Ausgebüxte Raubkatze

08. Mai 2012 15:39; Akt: 08.05.2012 18:24 Print

«Menschen passen nicht ins Beuteschema»

von Felix Burch - Wie findet sich ein Panther, der in Gefangenschaft gelebt hat, in der freien Wildbahn zurecht? Wie müssen sich Leute verhalten, die ihm begegnen? Und geht der Panther auf unsere Haustiere los?

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Ernst Federer ist Geschäftsleiter des Walter Zoos in Gossau SG. In seinem Zoo werden momentan Tiger und Leoparden gehalten. Federer selber arbeitete mit Jaguaren, Geparden, Löwen, Tigern und Leoparden. Er hat mehr als 30 Jahre Erfahrung im Umgang mit Raubkatzen.

Was wissen Sie über den Panther, der in der Region Kestenholz-Bätterkinden umherstreift?
Ernst Federer:
Ich erfuhr vom angeblichen Panther - ein schwarzer Panther ist übrigens ein Leopard mit schwarzem Fell - aus den Medien. Unter anderem habe ich gelesen, das Tier soll 50 Zentimeter gross sein. Ausgewachsene Panther sind grösser. Sie können bis zu 1 Meter gross werden.

Wie verhält sich ein domestizierter Panther, der sich plötzlich in der Wildnis durchschlagen muss?
Sehr scheu. Zu Begegnungen mit Menschen dürfte es eher selten kommen. Von einem Panther in Freiheit geht deshalb eine sehr kleine Gefahr aus. Verhungern wird er auf keinen Fall. Da ist die Gefahr, dass er von einem Auto angefahren wird, viel grösser.

Falls jemand trotzdem dem Panther begegnen sollte, wie muss er sich verhalten?
Man soll ruhig bleiben und auf keinen Fall hektisch davonrennen. Das Tier wird von sich aus weggehen. Wichtig ist allgemein, dass jetzt in der Bevölkerung keine Panik ausbricht. Menschen passen nicht in das Beuteschema des Panthers.

Wovon ernährt er sich dann in den Schweizer Wäldern?
Ein Panther, der lange in Gefangenschaft gelebt hat, hat das Jagen nicht verlernt. Er kann sämtliche Tiere, die bei uns leben, reissen; zum Beispiel Jungrehe, Hasen, Vögel, Eichhörnchen. Je nachdem, wie er gehalten wurde, wagt er sich auch in die Nähe von Bauernhöfe, um Hühner zu jagen. Dass er auf Hunde losgeht, ist eher unwahrscheinlich.

Wie kann die Raubkatze am besten gefangen werden?
Futterfallen, die bereits aufgestellt wurden, sind sicher die beste Lösung. Das Tier mit einem Schuss zu narkotisieren, ist weniger erfolgsversprechend. Selbst wenn ein Pfeil den Panther trifft, ist er noch etwa 15 Minuten aktiv. In dieser Zeit kann er sich in ein Versteck verkriechen, die Narkose ausschlafen und weiterziehen, bevor ihn jemand findet.

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Ausgewählte Leser-Kommentare

An all diejenigen, welche hier gegen den Abschuss und für eine Betäubung sind: Was soll danach mit dem wunderschönen Tier geschehen??? Soll man ihn in einen Zoo sperren? Entweder man setzt ihn in seinem natürlichen Lebensraum (Afrika/Asien) aus oder man tötet ihn! Das schlimmste für ein jedes Tier ist nicht der Tod sondern der Freiheitsentzug! – Staibock

Falls es sich tatsächlich um einen schwarzen Panther und nicht um einen zu gross geratenen Kater handelt, stellt sich die Frage, woher das Tier kommt. Da es augenscheinlich niemandem in der Umgebung fehlt, muss davon ausgegangen werden, dass das Tier schon länger in der Wildnis überlebt hat. Dies wiederum bedeutet, dass es wohl gegenüber Menschen sehr scheu ist und somit mit höchster Wahrscheinlichkeit keine Gefahr darstellt. Bei einer Begegnung sollte es genügen, ordentlich Lärm zu machen, um das Tier zu verscheuchen. – Simon Oehy

