Berner Obergericht

24. Juni 2011 12:53; Akt: 24.06.2011 14:48 Print

«Schläger von Schüpfen» will Freispruch

Der Anwalt des als «Schläger von Schüpfen» bekannt gewordenen Mannes fordert vor dem Berner Obergericht einen Freispruch für seinen Mandanten. Es sei nicht bewiesen, dass er einen Wirt angegriffen habe.

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Das Obergericht in Bern befasst sich heute Freitag mit dem Fall des jungen Mannes aus Schüpfen, der einem Gastwirt einen Metall-Aschenbecher über den Kopf geschlagen haben soll. Der Fürsprecher des 22-Jährigen beantragt einen Freispruch.

Der als «Schläger von Schüpfen» bekannte junge Mann war in erster Instanz vom Regionalgericht in Biel zu elf Monaten Freiheitsstrafe verurteilt worden. Die Richterin befand am Prozess im Februar, es sei der junge Mann gewesen, der mit dem schweren Aschenbecher zugeschlagen habe, nicht sein minderjähriger Kollege. Dies hatten die beiden jungen Männer zuvor behauptet.

Der Verteidiger des 22-Jährigen hob am Freitag vor dem Obergericht hervor, es gebe keine Beweise dafür, dass es trotzdem sein Mandant gewesen sei, der im Restaurant zugeschlagen habe. Die als Zeugen vernommenen Jasser hätten von ihrem Tisch aus keinen Blickkontakt zu den jungen Männern gehabt.

Anders sah das der Generalstaatsanwalt. Der minderjährige Kollege des Beschuldigten habe sein Geständnis relativiert, sagte der Staatsanwalt. Ausserdem seien die Zeugenaussagen überzeugend. Das Urteil der Vorinstanz sei dahingehend zu korrigieren, dass die Freiheitsstrafe auf 14 Monate zu erhöhen sei.

Der Vorfall in Schüpfen sorgte im vergangenen Jahr landesweit für Aufsehen. Er entzündete sich daran, dass der junge Mann und sein Kollege zum bestellten Bier selber mitgebrachten Schnaps trinken wollten. Kurzerhand holten sie sich selber die dafür nötigen Gläser. Deshalb schritt der Wirt ein und forderte sie auf, das Restaurant zu verlassen.

(sda)

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