Gerlafingen SO

21. Februar 2017 09:50; Akt: 21.02.2017 12:03 Print

«Seine Ehefrau war voller Blut»

Am Bahnhof Gerlafingen fiel am Montagmorgen ein Schuss. Der Albaner A. A.* wurde getroffen. Der Täter, sein 54-jähriger Schwiegervater, hat sich gestellt.

Güler Yavuz eilte kurz nach den Schüssen ihrer Nachbarin zu Hilfe. (20 Minuten)
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Beim Bahnhof im solothurnischen Gerlafingen kam es am Montagmorgen gegen 10.45 Uhr zu einer Schussabgabe. Dabei wurde der Albaner A. A.* (34) schwer verletzt.

«Der Täter hat sich gestellt», sagt Thomas Kummer von der Kapo Solothurn. Dabei handle es sich um einen 54-jährigen Schweizer. Wie mehrere Nachbarn gegenüber 20 Minuten sagen, soll es der Schwiegervater des Opfers sein. Die Staatsanwaltschaft untersucht nun den Tathergang. Der Verletzte wurde mit der Ambulanz ins Spital gebracht.

Ehefrau hielt blutüberströmten Mann im Arm

Nachbarin Güler Yavuz (51) eilte kurz nach den Schüssen zur betroffenen Wohnung und sprach dort mit der Ehefrau des Opfers, Gjilimser A*. «Sie war voller Blut», erzählt sie, «denn sie hatte ihren schwer verletzten Mann in den Arm genommen.» Der Täter selbst habe nach der Tat die Ambulanz alarmiert und sich anschliessend der Polizei gestellt.

«Gjilimser ging es ganz schlecht, sie war völlig im Schock», sagt Yavuz. Sie hoffe nun sehr, dass sich der Vater zweier kleiner Mädchen schnell wieder erhole.

Bilder vom Ort des Geschehens:
Mann angeschossen und schwer verletzt

Opfer lag in eigenem Blut im Hausgang

Auch eine andere Nachbarin aus demselben Haus bekam das Drama mit. «Ich hörte eine Frau und Kinder schreien, ich hatte so Angst. Aber ich konnte nichts tun.» Daraufhin habe sie Schüsse gehört. «Es war wie in einem Horrorfilm.» Anschliessend habe eine Frau geweint.

«Das verletzte Opfer lag im Korridor. Ich habe ihn in einer Blutlache liegen sehen.» Zwei Männer seien schliesslich in Handschellen von der Polizei abgeführt worden. Offenbar sei nicht nur der Schwiegervater, sondern auch der Bruder des Opfers, der auf derselben Etage wohnt, abgeführt worden.

Das Opfer und seine Frau hätten viel gestritten, erzählt die Nachbarin weiter. «Ihre Ehe funktionierte nicht so gut.»

Thomas Kummer, Sprecher der Kantonspolizei Solothurn, kann diese Darstellung nicht bestätigen. Das Verhältnis zwischen Täter und Opfer sei Gegenstand der Ermittlungen.


*Namen der Redaktion bekannt

(duf/vro/ct)