«Keine Hilfe erhalten»

13. Dezember 2018 05:47; Akt: 13.12.2018 08:18 Print

Flugbegleiterin packt nach Grounding aus

Eine Ex-Flugbegleiterin von Skywork äussert sich knapp vier Monate nach dem Konkurs der Fluggesellschaft. Die Chefetage soll die Belegschaft nach dem Grounding allein gelassen haben.

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Isabelle Mosimann ist von ihrem Ex-Arbeitgeber bitter enttäuscht. Nach dem Grounding der Schweizer Fluggesellschaft erhielt die Flugbegleiterin nach ihren Angaben weder eine Verabschiedung noch Unterstützung seitens von Skywork. Nicht nur sie sei betroffen, sondern auch ihr Vater: Dieser war beim Unternehmen als Pilot angestellt.

Als sie die böse Nachricht vom Grounding erfuhr, kam sie gerade von einem Flug zurück: «Es war ein Riesenschock. Die Hälfte unserer Familie ist sprichwörtlich aus den Wolken gefallen», schilderte die Ex-Flugbegleiterin gegenüber Radio Bern1

Weder Verabschiedung noch Unterstützung

Besonders schade findet Mosimann, dass sie von Skywork weder Dank noch Hilfe bekommen habe: «Es hat uns betroffen, dass wir nicht einmal eine persönliche Verabschiedung erhalten haben. Es wäre ein kleiner Aufwand gewesen, der wenigstens etwas Respekt und Wertschätzung gezeigt hätte».

Weiter hätte sie und ihr Vater auch keine Unterstützung im Arbeitslosenprozess erhalten, kritisiert die Bernerin. Sie hätten sich nach dem Schock selber zu helfen wissen müssen und hätten sich mit verschiedenen Ämtern wie dem RAV getroffen: «Von Skywork selbst und der Chefetage haben wir keine Hilfe erhalten, was die ganze Sache noch bitterer macht», so die ehemalige Mitarbeiterin.

Skywork hat nichts falsch gemacht

Auf Anfrage von Radio Bern1 verwies der frühere Skywork-Chef Martin Inäbnit an den ehemalige Kommunikationschef Max Ungricht. Dieser wolle den Vorwurf nicht kommentieren, weil das Mandat durch den Insolvenzantrag beendigt wurde: «Man muss bedenken, dass in dieser Phase der Insolvenz die Geschäftsleitung dem Konkursverwalter unterstellt», lässt er schriftlich mitteilen.

Trotz der Enttäuschung hat Isabelle Mosimann ihrer Branche nicht den Rücken gekehrt und arbeitet inzwischen bei einer anderen Fluggesellschaft.

(pal)