Wieder gefunden

19. Dezember 2011 15:36; Akt: 19.12.2011 16:29 Print

«Nuska suchte beim Haus nach Futter»

von Annette Hirschberg - Hündin Nuska irrte sechs Monate durch die Schweiz, bis Bauer Walter Gerber den streunenden Husky bemerkte. Mit Futter und einem Trick konnte er das scheue Tier einfangen.

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Mehrere Tage lang fütterte der Landwirt Walter Gerber die streunende Husky-Hündin Nuska, bis er sie einfangen konnte. Dank ihm durfte der 15-jährige Schüler Luzian Tschanz aus St. Urban LU sechs Monate nach der Flucht seiner Nuska die Hündin wieder in die Arme schliessen. Dabei hatte der Bauer zunächst geglaubt, ein Wolf sei in der Gegend aufgetaucht. «Meine Tochter war bei mir zu Besuch und sagte mir, sie hätte in der Nacht einen Wolf in der Nähe des Dorfes gesehen», erzählt Gerber, der im Weiler Moron in der Nähe von Bellelay im Berner Jura lebt. Kurz darauf sah er das Tier prompt bei der Jagd. «Da fiel mir und meinen Jägerkollegen auf, dass es ein Halsband trug und ein Hund sein musste», so Gerber.

Die Husky-Hündin tauchte darauf nach dem Eindunkeln immer wieder in der Nähe seines Hauses auf und suchte nach Futter. «Sie hatte Hunger und frass die Knochen, die meine Hunde rund um dem Hof liegen gelassen hatten», sagt Gerber. Die Hündin war aber so scheu, dass sie sofort wegrannte, wenn er nur einen Fuss vor die Tür setzte. Darauf informierte Gerber den Wildhüter über den Streuner. «Wir kamen überein, dass ich versuchen sollte, den Hund einzufangen.»

«Die Hündin drehte vor Angst fast durch»

Nun begann Gerber gezielt Futter für Nuska auszulegen. «Sie kam immer wieder und frass.» Nach einigen Tagen legte er Futter in den Zwinger seiner Hunde. Zuvor machte er an der offenen Zwingertür ein Seil fest. Das andere Ende führte er in einen Schopf gegenüber des Zwingers. Damit der Hund das Seil am Boden nicht bemerkte, legte er Laub drüber und versteckte sich im Schopf. «Als die Hündin im Zwinger am Fressen war, zog ich mit dem Seil die Tür zu», erzählt Gerber. Die Hündin sei darauf fast durchgedreht. Sie sei überall am Zwinger hochgesprungen und habe versucht zu fliehen. «Sie bellte laut, fletschte die Zähne, knurrte und jaulte, sie war ziemlich furchterregend», sagt Gerber.

Ihm war klar, dass die Huskyhündin vor Angst fast durchdrehte, darum liess er sie einfach in Ruhe. Die Polizei, die er gerufen hatte, um den Chip abzulesen, schickte er wieder weg. «Es wäre zu gefährlich gewesen, und ich wollte auch nicht riskieren, dass der unter Schock stehende Hund wieder abhaut», sagt er. Darum liess er die Hündin einfach im Zwinger und fütterte sie von aussen. «Sie war unglaublich ängstlich, nur schon wenn ich den Arm hob, um Wasser nachzufüllen, erschrak sie.» Ihm sei aber schnell klar gewesen, dass Nuska nicht aggressiv oder gefährlich war.

«Er führte Nuska an der Leine aus dem Zwinger»

Nach drei Tagen, als der Husky deutlich ruhiger war, informierte er den Tierschutz Biel-Seeland. Ein Mitarbeiter kam darauf zu ihm auf den Hof und fackelte nicht lange. «Er ging einfach in den Zwinger hinein, warf ein Netz über den Hund, machte eine Leine am Halsband fest und führte das Tier in seinen Bus», erzählt Walter Gerber lachend. Die Hündin habe zwar schon kurz an der Leine gezogen und versucht wegzurennen, sei dann aber einfach mitgelaufen. Im Bus habe der Tierschutzmitarbeiter nicht einmal eine Box gehabt. «Ich hatte schon meine Bedenken, ob die Fahrt so gut geht, aber es hat alles geklappt», sagt Gerber.

Für Bauer Gerber ist es ein Rätsel, wie Nuska bei ihm im Berner Jura gelandet ist. «Sie musste dazu zwei Autobahnen überqueren», sagt er. Er ist froh, dass die Geschichte der Hündin mit Luzian nun so ein glückliches Ende genommen hat. «Man weiss ja nie, wieso ein Hund herumstreunt, seine Besitzer hätten ihn auch ausgesetzt haben können.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Roger Piguet am 20.12.2011 12:37 Report Diesen Beitrag melden

    Es war einmal...........

    Ich habe grosse Achtung vor Herr Gerber und bedanke mich bei ihm für seine Tierliebe.Vielen Menschen welche durch das Leben wandern ohne auch nur einen Gedanken oder einen Blick für ihre Umwelt zu verlieren sollte diese schöne Geschicht in's Herz gelangen.

  • Fraulein am 19.12.2011 16:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tierfreund mit Herz

    Zum Ende hin eine schöne Geschichte! Bauer Gerber hat das vorbildlich gelöst. Ich wünschte alle Bauern wären so tier- insbesondere hundefreundlich!

  • Hundefreund Wuff am 19.12.2011 16:44 Report Diesen Beitrag melden

    Grosses Lob

    Danke an den Bauer Gerber! Es gibt leute die hätten ganz anders reagiert auf einen Streuner. Zum Glück gibt es noch solche geduldige und Mitdenkende Menschen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Fixlein am 20.12.2011 14:47 Report Diesen Beitrag melden

    Bitterer Nachgeschmack...

    ... toll, dass es solche Menschen gibt, die einem Hund helfen. Nachgeschmack wegen des Hundes im Zwinger und am Hof angeleint...... ist so etwas wirklich nötig?

  • Roger Piguet am 20.12.2011 12:37 Report Diesen Beitrag melden

    Es war einmal...........

    Ich habe grosse Achtung vor Herr Gerber und bedanke mich bei ihm für seine Tierliebe.Vielen Menschen welche durch das Leben wandern ohne auch nur einen Gedanken oder einen Blick für ihre Umwelt zu verlieren sollte diese schöne Geschicht in's Herz gelangen.

  • Susi am 19.12.2011 19:36 Report Diesen Beitrag melden

    Zwingerhaltung

    Vielleicht ist die Hündin so ängstlich weil sie, gemäss dem letzten Satz im ersten Artikel über diesen Hund, im Zwinger gehalten wird, anstatt als Familienmitglied im Haus!

  • Plopes am 19.12.2011 18:38 Report Diesen Beitrag melden

    Um das Haus, im Haus?

    Beim Haus---?? Neudeutsch?

  • hans judas am 19.12.2011 18:18 Report Diesen Beitrag melden

    frohe weihnachten

    da hat wohl jemand ein schönes geschenk... :)