Politologe

06. März 2011 17:10; Akt: 07.03.2011 10:35 Print

«SVP erstmals mit Hardliner im Ständerat»

Mit Adrian Amstutz hat die SVP erstmals einen Hardliner im Ständerat. Der Berner Oberländer habe damit geschafft, was den anderen SVP-Leitfiguren Christoph Blocher, Toni Brunner und Ueli Maurer verwehrt blieb.

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Im Herbst muss Adrian Amstutz den gerade erst gewonnenen Sitz schon wieder verteidigen. (Bild: Reuters)

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Für die SVP sei dieser Prestigeerfolg vor den kommenden eidgenössischen Wahlen im Herbst sicherlich eine Genugtuung, sagte der Berner Politologe Georg Lutz. Er sieht im Hinblick auf die eidgenössischen Wahlen ein gewisses Konfliktpotenzial unter den Bürgerlichen im Kanton Bern. Mindestens drei Parteien möchten für einen Ständeratssitz kandidieren.

Wie die Bürgerlichen dieses Problem lösen wollen, ist noch offen. Für die SVP sei die Ausgangslage seit Sonntag sicher günstig, weil sie mit Amstutz im Herbst einen Bisherigen ins Rennen schicken könne, führte Lutz aus.

Zufallsresultat

Für den Politologen ist das knappe Ergebnis der Stichwahl vom Sonntag mit rund 3600 Stimmen Unterschied «ein Zufallsresultat», wie er betonte. Beide Kandidierenden hätten ein gutes Ergebnis erzielt und ihre jeweiligen Lager stark mobilisiert. Die Linke habe sogar über ihr eigenes Lager hinaus Wählerinnen und Wähler ansprechen können.

SP-Kandidatin Ursula Wyss habe im Vergleich zum ersten Wahlgang tendenziell eher Stimmen gutgemacht, führte Lutz aus. Letztlich habe das aber nicht ausgereicht, um Amstutz abzufangen.

Bürgerliches Bern

«Bern ist ein bürgerlicher Kanton», gab der Politologe zu bedenken. Mit der Wahl von Simonetta Sommaruga in den Ständerat im Jahr 2003 sei eine Ausnahmesituation entstanden.

Es sei von Anfang an klar gewesen, dass es schwer werden dürfte, den nach Sommarugas Wahl in den Bundesrat frei gewordenen Ständeratssitz in den Reihen der SP zu halten, sagte Lutz.

Lutz zeigte sich überrascht über die hohe Stimmbeteiligung von über 46 Prozent. Offensichtlich hätten sich viele Bürgerinnen und Bürger gesagt, sie wollten lieber mitentscheiden, anstatt zu Hause zu bleiben.

Im Vorfeld der Stichwahl wurde befürchtet, dass gerade bürgerliche Mittewähler den Urnen fernbleiben könnten, da ihnen Amstutz zu rechts und Wyss zu links war.

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sacha Thür Weinfelden am 07.03.2011 10:33 Report Diesen Beitrag melden

    Der Anfang vom Ende?

    Die Lage in der Schweiz wird immer schwieriger! SVP Hardliner im Ständerat ist der Anfang vom Ende der Regulierung zwischen National- und Ständerat. Unsere persönliche Freiheit ist in Gefahr. Man wird sehen ob es in der näheren Zukunft möglich ist, eine vernünftige Politik für die Schweiz zu finden. Zurzeit ist es einfach so, dass wir unseren Vorsprung gegenüber der EU verlieren, wenn wir weiter uns in der Innenpolitik zerfleischen. Dabei gäbe es absolut wichtigere Themen. Wirtschaft und Export. Unsere Aussenpolitik sollte für die Wirtschaft neue Märkte Erschließen.

  • Raphael Grunder am 07.03.2011 20:24 Report Diesen Beitrag melden

    Resultat deuten

    Ursula WYSS konnte auf die Stimmen der CVP,EVP,SP,GLP,BDP und grosser Teile der FDP zählen - Adrian Amstutz hingegen auf diejenigen der SVP und einzelner FDPler. Ich bin kein Politologe aber sonst ein logisch denkender Mensch und so wie ich dieses Resultat betrachte, erwarte ich im Herbst einen Erdrutschsieg der SVP,anders kann ich dieses Resultat nicht deuten !

  • hmm... am 07.03.2011 11:59 Report Diesen Beitrag melden

    Hardliner?

    Ich finde es witzig, dass bei A. Amstutz von einem "Hardliner" gesprochen wird, jedoch wenn U. Wyss den Sprung in den Ständerat geschafft hätte, man von einer "lösungsorientierten Politikerin" gesprochen hätte, obwohl auch sie für "Hardliner" - Positionen steht(Kapitalismus, etc)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Henri Wyler am 10.05.2011 18:02 Report Diesen Beitrag melden

    Zufall?

    Zufallsresultat? Es gibt keinen Zufall bei einer Wahl, sondern allenfalls Glück, Gunst des Augenblicks, Trends usw. Ich finde die Etikettierung eines Wahlsieges per despektierlichen Zwischentitel "Zufallsresultat" eine Herabwürdigung von Adrian Amstutz, dem man den Sieg missgönnt.

  • Carl am 08.03.2011 21:21 Report Diesen Beitrag melden

    BRAVO - Der Beste hat gewonnen

    Wär andern eine Grube gräbt fällt selbst hinein. Jetzt steht noch die BR-EWS-Abrechnung offen, die es zu begleichen gibt, denn falsche Kuckukskücken müssen ausgemiestet werden.

  • marfac am 07.03.2011 22:57 Report Diesen Beitrag melden

    wahlbeschwerde Kt. Bern

    wenn 12500 Stimmbürger nicht bwählen können , was ist das für ein Zustand' ???

    • Max am 08.03.2011 10:23 Report Diesen Beitrag melden

      Schlechte Verlierer

      das ist wirklich kein Zustand.

    einklappen einklappen
  • Kurt Pfiffner am 07.03.2011 20:37 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht viel zu lesen heute !

    Die Zeitungen berichteten heute äusserst zaghaft über die Wahl von Amstutz ins Stöckli. Ich denke sie sind ob dieses "Alleingang - Resultates der SVP" schockiert und meinen mit "Kürz und Bündig " könne man schlimmeres für den Herbst verhindern. Das wird wohl nicht mehr gelingen!

  • Raphael Grunder am 07.03.2011 20:24 Report Diesen Beitrag melden

    Resultat deuten

    Ursula WYSS konnte auf die Stimmen der CVP,EVP,SP,GLP,BDP und grosser Teile der FDP zählen - Adrian Amstutz hingegen auf diejenigen der SVP und einzelner FDPler. Ich bin kein Politologe aber sonst ein logisch denkender Mensch und so wie ich dieses Resultat betrachte, erwarte ich im Herbst einen Erdrutschsieg der SVP,anders kann ich dieses Resultat nicht deuten !