26. April 2005 17:41; Akt: 26.04.2005 17:41 Print

«Ohne Laupen kein Bern»

Erstmals stellt das historische Städtchen Laupen mit Thomas Koch den Grossratspräsidenten und damit den höchsten Berner.

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Es sei erstaunlich, dass Laupen so lange auf diese Ehre warten musste, sagte Gemeindepräsident Manfred Zimmermann.

Zum Beweis erinnerte er an den auf die Schlacht von 1339 zurückgehenden Spruch: «Ohne Laupen kein Bern, ohne Bern keine Eidgenossenschaft.» Hier hakte auch der neue Regierungspräsident Mario Annoni (FDP) ein: Von Laupen aus habe das alte Bern seinen Blick nach Westen geöffnet, also verdanke er wohl diesem Ort, dass er als Welscher an der Feier mit dabei sei.

Bundeskanzlerin dabei

Das Wort ergriff an der Feier auch Bundeskanzlerin Annemarie Huber-Hotz. Sie ist sich laut Redetext bewusst, dass sich die Kantone vom Bund nicht gerne dreinreden lassen. Sie sei umso stolzer, dass es mit Thomas Koch ihr Stabschef und damit ein Bundesangestellter an die Spitze des Parlaments geschafft hat.

Der Geehrte selbst plädierte für Öffnung und gegen Gärtlidenken. Als Beweis dafür hiess er an der Feier eine grosse Delegation aus dem Kanton Freiburg, darunter die Grossratspräsidentin, willkommen. Koch selbst wohnt praktisch an der Kantonsgrenze.

SP-Fraktionspräsident Andreas Rickenbacher freute sich, dass ein Mitglied dieser Partei für ein Jahr an der Ratsspitze sein wird. Erfreulicherweise habe Koch sich vorgenommen, den Zusammenhalt der beiden Sprachgruppen im Kanton zu stärken.

Der abtretende Grossratspräsident Heinz Dätwyler (EVP) hat während seines Präsidialjahres die Fähigkeiten seines Nachfolgers bereits als Vize schätzen gelernt. Dätwyler wandte sich in seiner Rede vor der grossen Gästeschar aus Politik, Wirtschaft und Kultur gegen eine überbordende Kritikkultur: Mit Dankbarkeit und Anerkennung für Geleistetes liessen sich Schwierigkeiten besser überwinden, ist Dätwyler überzeugt.

(sda)