05. April 2005 22:17; Akt: 05.04.2005 22:20 Print

«Sex-Boxen»: Die Stadt will nun endlich vorwärts machen

Geschützte Parkplätze für Prostituierte – noch vor den Sommerferien will die Stadt mögliche Standorte präsentieren. Gelingt dies nicht, droht das Projekt zu scheitern.

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«Es wird schwierig, einen Standort zu finden», sagt Gemeinderätin Edith Olibet. «Der Ort muss akzeptiert sein und genutzt werden.» Nachdem die Stadt das Projekt über ein Jahr lang auf die
lange Bank geschoben hat, will sie jetzt vorwärts machen. «Wir starten eine Verhandlungsoffensive», erklärt Olibet.

Das Ziel ist klar: Bis vor den Sommerferien will die Stadt mögliche Standorte vorstellen. «Wenn wir das nicht schaffen, müssen wir alternative Möglichkeiten prüfen», sagt Olibet. Konkret: Das Projekt droht zu scheitern.

«Wir sind froh, wenn die Stadt dranbleibt», sagt Ines Bürge vom Beratungsangebot für drogenabhängige Frauen La Strada. «Die Gewalt auf dem Drogenstrich ist ein Problem.» Auch für sie ist der Standort entscheidend: «Die Plätze nützen nur etwas, wenn auch die Freier sie benützen», sagt sie.

Keine Freude an der städtischen Betriebsamkeit haben hingegen die Quartier-Leiste. Als vor einem Jahr mögliche Standorte wie der Hirschenpark und das Gaswerkareal bekannt wurden, gab es grossen Wirbel. «Wir wehren uns dagegen, dass die ‹Sex-Boxen› bei uns aufgestellt werden», sagt René Hell vom Marzili-Leist.

Andrea Abbühl