Jungfraujoch ist menschenleer

02. August 2018 15:03; Akt: 02.08.2018 15:03 Print

«Wir haben die Touristen zum Wandern geschickt»

An schönen Sommertagen zählt man auf dem Jungfraujoch bis zu 5000 Gipfelstürmer. Wegen eines Steinschlags wird das «Top of Europe» am Donnerstag aber nicht bedient.

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Das Wetter ist strahlend schön, im touristischen Berner Oberland herrscht Hochsaison. An solchen Hochsommertagen sind bei Gästen vor allem auch Ausflüge auf das Jungfraujoch heiss begehrt – bis zu 5000 Gäste besuchen an Spitzentagen «Top of Europe».

Doch trotz den idealen Bedingungen zeigt sich das Jungfraujoch am Donnerstag menschenleer; kein einziger Tourist ist auf dem Gipfel zu sehen. Der Grund: Wegen eines Steinschlags ist der Bahnbetrieb lahmgelegt. Der erste Zug, der das Personal auf den Berg fahren sollte, ist wegen Felsbrocken entgleist. Seither ist der gesamte Betrieb zwischen der Kleinen Scheidegg und dem Jungfraujoch vorübergehend eingestellt.

Bittere Einbusse

Durch den Vorfall entgeht der Bahn der Verkauf unzähliger Tickets. «Dass wir an einem solch traumhaften Tag nicht fahren können, ist natürlich bitter für uns», sagt Patrizia Bickel von der Jungfraubahn zu 20 Minuten. Man arbeite deswegen auf Hochtouren, um den Betrieb so rasch als möglich wieder aufzunehmen.

Doch dies gestaltet sich derzeit alles andere als einfach: Durch den Steinschlag ist nicht nur ein Zug aus den Gleisen gesprungen; auch wurde eine Fahrleitung beschädigt. «Wir haben zudem unseren Geologen aufgeboten, um den Fels vor Ort zu untersuchen», sagt Bickel. Der Experte habe jedoch Entwarnung gegeben – «um 16 Uhr sollten die ersten Gäste wieder aufs Jungfraujoch fahren können».

Wer also bereits ein Ticket für den 2. August gekauft hat, wird nach 16 Uhr noch auf 3466 Meter über Meer gefahren. Wem dies zu spät ist, dem wurde eine Alternative angeboten. So schickten die Jungfraubahnen ihre Kunden etwa zum Wandern nach Grindelwald oder etwa auf eine Mountaincar-Fahrt auf die First. «Auch Rückerstattungen des Tickets sind möglich», sagt Bickel.

Keine Gäste an Bord

Doch die Jungfraubahn hatte Glück im Unglück: Man ist froh, dass keine Gäste im Tunnel stecken geblieben sind. «Beim Zug handelte es sich um einen Betriebszug», sagt Patrizia Bickel. Der sogenannte Vorstellwagen sei auf den Stein aufgefahren. «Dabei ist die vorderste Achse aus den Schienen gesprungen.»

(miw)