Abfallberge neben Sammelstelle

09. Juli 2019 04:46; Akt: 09.07.2019 04:46 Print

«Tragisch, so sieht es in Drittweltländern aus»

Das Netz tobt über Papierberge bei einer Berner Sammelstelle. Die Unterflur-Container seien ein Erfolgsprojekt, sagt der Entsorgungsleiter – und doch nicht zukunftsträchtig.

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Als Res M.* sich am Samstagmorgen auf dem Rückweg von seiner Arbeit befand, blieb sein Blick an der Quartierentsorgungsstelle Kasparstrasse in Bern-Betlehem haften. Diese glich einem Schlachtfeld: Neben den Behältern lag haufenweise Papier und Altkarton. «Es ist echt traurig», meint M. «Dieses Szenario habe ich schon x-mal beobachtet. Es wiederholt sich praktisch jedes Wochenende.»

Die Papierberge hielt M. fotografisch fest und stellte sie auf Facebook. Dort teilen viele seine Empörung: «Zum Schreien. Kein Tier hinterlässt eine solche Katastrophe», meint eine Userin. Eine andere: «Tragisch, so sieht es in Drittweltländern aus.» Auch die Frage, ob die Container denn oft genug geleert werden, wird gestellt.

Sammelstellen werden dreimal täglich kontrolliert

Solche Bilder seien in der Tat «nicht erfreulich», sagt Christian Jordi, Leiter Entsorgung und Recycling der Stadt Bern. Das Phänomen, dass sich Altpapier neben den Behältern sammle, sei bekannt, wenn auch nicht gerade alltäglich: «Vor allem bei Ferienbeginn entsorgen viele Leute gleichzeitig ihr Papier. Hochfrequentierte Entsorgungsstellen sind da besonders anfällig.» Neben Bethlehem sei etwa auch die Breitenrain-Sammelstelle ein Hotspot.

Die Überflutung der Container habe jedoch nichts damit zu tun, dass sich die Stadt zu wenig um sie kümmere, sagt Jordi. An Wochentagen würden die Sammelstellen dreimal kontrolliert und aufgeräumt, zweimal am Samstag und einmal am Sonntag. Am letzten Freitag sei der Standort Betlehem um 15 Uhr geleert worden, dann wieder am folgenden Morgen um 8.30 Uhr. Die Zeit dazwischen reichte, damit solche Bilder entstanden.

Farbsack-Trennsystem soll Besserung bringen

Ist man mit den sogenannten Unterflur-Containern, bei denen der Abfall in unterirdischen Containern entsorgt wird, an die Grenzen gestossen? Das System sei an sich sehr erfolgreich, sagt Jordi. Aber: «Es gibt viel zu wenige Sammelstellen.» Sämtliche Bestrebungen in der Vergangenheit, weitere Standorte zu bauen, seien gescheitert – aufgrund von Platzmangel, aber auch wegen der Vorschriften bezüglich Lärmemissionen, die eingehalten werden müssten.

Was nun? Hoffnung setzt Jordi ins Farbsack-Trennsystem, zu dem in der Stadt Bern ein Pilotversuch noch bis im August läuft und anschliessend ausgewertet wird. Hierbei wird der Abfall in verschiedenfarbigen Säcken gesammelt, getrennt und anschliessend in einem gemeinsamen Container vor der Liegenschaft entsorgt.

Klar, der Testlauf müsse erst zeigen, dass die Leute richtig trennen, zudem dürften die Kosten jene des aktuellen Systems nicht massiv übersteigen, räumt Jordi ein. Doch er sei zuversichtlich: «Das Farbsack-System mit den Containern vor dem eigenen Haus ist eine praktische Lösung und verursacht weniger Lärm.»

*Name der Redaktion bekannt

(sul)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Beni Ochsner am 09.07.2019 05:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Berner Alltag

    Bern ist und bleibt eine Chaoten Stadt und wird von unserer Regierung noch mit Steuergeldern subventioniert. Wie lange müssen wir diese chaotische Regierung noch ertragen?

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  • klamottenkiste am 09.07.2019 05:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    bern

    getreu dem motto: ich will, ich kann, ich mach wie es mir gefällt. die stadt zahlt, mir egal. passt zur wählerschaft, passt auch zu diesem thema. und die stadt gibt wie immer schwammige antworten. bin froh bin ich weg.

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  • RIGULOSAS am 09.07.2019 06:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Mehrheit

    Die neuen hier wissen nichts anderes. Die Mehrheit der Schweiz kommt leider von da. Die Kosten werden in das unermessliche Steigen, danke euch linken.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Racketilein am 13.07.2019 10:30 Report Diesen Beitrag melden

    Gerümpel....getümpel.

    Es ist aber auch wieder ein getümpel auf dem Mittelmeer!

    • Böse Hexe am 13.07.2019 13:12 Report Diesen Beitrag melden

      @Eidgenosse

      Na,find ich auch nicht ok von der was die gemacht hat die Rackete! Aber das Schicksal wird Sie schon strafen,warten wir es ab!

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  • Sara am 13.07.2019 09:10 Report Diesen Beitrag melden

    Schlimmer in Zürich

    In Zürich ist es Standart und noch viel Schlimmer!

    • Millyvanilly am 13.07.2019 09:53 Report Diesen Beitrag melden

      @Sara

      Finde ich auch!

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  • JMF am 13.07.2019 01:09 Report Diesen Beitrag melden

    Sonntags und nachts

    Wochentags wird mind. 2 bis 3 mal geleert!

  • JMF am 13.07.2019 01:08 Report Diesen Beitrag melden

    Sonntags und nachts

    Es ist bis 20 Uhr erlaubt zu entsorgen, (Sonntags geschlossen) ich entsorge meine "Wertstoffe" regelmässig dort,- ca.2-3 Mal pro Woche,-und bis jetzt war zwischen 7 bis 20 Uhr NIE überfüllt aber es gibt Mitmenschen die in der Nacht und am Sonntag Hunderte Liter direkt und unsortiert aus dem Auto schmeissen.....!!!!!!

    • Eidgenossin am 13.07.2019 07:53 Report Diesen Beitrag melden

      @JMF

      Ja und solche Leute gibt es leider immer wie mehr!

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  • LM AA am 12.07.2019 20:35 Report Diesen Beitrag melden

    Aber habt ihr gesehen

    Alles schön ordentlich auf einem Haufen.