Das ist ein brandgefährliches Raubtier und alle die es Leben lassen wollen sollen doch zuerst einmal in der freien Wildbahn einem solchen Vieh begegnen und von ihm angefallen und im besten Fall nur für's Leben entstellt werden. Das Tier gehört sofort abgeschossen. Ein Betäubungspfeil ermöglicht ihm evtl. trotzdem die Flucht. – P. Morell

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marcel Meister, Solothurn am 08.05.2012 10:58 Report Diesen Beitrag melden

    Tiger,Bären und andere gefährliche Tiere

    Liebe Mitbürger und Mitbürgerinnen Auf der ganzen Welt gibt es Zonen und Gebiete wo Tiger, Bären, Schlangen und andere gefährliche Tiere nähe den Menschen leben. Eigentlich sollte man alles abschlachten, dann hätten wir scheinbar keine Bedrohungen mehr. Speziell zu dieser schönen Raubkatze. Das Tier verhält sich von Natur aus eher zurückhaltend, vor allem bei Lebewesen, die grösser als einen Meter sind. Und bevor es Menschen gefährlich nahe kommen würde, ist das Tier sicher von einem Auto überfahren worden.

  • Marco am 08.05.2012 09:47 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso Abschuss?

    Kann man das Tier nicht betäuben und in einen Zoo bringen?

  • root am 08.05.2012 21:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    stört niemanden

    wenn es sich wirklich um das Tier handelt das im Herbst in Deutschland gesichtet wurde stellt es kein Problem dar. Es hat den Winter überlebt und kann sich somit selbst ernähren, Nutztiere wurden keine gerissen und genug scheu ist es auch, sonst wäre es schon öfters gesehen worden. Es stellt somit keine Gefahr dar (die Chance von einem Auto überfahren zu werden ist bedeutend höher) und verbreitet sich nicht weiter. Interessant wäre es höchstens das Tier zu betäuben, untersuchen und mit einem Sender ausgestattet wieder laufen zu lassen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Nature am 09.05.2012 22:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum? 

    Warum haben die Schweizer eigentlich solche Probleme mit wilden Tieren?

    • Alex am 10.05.2012 16:50 Report Diesen Beitrag melden

      Antwort:

      Weil sie keine Steuern bezahlen! ;-)

    • st.gallerin am 10.05.2012 19:47 Report Diesen Beitrag melden

      genau!

      ja, das frag ich mich auch.... :-/ *augenroll*

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  • Si mon am 09.05.2012 20:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Komisch

    Diese ganze Geschichte scheint mir etwas komisch. Aus dem einfachen Grund, dass es nur eine Zeugenaussage ist und kein witklicher Beweis besteht. 2. wem gehört dieser Panther??

  • ulieni am 09.05.2012 16:27 Report Diesen Beitrag melden

    was solls

    lasst ihn doch einfach leben. Sobald bei uns ein Raubtier auftaucht, sei es Wolf, Bär oder Luchs wird ein Drama gemacht. Bis jetzt wurden noch immer mehr Menschen in der Schweiz von Hunden als von Raubtieren verletzt oder getötet und man lässt die Hunde auch leben.

    • sahra schmid am 09.05.2012 20:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      panther

      ich finde das alles einen blözin es ist ja wirklich egal

    • Si mon am 09.05.2012 20:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      gehört nicht in CH

      Abrr das ist ein Panther und kein Wolf oder Bär... Ein Panther gehört einfach nicht in unsere Wälder!

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  • J. Jelly am 09.05.2012 13:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    armes Tier

    So ein schönes Tier, ich wünschte, ich könnte ihn sehen.. Also echt, der Bär und der Wolf, die dürfen auch bleiben, und die sind nicht weniger gefährlich !! Das arme Tier..

  • Miriam Plichta am 09.05.2012 12:23 Report Diesen Beitrag melden

    Lieber P. Morell,

    das was Sie von sich geben ist brandgefährlich. Kein Raubtier in freier Wildbahn fällt ohne Grund einen Menschen an. Menschen wie Sie, sind für die Verbreitung von Ammenmärchen wie die über den Wolf verantwortlich. Wie können Sie nur soetwas behaupten. Ich habe solche Tiere erlebt, jeder Hund an der Leine ist gefährlicher. Warum hat dieses Tier wohl noch niemanden angefallen? Irgend einen armen Spatziergänger oder Jogger? Weil Ihre Behauptung schlicht und ergreifend falsch ist!!