Über 100 Tiere auf Hof

03. Dezember 2018 18:56; Akt: 03.12.2018 18:56 Print

«Die Frau verhielt sich äusserst aggressiv»

Einem Berner Züchter-Duo, das mehr als hundert Tiere hielt, wurden zu Recht mehrere Tiere weggenommen. Das entschied das Berner Verwaltungsgericht am Montag. Eine Nachbarin berichtet.

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Einem Berner Züchter-Duo aus Limpach BE, das mehr als hundert Tiere hielt, wurden zu Recht mehrere Tiere weggenommen. Das entschied das Berner Verwaltungsgericht am Montag. Innert zwei Jahren sei der Tierbestand von 50 auf gut 100 Tiere angewachsen, stellte die bernische Volkswirtschaftsdirektion kürzlich fest. Die Halter seien mit dem grossen Tierbestand offensichtlich überfordert. Bei Kontrollen habe man wiederholt unterernährte Hunde, Katzen und Kaninchen angetroffen. Die Hunde hätten auch zu wenig Auslauf. Schlecht sei zudem das Entwurmungs-, Impf- und Hygienemanagement. Die Tierhalter seien uneinsichtig. Ende Oktober beschlagnahmte der Veterinärdienst 20 Hunde, sieben Katzen, acht Kaninchen, zwei Meerschweinchen und sieben Küken. Die Tierhalter legten gegen verschiedene Entscheide Rechtsmittel ein. Darunter waren auch Huskeys. (Symbolbild) 20 Minuten machte sich am Montag ein Bild vor Ort und wollte mit den beiden Züchtern sprechen. «Das sei die falsche Adresse. Sie sind falsch. Und ausserdem möchte ich sowieso nicht mit ihnen sprechen», erzählt die Tierhalterin. Eine Nachbarin erzählt, dass die Familie schon längst aus dem Haus hätte ausziehen sollen. «Ihnen wurde bereits gekündet und es läuft auch eine Abmahnung.» In der Nachbarschaft sei das Paar oft aufgefallen: «Sie waren jeweils sehr aggressiv und laut. Mehrere Polizeibeamte waren manchmal anwesend.» «Ich weiss nicht mal, ob die Hunde ihnen gehört haben», weiss die Rentnerin zu berichten. Ihr sei aber durchaus aufgefallen, dass die Tiere vernachlässigt werden würden. «Sie sind nie mit den Hunden rausgegangen. Auf das ganze Jahr gesehen sah ich sie vielleicht 20 mal mit den Hunden spazieren.» Definitiv entschieden ist der Fall allerdings noch nicht. Das Urteil des Verwaltungsgerichts kann ans Bundesgericht weitergezogen werden. Wie es mit den beschlagnahmten Tieren weitergeht, muss erst einmal die bernische Volkswirtschaftsdirektion entscheiden.

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Die Vorwürfe gegen ein Paar aus dem bernischem Limpach sind gravierend: Unterernährte Katzen, Hunde und Kaninchen. Die Hunde hätten zu wenig Auslauf. Schlecht sei zudem das Entwurmungs-, Impf- und Hygienemanagement.

Innert zwei Jahren sei der Tierbestand von 50 auf gut 100 Tiere angewachsen, stellte die bernische Volkswirtschaftsdirektion kürzlich fest. Die Halter seien mit dem grossen Tierbestand offensichtlich überfordert und zudem seien sie bis heute uneinsichtig.

Beschlagnahmung von Tieren

Im Juli 2018 sprach der kantonale Veterinärdienst ein Verbot für die Zucht und den Handel mit Tieren sowie ein teilweises Tierhalteverbot aus. Zudem ordnete er eine Reduktion des Tierbestandes an. Doch davon wollten die Tierhalter nichts wissen.

Ende Oktober beschlagnahmte der Veterinärdienst 20 Hunde, sieben Katzen, acht Kaninchen, zwei Meerschweinchen und sieben Küken. Die Tierhalter legten gegen verschiedene Entscheide Rechtsmittel ein.

Das Verwaltungsgericht hat zwar erst eine Zwischenverfügung in Zusammenhang mit dem Zucht- und teilweisen Tierhalteverbot beurteilt und dabei die Tierhalter abblitzen lassen. Bei dieser Gelegenheit machte das Gericht aber bereits deutlich, dass die Rechtslage klar sei und es in der Sache die Vorinstanzen stützen werde.

«Sind nie mit Hunden rausgegangen»

20 Minuten machte sich am Montag ein Bild vor Ort. Die Züchter wollten allerdings keine Stellung nehmen.

Eine Nachbarin erzählte, dass die Familie schon längst aus dem Haus hätte ausziehen sollen. «Ihnen wurde bereits gekündigt und es läuft auch eine Abmahnung.» In der Nachbarschaft sei das Paar oft aufgefallen: «Sie waren jeweils sehr aggressiv und laut. Mehrere Polizeibeamte waren manchmal anwesend.»

«Ich weiss nicht mal, ob die Hunde ihnen gehört haben», so die Rentnerin. Ihr sei aber durchaus aufgefallen, dass die Tiere vernachlässigt wurden. «Sie sind nie mit den Hunden rausgegangen. Auf das ganze Jahr gesehen sah ich sie vielleicht 20 Mal mit den Hunden spazieren.»

Fall geht an die bernische Volkswirtschaftsdirektion

Definitiv entschieden ist der Fall allerdings noch nicht. Das Urteil des Verwaltungsgerichts kann ans Bundesgericht weitergezogen werden. Wie es mit den beschlagnahmten Tieren weitergeht, muss erst einmal die bernische Volkswirtschaftsdirektion entscheiden.

(bho/sda)