Jobangebot

15. Januar 2020 14:46; Akt: 15.01.2020 15:08 Print

«Reist du gerne? Werde Waffenhändler»

Der Rüstungskonzern Ruag ist unter Beschuss: Unbekannte hängen in Berner Trams zynische Jobplakate auf und prangern damit die Geschäfte der Firma an.

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Berner Pendlern ist am Mittwoch ein aussergewöhnliches Jobangebot präsentiert worden: Gemäss in Trams aufgehängten Inseraten sucht der Rüstungskonzern Ruag künftige Waffenhändler. Um das Interesse potentieller Mitarbeiter zu wecken, steht auf den Hängekartons: «Reist du gerne? Werde internationaler Waffenhändler.»

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Als solcher bereise man nämlich verschiedene Konfliktregionen oder kriegsinteressierte Länder. Bebildert wird der Flyer mit einem hübsch lächelnden Geschäftsmann im Rollkragenpullover und Wollmantel, einem smarten Waffenhändler also. Im Hintergrund sind Soldaten zu sehen, die triumphierend Kalaschnikows und andere Waffen in die Höhe stemmen.

Macht die Schweizer Firma tatsächlich solche Jobangebote? Vielmehr ist anzunehmen, dass es eine zynische Protestaktion gegen den Rüstungskonzern ist. «Es handelt sich hier um eine Guerilla-Aktion gegen unsere Firma», bestätigt Ruag-Sprecherin Kirsten Hammerich. Unbekannte hätten die Plakate heimlich an den offiziellen Werbeflächen der Trams aufgehängt. «Bernmoil wurde bereits informiert, die Plakate werden umgehend entfernt», sagt Hammerich.

Plakat zum Schmunzeln oder Nachdenken?

Doch nur schon der kurze Aushang der zynischen Plakate genügte, um viel Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Die Inserate wurden fotografiert, verschickt und auf Social Media verbreitet. Auch 20 Minuten wurde das Waffenhändler-Angebot zugeschickt. «Ziemlich mutige Guerilla-Aktion», sagt ein Leser dazu. Und was meint man bei der Ruag zur Guerilla-Aktion? «Wir äussern uns nicht zum Inhalt des Plakates», sagt die Pressesprecherin. Doch sie fügt an: «Die Plakate brachten mich schon etwas zum Schmunzeln.»

Weniger ums Spassen ist es den Urhebern des Plakates. Dies zeigt die düstere Anspielung, die über dem Ruag-Logo zu lesen ist: «Starte bei uns durch und verändere das Leben von Millionen.»

(miw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tommy am 15.01.2020 15:28 Report Diesen Beitrag melden

    Wo kann ich mich bewerben?

    Gut gemacht liebe mutige Guerilla-Werber. Mich habt ihr überzeugt. Das wäre tatsächlich mein Traumjob. Man kommt zum Reisen, auch an besonders interessante Orte wo man eben nicht einfach so hinkommt sonst und Waffen mag ich auch.

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  • Bomber am 15.01.2020 15:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    das wil ich haben

    Wäre was für mich ein Job mit Bomben Stimmung.

  • tim81 am 15.01.2020 14:54 Report Diesen Beitrag melden

    Gericht

    Ja nun hat ein Gericht endschieden, das solche Aktionen erlaubt sind. Blockieren Von Banken Geschäften Kirchen ist kein tabu mehr. Bald werden auch Rettungskräfte blockiert, weil sie Lärm und co2 verursachen

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Die neusten Leser-Kommentare

  • T-Owl am 15.01.2020 19:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Scheinheilig

    Ein Bäcker bäckt Brot, ein Schreiner baut Möbel und wenn man eine Rüstungsfirma ist, stellt man eben Waffen her. Diese verkauft man, denn die RUAG muss Gewinn erzielen. Mit den Waffen der RUAG werden dann Menschen getötet, verstümmelt und Lebensgrundlagen entzogen, denn nichts anderes als das ist der Verwendungszweck eben dieser Waffen. Diejenigen, die es Überleben flüchten nach Europa und sind hier nicht mal willkommen. Die von der Schweiz verkauften Waffen sind dazu gebaut und entwickelt worden eingesetzt zu werden Nicht dazu, irgendwo eingelagert werden und ungebraucht zu verrotten (so wie wir das mit den Waffen unserer Ausbildungs-Armee machen). So siehts aus, dies abzustreiten ist Realitätsfern. Trotzdem gibt es Heutzutage viele Menschen die das gut finden, wegen der Arbeitsplätze und so. Das sind die gleichen Leute die aber auch keine Flüchtlinge wollen, weil die eh alle kriminell sind. Leider ist die Generation welche die Bombennächte von Hamburg oder Dresden überlebt haben mittlerweile (fast) weggestorben. Man kann sie nicht mehr fragen wie abenteuerlich es ist, wenn in wenigen Stunden alles zu Schutt und Asche gebombt wird. Heutzutage müsste man arabisch sprechen um an diese Informationen zu kommen, aber das sind eh alles Terroristen, oder? Waffen werden gemacht um Menschen zu töten, nicht um sie zu beschützen. Also tut nicht so scheinheilig...

  • Abc Def am 15.01.2020 19:15 Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    also keine Stelle in dem Bereich offen? würde ich gerne machen

  • coc cocles am 15.01.2020 19:03 Report Diesen Beitrag melden

    Jedem das seine

    Diese Plakate sind ernst zu nehmen. Jede Waffe ist eine zu viel und könnte ein Menschenleben kosten. Weshalb ist die Suizidrate über die Festtage am höchsten? Sollen Freiwillige in den Krieg ziehen, von mir aus auch aus der Schweiz und Rambo und Guerillakrieger spielen.

  • Zyniküsschen am 15.01.2020 18:53 Report Diesen Beitrag melden

    schön zu wissen

    dass auch Drittweltländler mit guten schweizer Qualitätswaffen ins Jenseis befördert werden. Alle Welt sollte in den Genuss von schweizer Qualitätsware kommen ^^

  • Papa Mol am 15.01.2020 18:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geschmacklos

    Aus meiner Sicht daneben. Schöner Abend...