Angeblicher Shitstorm

17. Juli 2018 17:52; Akt: 17.07.2018 17:52 Print

Openair wegen militanter Tierschützer abgesagt?

Mitte August sollte in Busswil bei Melchnau BE ein Openair stattfinden. Das OK teilt nun mit, das «militante Tierschützer» den Anlass verhindert hätten. Das sei eine Lüge, so ein Kritiker.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Das Buesu Openair im bernischen Busswil bei Melchnau sei abgesagt worden, weil sich eine «militante» Gruppe gegen das OK gestellt habe: Dies berichtete am Dienstag das «Langenthaler Tagblatt». Konkret schreiben die Organisatoren auf ihrer Website: «Der im OK engagierte Gemeindepräsident wurde täglich mit Hasstiraden, beleidigenden E-Mails und wüsten SMS-Nachrichten eingedeckt.» Die Sicherheit der Festbesucher, Helfer und Bands habe unter diesen Umständen nicht gewährleistet werden können.

Alles begann im vergangenen März: «Ein paar Enthusiasten», wie sich das OK selbst bezeichnet, wollten zu Ehren der lokalen Band Keep Close ein Openair organisieren. Auf der Website des auf den Namen Buesu Openair getauften Anlasses konnte kurze Zeit später bereits das Festivalgelände eingesehen werden. Teile des Openairs sollten gemäss diesem Plan direkt ans Land der Familie Berchtold angrenzen. Diese wusste davon aber nichts.

«Wir wollten nicht Spielverderber sein»

Das warf bei den Betroffenen Fragen auf. Adrian Berchtold: «Wir wollten nicht als Spielverderber dastehen, sondern lediglich das Nötigste klären.» Doch Gemeindepräsident und Mitorganisator Peter Wegmüller habe nicht informiert. An der Gemeindeversammlung im Juni sorgte dies für rote Köpfe: Mehrere Einwohner verlangten eine bessere Kommunikation und kritisierten den Präsidenten harsch.

Schliesslich traf sich Wegmüller mit den Berchtolds, um die Situation anzuschauen: Die Bauernfamilie brachte Themen wie Abfallkonzept, Eingangskontrollen oder Konzertzeiten aufs Tapet – ohne zufriedenstellende Antworten zu erhalten. «Wegmüller gab nur ausweichend Auskunft oder stellte auf stur und sagte, das gehe uns nichts an», so Berchtold.

Letzte Woche die Wende: Wegmüller teilte mit, dass auf dem Areal von Morgenthaler Gartenbau ein neues Festivalgelände bereitstehe. Wie es zu diesem Sinneswandel kam, habe er gegenüber Berchtold nicht ausführen wollen. «Die Sache ist für euch erledigt», hab er bloss per Mail geschrieben.

Der Organisator schweigt

Vor wenigen Tagen kam es dann zum Eklat: «Leider musste das Buesu Openair heute wegen militanten Tier- und Naturschützern aus Sicherheitsgründen und schweren Herzens abgesagt werden», schreibt das Buesu Openair auf der Website und auf Facebook. Begründet wird das Ganze mit angeblichen Hasstiraden, beleidigenden E-Mails und wüsten SMS-Nachrichten, die Wegmüller erhalten habe. Belege dafür blieb er aber schuldig.

Adrian Berchtold versteht die Welt nicht mehr: «Wir haben ganz normal gefragt, von Beleidigungen oder Hasstiraden war da keine Spur. Diese Anschuldigungen sind Lügen.» Berchtold vermutet, dass die Absage des Openairs andere Gründe hat.

Auf Anfrage von 20 Minuten will Wegmüller die Situation nicht weiter kommentieren und wiederholt mehrmals: «Ich äussere mich nicht zu diesem Openair.»

(ber)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rosella am 17.07.2018 18:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Kommt davon, wenn Amateure ein Openair organisieren wollen. Transparenz und Kommunikation sind das A und O

    einklappen einklappen
  • Guschti am 17.07.2018 19:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Seid einfach

    ehrlich - alle Beteiligten. Das ist vermutlich weder von Politikern noch von "Tierschützern" zu erwarten

  • Sarah am 17.07.2018 19:50 Report Diesen Beitrag melden

    Rücktritt

    Der Gemeindepräsident kann nur noch zurücktreten. Seine politische Karriere ist zu Ende. Keine Beweise und nur abstrus inszenierte Behauptungen, sind der Tod jedes Politiker.

Die neusten Leser-Kommentare

  • C.Käser am 18.07.2018 08:07 Report Diesen Beitrag melden

    Gut so

    Jeder Anlass an dem lediglich mit möglichst grosser Lautstärke jeder noch so degenerierte akustische Müll als angebliche Kultur abgeladen wird gehört in geschlossene, schalldichte Räume verlagert oder sein gelassen - aber sicher nicht "open air". Weder Mensch noch Tier müssen sich den geistigen Abfall anhören müssen.

  • L. Acher am 18.07.2018 07:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    UPS ...

    Mit zu hoch gesteckten Zielen eine gewaltige Bauchlandung produziert

  • Heiri am 18.07.2018 07:47 Report Diesen Beitrag melden

    Der Grund

    Wäre sicher ein Konzert von Rechtsradikalen Bänd's gewesen! Bei denen läuft das immer so, keiner weiss genau wo die Konzerte stattfinden würden!

  • Leser am 17.07.2018 20:00 Report Diesen Beitrag melden

    Selber schuld wenn ich dass richtig seh

    Namen vom organisator = shitstorm.. Selber schuld, wenn man sowas macht klärt man auch allea vorher ab! Dass ist wie ticket zu verkaufen ohne absicherung etc. Ja ich würde sagen sie müssen sich einen. Euen namen suchen ;). Kann die tierschützer etc verstehen. Und dass antworten bzhw ignorieren etc ist auch sehr professionell sowie dass der andere noch schweigt!".

  • Guschti am 17.07.2018 19:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Seid einfach

    ehrlich - alle Beteiligten. Das ist vermutlich weder von Politikern noch von "Tierschützern" zu erwarten