18 Fahrzeuge abgefackelt

21. August 2011 10:26; Akt: 21.08.2011 15:50 Print

«Plötzlich ist der Laster in die Luft geflogen»

von Adrian Müller - Eine Spur der Verwüstung zieht sich durch Biel: In der vergangenen Nacht sind auf den Strassen Biels 18 Fahrzeuge in Flammen aufgegangen. Ein Leser-Reporter hat eine Explosion gefilmt.

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Banlieue-Verhältnisse in Biel: Zwischen 1.45 Uhr und vier Uhr morgens brennen an 16 verschiedenen Orten insgesamt 18 Autos. Der erste Wagen wird in der Mittelstrasse abgefackelt. Der oder die Täter ziehen danach Richtung Innenstadt und zünden willkürlich Fahrzeuge an, oftmals auf offener Strasse und direkt vor Wohnblöcken. «Nur mit viel Glück haben keine Häuser Feuer gefangen», sagt ein Reporter von 20 Minuten Online vor Ort.

Ein Leser-Reporter hat auf seinem Balkon einen Brand im Champagne-Quartier gefilmt (siehe Video unten): «Es gab drei Explosionen, dann schossen meterhohe Flammen aus dem Laster.» Das Feuer sei unmittelbar vor einem Wohnhaus entfacht worden. «Die Anwohner mussten aus ihren Wohnungen flüchten», so der Augenzeuge.

Betroffen ist erneut auch das Bieler Längfeldquartier: Anwohner Rolf Weber hat das Inferno selbst miterlebt: «Plötzlich bin ich wegen dem Feuer aufgewacht. Vier Autos standen in Vollbrand, als ich aus dem Haus kam», erzählt Weber. Bei einem Auto hätte das Feuer sogar auf ein Haus übergreifen können. Dann sei die Polizei mit Sirenen aufgefahren und habe die Wagen mit Feuerlöschern zu löschen versucht. «Nachbarn sind zudem mit Wasserschläuchen und Kübeln herbeigeeilt, um die Ausbreitung der Flammen zu verhindern.»

Die Feuerwehr sei erst 15 Minuten später gekommen. «Die waren wohl auch am Anschlag wegen den vielen Bränden», so Weber.

Ein Laster explodiert:

Heidi Blumer ist noch immer geschockt: «Ich habe noch immer Angst - ich habe keine Minute geschlafen», sagt die Anwohnerin.

Laut Angaben der Kapo Bern haben an insgesamt 16 Orten Feuer gewütet. Wer hinter der Brandserie steckt, ist unklar: «Wir haben noch niemanden verhaftet», sagt Polizeisprecherin Corinne Müller zu 20 Minuten Online.. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.

Feuerteufel wütet seit November

In Biel-Bözingen haben seit November immer wieder Autos gebrannt. Im Februar ging sogar ein Reisebus und ein Wohnmobil in Flammen auf. Ende März brannte eine Autogarage. Im betroffenen Gebiet gingen Gewerbetreibende abends auf Patrouille, um Brandstifter von ihren Autos fernzuhalten. Die Polizei konnte den oder die Täter bis heute nicht verhaften.

Der letzte Brand liegt nur wenige Tage zurück: In einer Tiefgarage an der Mattenstrasse gingen drei Autos und ein Töff in Flammen auf. Sieben Personen mussten wegen Rauchvergiftungen ins Spital gebracht werden.

Haben Sie die brennenden Autos fotografiert? Dann schicken Sie ein MMS an 2020 oder ein Mail: 2020@20minuten.ch

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Michael Palomino (*1964) am 22.08.2011 01:13 Report Diesen Beitrag melden

    Abfallkübel mit Mikrofonen drin

    Man kann Abfallkübel mit Mikrofonen installieren, dann weiss die Polizei immer, wo sich welche Bande befindet. Das hat in New York funktioniert, ebenso in Guayaquil, und wird auch in der Schweiz und in Berlin funktionieren.

  • Susi am 21.08.2011 11:27 Report Diesen Beitrag melden

    Warum immer in Problemgebieten

    Ist das nicht lustig; dass dies immer nur in Problemgebieten passieren muss. Auch in Deutschland war das so. Warum eigentlich?

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  • Bernhard Habermancher am 21.08.2011 12:38 Report Diesen Beitrag melden

    Verwundert? Nicht so wirklich

    Mich wundert dies eigentlich nich so sehr. In Zusammenhang mit Biel kommt mir zuerst einmal ein Gedanke. Und wie gesagt da bin ich nicht so verwundert darübe dass dies gerade in Biel geschieht. In Basel ist es ja in etwa das Gleiche. Nur brennen dort noch keine Autos.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Marco am 22.08.2011 18:49 Report Diesen Beitrag melden

    Geister

    Bis anhin hat die SP immer ihre schützende Hand über diese Chaoten gehalten. In Bern ist das der Sport der SP-Garde. Jetzt, da es langsam überhand nimmt, schreit die SP nach der Polizei. Man möge es mir verzeihen, aber so sehe ich die Situation. Die Geister die ich rief...

  • Susanne Kramer am 22.08.2011 14:12 Report Diesen Beitrag melden

    Selbst gewählte Stadt Entwicklung

    Manche Städte haben Vorbilder wie Singapur, Sidney etc. andere gehen eher in Richtung Bronx, Detroit, etc. Biel hat sich seine Richtung wie Genf gegeben. Mir gefällt die Region Zug viel besser......

  • Chee am 22.08.2011 13:49 Report Diesen Beitrag melden

    Immer die selben Symptome.

    Egal, wo man hin schaut, die Pariser Vororte, die Banlieu's, London, Berlin.. Die Orte wechseln, die Symptome bleiben die gleichen. Und diese gehen stehts mit Exklusion einher. Hätten alle Menschen die gleichen Beteilungungs-Chancen an den Systemen, würden die Symptome verschwinden, weil sie nicht mehr einen Bedürfnis entsprächen. Dies scheint aber eien grosse Herausfoderung für Politik, Wirtschaft und Wissenschaft gleichzeitig zu sein.

  • Roadking am 22.08.2011 12:26 Report Diesen Beitrag melden

    Leider Ex-Bieler

    Ich bin in Biel aufgewachsen, hatte auch einen Firmensitz da. Im 1985 habe ich den Wohnsitz bereits aufs Land verlegt. Im 2000 habe ich auch die Firma in Biel verlassen - zuviele Drögeler und Kriminelle sind noch dazugekommen. Und die Regierung schaut immer noch zu und verlangt Verständnis......noch Fragen?

  • Ein Feuerwehrmann am 22.08.2011 11:44 Report Diesen Beitrag melden

    noch andere Feuerwehren in der Region

    Mann könnte ja auch Nachbar Feuerwehren zu Hilfe ziehn! Statt, dass sich die Bevölkerung in Gefahr begiebt. Aber die Feuerwehr Biel ist da wahrscheinlich zu Stolz dafür??