.09.2018 21:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Amateur CEO

    Ja, sehr tragisch das Ganze! Wenn man bedenkt, dass wegen einem Egoist als CEO, der offenbar keine Macht an die Investoren abgeben wollte, einfach eine Fluggesellschaft in den Konkurs treibt, dann ist es doppelt so schlimm! Die Passagierzahlen waren sehr gut, die Rentabilität fast vorhanden. Investoren waren genug vorhanden! Ich hoffe sehr, dass die Investoren unter einem neuen Team eine Flughesellschaft mit 2-3 Mascjinen auf die Beine stelle können! Eine Regionalairline kann ab Belp rentabel betrieben werden, aber mit einem Profi als CEO und mit dem richtigen Flugzeugtyp!

    • Passagier am 07.09.2018 21:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Housi vo Bigetu

      Eine Auslastung von knapp über 50% und mit zu kleinen Flugzeugen kann auch der beste CEO nicht in den Erfolg führen.

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  • Adrian am 06.09.2018 20:14 Report Diesen Beitrag melden

    Für die Umwelt...

    ...ist es ein Segen!!! Ja sorry, wir müssen nicht über Trumps Ausstieg aus dem Klimaabkommen wettern, aber selbst wollen wir nichts dafür tun.