Weihnächtliches Bern

25. November 2014 14:57; Akt: 27.11.2014 11:21 Print

«O Tannenbaum» – nur dank Sponsorengeldern

Weil die Preise für die Tannen gestiegen sind, drohten Berns Gassen heuer ohne Weihnachtsbäume zu bleiben. Sponsoren sind für den Quartierleist in die Bresche gesprungen.

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Oehrli-Elektriker Stefan Burkhalter verkabelt den Weihnachtbaum bei der Nydegg-Haltestelle. (Bild: 20 Minuten/Alessandro Meocci)

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Mit kleinen Tannenbäumen an den Altstadt-Fassaden sorgen Berns Altstadtleiste jedes Jahr für weihnächtliche Stimmung während der Adventszeit. «Bei uns beträgt das Budget dafür rund 20'000 Franken», sagt Stefanie Anliker, Präsidentin des Leists der Unteren Stadt. Normalerweise gehören dort zum Weihnachts-Package auch die vier grossen Tannen bei der Nydegg-Haltestelle sowie in der Junkern- und in der Postgasse.

Keine Unterstützung von der Stadt

Doch heuer liessen dies die neuen Preise für die Bäume nicht zu: «Wir mussten für die Weihnachtstannen Sponsoren suchen», sagt Anliker. Die Finanzierung der Weihnachtsbeleuchtung belaste die Leistfinanzen jedes Jahr massiv: «Umso weniger, weil uns weder die Stadt noch Bern Tourismus unterstützt», sagt die Leist-Präsidentin. Eigentlich sei sogar das Gegenteil der Fall: «Wir müssen auch noch für den Strom aufkommen, der die Weihnachtbeleuchtung verbraucht.» Dabei könne die Stadt während der Adventszeit die ordentliche Strassenbeleuchtung herunterfahren und spare dadurch sogar Geld.

Keine Weihnachts-Werbe-Tanne

Angst, dass aus den leuchtenden Weihnachtsboten nun blinkende Werbeträger für Firmen werden, brauchen die Berner aber trotz Sponsoring nicht zu haben. «Wir wollen keine Werbetafeln an den Bäumen», so Anliker. Sponsoren gebe man die Möglichkeit, etwa einen Apéro bei ihrem Baum zu organisieren.

Das Tannenbaum-Sponsoring kostet pauschal zwischen 300 und 500 Franken. Laut Anliker hätten Leistmitglieder in diesem Jahr die Bäume finanziert: «Nur dank diesen Anwohnern und Geschäftstreibenden konnten wir heuer das Budget einhalten», so die Präsidentin.

(meo)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • DSS.S am 25.11.2014 18:07 Report Diesen Beitrag melden

    eine 30-er Zone weniger hätte es getan

    Hätte man auf dem Stadtgebiet eine 30er Zone weniger verrichtet, wäre seitens Stadt mehr als genug Geld für die paar Bäume vorhanden, geschweige denn für den Strom. Wenn meine Gemeinde bankrott ab einer Weihnachtsbeleuchtung geht, frage ich mich langsam wirklich ob ich nicht besser mit dem Geld umgehen kann.

  • Marzili-Ruedi am 25.11.2014 17:26 Report Diesen Beitrag melden

    Stadt Bern verschenkt viel Geld

    Wenn die Stadt Bern das Thema "Polizeiaufmarsch wegen Hooligans" löst, hat es genug Geld in der Kasse für Weihnachten, Valentinstag, Ostern, Muttertag und 1.8. Zählt mal die Kosten wegen Wankdorf Boys zusammen und dann schaut was an Festivitäten machbar wäre. Es reichte sogar noch für eine Marzili-Opening-Party ,o)

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  • Remo am 25.11.2014 19:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dafür autofreie Sonntage und Multikultifest

    Mehr brauch ich wohl nicht zu sagen. Eine Schande wie unsere Werte geopfert werden.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Bruno Stettler am 26.11.2014 14:11 Report Diesen Beitrag melden

    Ist in Ordnung so

    Weihnachten ist ein religiös (kommerzieller) Anlass. Es ist absolut nicht nötig, dass die Stadt Bern für soetwas Steuergelder verschwendet. Warum wird das nicht von den Kirchen bezahlt? Die schwimmen ja im Geld.

  • Elena Gundlach-Corrido am 26.11.2014 12:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    WEIHNACHTSVERWEIGERER

    Ganz lausig ist das! Diese Stadtregierung und -verwaltung verweigert uns steuern- und abgabenzahlenden Bürgern sogar einen schön geschmückten, öffentlichen Weihnachtsbaum! Es soll also kein Geld dafür vorhanden sein? Kein Wunder, bei dem Blödsinn, den die Stadt jahrein, jahraus mit unseren Steuern, Abgaben und Bussgeldern anstellt! Ein grosses, vorweihnachtliches Dankeschön der edlen Spenderschaft!

  • Berner Bär am 26.11.2014 08:08 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Wunder

    Es wundert mich bei dieser gottlosen Stadtregierung nicht, dass kein Geld vorhanden sein soll. Ginge es darum, am 21.12. eine Riesenfeier zu veranstalten, käme vermutlich Geld zum Vorschein.

  • fh am 26.11.2014 00:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Beschämend

    Was macht ihr in Bern eigentlich mit den 1,3 Milliarden, die ihr jährlich als Steuerausgleichszahlungen kassiert? Für ein Stadtfest, das 500'000 verschlingt reicht's, aber nicht für ein paar Weihnachtsbäumchen, die ein paar Fränkli kosten. Wie beschämend!

  • unternehmer am 25.11.2014 22:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wo geht das geld hin?

    wir bezahlen immer mehr steuern und abgaben. trotzdem streichen staat, kantone und gemeinde immer mehr leistungen. wohin gehen die gelder?